NachrichtenKryptoOCC öffnet unter Gould den Weg zu nationalen Banklizenzen für Krypto-Unternehmen wieder

OCC öffnet unter Gould den Weg zu nationalen Banklizenzen für Krypto-Unternehmen wieder

Autor: Cryptofrontnews·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die OCC hat in den letzten 18 Monaten 40 neue Bankanträge erhalten. Zum Zeitpunkt des letzten Berichts stehen 13 Digital-Asset-Charta-Anträge aus.
  • Mehrere große Krypto-Unternehmen, darunter Circle, Ripple, BitGo, Fidelity Digital Assets und Paxos, erhielten im Dezember 2025 bedingte Genehmigungen, während die Charta von Circle's First National Digital Currency Bank am 10. Juli in Kraft trat.
  • Die OCC hat ihren Prüfungsprozess beschleunigt, sodass viele vollständige Anträge nun innerhalb von 120 Tagen eine Entscheidung erhalten.
  • Senatorin Elizabeth Warren und Bankenverbände haben angezweifelt, ob bestimmte OCC-Genehmigungen die Befugnisse der Behörde gemäß dem National Bank Act überschreiten, und infrage gestellt, ob der Rahmen für nationale Treuhandlizenzen die mit Digital-Asset-Unternehmen verbundenen Risiken angemessen berücksichtigt.
  • Die FDIC kündigte am 10. August ein überarbeitetes zweiphasiges Prüfungssystem für Einlagensicherungen an, das eine vorläufige Genehmigung innerhalb von 120 Tagen für Anträge anstrebt, die nach dem 15. August eingehen.
OCC öffnet unter Gould den Weg zu nationalen Banklizenzen für Krypto-Unternehmen wieder

Das US-Office of the Comptroller of the Currency (OCC) öffnet für Digital-Asset-Unternehmen den Weg zu nationalen Banklizenzen (National Bank Charters) wieder. Der Comptroller of the Currency Jonathan V. Gould erklärte am 11. August, dass legal zulässige Krypto-Aktivitäten Zugang zum bundesweiten Bankensystem haben sollten.

Die OCC hat in den vergangenen 18 Monaten 40 neue Bankanträge erhalten. Dies spiegelt die breiteren Bemühungen der Behörde wider, die Gründung neuer Banken nach einem langen Rückgang zu fördern. Laut Gould zielt die OCC darauf ab, einen Trend umzukehren, bei dem zwischen 2011 und 2014 jährlich weniger als vier Charta-Anträge gestellt wurden. Für Digital-Asset-Unternehmen bietet eine nationale Banklizenz einen Weg, Verwahr-, Abwicklungs- und Zahlungsfunktionen unter direkter bundesweiter Aufsicht zu betreiben, anstatt sich auf Lizenzen auf Bundesstaatsebene oder Bankpartner von Drittanbietern zu verlassen – ein struktureller Wandel für eine Branche, die lange Zeit einen ungleichen Zugang zum traditionellen Finanzsystem hatte.

Der Regulierer hat auch seine Prüfungsfristen beschleunigt. Viele vollständige Anträge erhalten nun innerhalb von 120 Tagen eine Entscheidung, so die OCC.

13 ausstehende Digital-Asset-Charta-Anträge

Die Liste der Digital-Asset-Lizenzen der OCC weist derzeit 13 ausstehende Anträge auf. Dazu gehören Payward National Trust Company, World Liberty Trust Company, Revolut Bank US, PAYO Digital Bank, EDX Trust, Agora National Trust Bank und Dakota National Trust Bank. Die Einreichung von Dakota vom 28. Juli ist der aktuellste Antrag auf der Liste.

Mehrere große Krypto-Unternehmen haben den Prozess bereits durchlaufen. Circle, Ripple, BitGo, Fidelity Digital Assets und Paxos erhielten im Dezember 2025 bedingte Genehmigungen. Coinbase erhielt im April eine vorläufige bedingte Genehmigung, und die Charta von Circle's First National Digital Currency Bank wurde am 10. Juli wirksam.

Allerdings ist nicht jeder Antragsteller erfolgreich. Die OCC lehnte den Antrag von Wise National Trust am 21. Juli ab.

Kontrolle durch Gesetzgeber und Bankenverbände

Die erweiterte Charta-Aktivität hat Gegenwind ausgelöst. Bankenverbände haben den Umfang nationaler Treuhandlizenzen (National Trust Charters) bei der Abdeckung von Kryptowährungsgeschäften infrage gestellt. Senatorin Elizabeth Warren hat separat angezweifelt, ob bestimmte OCC-Genehmigungen die durch den National Bank Act gewährte Befugnis überschreiten.

Auch das Bank Policy Institute hat sich zu Wort gemeldet und die OCC aufgefordert, die Kapitalausstattung, Liquidität, verbundene Transaktionen und die Abwicklungsplanung von Payward genau zu prüfen. Der Gegenwind spiegelt eine breitere Debatte darüber wider, ob der Rahmen für nationale Treuhandlizenzen – der ursprünglich für traditionelle treuhänderische und Verwahrdienstleistungen konzipiert war – den Risikoprofilen von Unternehmen, die Digital-Assets in großem Maßstab halten, angemessen gerecht wird.

FDIC führt neue Prüfung der Einlagensicherung ein

Die regulatorische Landschaft verändert sich auch auf anderen Feldern. Am 10. August kündigte die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) ein überarbeitetes Prüfungssystem für Einlagensicherungen für Anträge an, die nach dem 15. August eingehen.

Unter dem neuen Rahmen zielt Phase eins auf eine vorläufige Genehmigung innerhalb von 120 Tagen nach Erhalt des Antrags ab. Phase zwei kann bis zu 12 Monate dauern, während die Antragsteller die Anforderungen für die endgültige Genehmigung erfüllen. Viele Krypto-Unternehmen, die nationale Treuhandlizenzen anstreben, suchen jedoch nicht nach FDIC-versicherten Einlagen.

OCC aktualisiert Charta-Terminologie

Separat hat die OCC ihre Charta-Terminologie mit Wirkung zum 1. April überarbeitet. Die aktualisierte Regel ersetzte Verweise auf „fiduciary activities“ (treuhänderische Aktivitäten) durch „operations of a trust company“ (Tätigkeiten einer Treuhandgesellschaft). Die Behörde betonte, dass die Änderung ihre Charta-Befugnisse weder erweitere noch einschränke.

Gould sagte, die OCC werde weiterhin die Gründung neuer Banken fördern und legal zulässige Digital-Asset-Unternehmen unterstützen, die nach Bundeslizenzen streben.