OCC schlägt risikobasierte Regeln für Drittanbieter bei US-Gemeinschaftsbanken vor
Wichtige Erkenntnisse
- •Das OCC schlägt vor, die Aufsicht über Drittanbieter-Risiken bei US-Gemeinschaftsbanken von einheitlichen Anforderungen auf einen risikobasierten Rahmen umzustellen, der am potenziellen Schaden jeder Geschäftsbeziehung ausgerichtet ist.
- •Nach dem Vorschlag würden Größe, Komplexität und Risikoprofil einer Bank den Umfang der Prüfung jeder Anbieterbeziehung bestimmen.
- •Die Leitlinien sollen außerdem klären, wie das OCC zentrale Dienstleister beaufsichtigt, die Gemeinschaftsbanken mit essenziellen Technologie- und Backoffice-Funktionen versorgen.
- •Das OCC legte keinen Zeitplan für die Umsetzung vor; der Vorschlag soll voraussichtlich ein Verfahren zur öffentlichen Stellungnahme durchlaufen.
- •Ein risikobasierter Ansatz könnte es Banken ermöglichen, Kryptowährungsbörsen und Emittenten von Stablecoins anhand ihrer spezifischen Risikoprofile zu bewerten und dadurch möglicherweise den Zugang von Kryptounternehmen zu traditionellen Bankdienstleistungen zu verbessern.

Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) hat neue Leitlinien vorgeschlagen, die die Aufsicht über Drittanbieter-Risiken bei US-Gemeinschaftsbanken von breit gefassten, einheitlichen Anforderungen auf Standards verlagern würden, die sich am tatsächlichen Risiko jeder Geschäftsbeziehung orientieren.
Comptroller of the Currency Jonathan V. Gould erklärte, der Vorschlag solle regulatorische Reibungsverluste für Gemeinschaftsbanken verringern und zugleich eine angemessene Aufsicht gewährleisten. Die Leitlinien sollen außerdem klarstellen, wie das OCC zentrale Dienstleister beaufsichtigt, die kleinere Banken mit Technologie- und Backoffice-Systemen versorgen.
OCC-Vorschlag zielt auf das Management von Drittanbieter-Risiken
Das OCC veröffentlichte den Vorschlag auf seiner Website als Teil einer umfassenderen Initiative zur Verringerung unnötiger regulatorischer Belastungen. Nach dem vorgeschlagenen Ansatz würden Banken ihre Überwachung von Anbietern entsprechend dem potenziellen Schaden ausrichten, den eine Geschäftsbeziehung verursachen könnte.
Die Größe, Komplexität und das Risikoprofil einer Bank würden dazu beitragen, den Umfang der Prüfung jeder Anbieterbeziehung zu bestimmen. Nach Angaben des OCC stützt sich der derzeitige Ansatz zu stark auf starre, prozessorientierte Checklisten, die jeden Anbieter gleich behandeln können. Dadurch müssen kleine Banken möglicherweise ähnliche Ressourcen für Verträge mit geringem Risiko wie für Beziehungen mit höherem Risiko aufwenden.
Die vorgeschlagenen Leitlinien würden diesen einheitlichen Standard durch einen risikobasierten Rahmen ersetzen. Dadurch erhielten Banken mehr Flexibilität, ihre Programme zum Management von Anbieterrisiken an ihre eigene Größe und Komplexität anzupassen.
Das OCC befasste sich außerdem mit der Aufsicht über zentrale Dienstleister, die viele Banken mit essenziellen Technologie- und Backoffice-Funktionen versorgen. Zahlreiche Gemeinschaftsbanken sind für ihre zentralen Bankdienstleistungen auf eine relativ kleine Gruppe von Anbietern angewiesen. Nach Angaben der Behörde könnten klarere Aufsichtsstandards Banken dabei helfen, die gebotene Sorgfalt durchzuführen und Verträge mit diesen Anbietern auszuhandeln.
Gould stellte den Vorschlag in den Kontext einer umfassenderen politischen Agenda. Er erklärte, dieser werde unnötige Reibungsverluste verringern und gleichzeitig die Aufsicht am tatsächlichen Risiko ausrichten. Zudem solle die Fähigkeit der Banken gestärkt werden, Anbieterbeziehungen zu verwalten, ohne zusätzliche Belastungen zu schaffen.
Das offizielle Konto des OCC veröffentlichte am 11. September 2026 die folgende Erklärung auf X:
. @USComptroller : @POTUS \u0026 @SecScottBessent understand that strong community banks mean stronger communities, greater opportunity for American families \u0026 businesses \u0026 a stronger American economy. The OCC is proud to turn their vision into action. pic.twitter.com/mtiLiaHt3W — OCC (@USOCC) September 11, 2026
Vorschlag würde Gemeinschaftsbanken mehr Flexibilität geben
Gould verknüpfte die Ankündigung mit Äußerungen des Kontos des U.S. Comptroller, in denen Präsident Trump und Finanzminister Scott Bessent dafür Anerkennung erhielten, Gemeinschaftsbanken Priorität einzuräumen. In dem Beitrag hieß es, beide Amtsträger betrachteten starke Gemeinschaftsbanken als wichtig für stärkere Gemeinschaften, größere Chancen für amerikanische Familien und Unternehmen sowie eine stärkere US-Wirtschaft.
Das OCC erklärte, die kombinierten Änderungen würden Banken mehr Spielraum geben, Risiken zu managen und zugleich neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Gemeinschaftsbanken fungieren häufig als wichtigste Kreditgeber für kleine Unternehmen und die lokale Bevölkerung, während kleinere Institute die Kosten der Anbieterüberwachung wiederholt als Belastung bezeichnet haben. Größere Wettbewerber könnten diese Kosten möglicherweise leichter tragen, da sie in der Regel über größere Compliance-Abteilungen verfügen.
Die Behörde bezeichnete den Vorschlag als Teil einer laufenden Initiative und nicht als Einzellösung. Sie erklärte, bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen zu haben, die darauf abzielen, die Aufsichtslast für Gemeinschaftsbanken angemessen zu dimensionieren.
Das OCC nannte keinen konkreten Zeitplan dafür, wann die Leitlinien in Kraft treten könnten. Der Vorschlag soll voraussichtlich ein Verfahren zur öffentlichen Stellungnahme durchlaufen. Das Management von Drittanbieter-Risiken steht im Bankensektor seit mehreren viel beachteten Ausfällen von Anbietern in den vergangenen Jahren verstärkt im Fokus. Die endgültige Ausgestaltung der Leitlinien wird teilweise davon abhängen, wie das OCC größere Flexibilität mit einer angemessenen Aufsicht in Einklang bringt.
Ein weniger preskriptiver Rahmen könnte auch die Beziehungen von Banken zu Kryptowährungsunternehmen beeinflussen. Börsen und Emittenten von Stablecoins hatten häufig Schwierigkeiten, Bankpartner zu finden, da strenge Prüfungen von Anbieterrisiken gelten. Nach einem risikobasierten Ansatz könnten Banken diese Beziehungen anhand ihrer spezifischen Risikoprofile bewerten, statt pauschale Beschränkungen anzuwenden. Dadurch könnte ein seit Langem bestehendes Hindernis für den Zugang von Kryptounternehmen zu traditionellen Bankdienstleistungen möglicherweise abgebaut werden.
Der Vorschlag ist über die offizielle Website des OCC verfügbar. Der ursprüngliche Bericht wurde von Blockonomi veröffentlicht.