NachrichtenAktienNvidia (NVDA)-Aktie fällt um 2,34 %, nachdem H200-Chips in begrenzten Mengen nach China gelangen

Nvidia (NVDA)-Aktie fällt um 2,34 %, nachdem H200-Chips in begrenzten Mengen nach China gelangen

Autor: Coincentral·

Wichtige Erkenntnisse

  • ByteDance und Tencent haben Berichten zufolge in den vergangenen Wochen jeweils rund 10.000 Nvidia-H200-Chips erhalten.
  • Die USA haben Lizenzen genehmigt, die bestimmten in China ansässigen Kunden den Kauf von jeweils bis zu 100.000 H200-Chips erlauben.
  • Chinesische Regulierungsbehörden erlauben es, die Chips in Hongkong statt auf dem chinesischen Festland zu installieren.
  • Auch Alibaba gehört zu den chinesischen Unternehmen, die die Genehmigung zum Kauf von H200-Chips erhalten haben.
  • Die Nvidia-Aktie fiel am Dienstag um 2,34 % auf $219.74, was die Sorge der Anleger über die begrenzten Lieferungen und regulatorischen Beschränkungen widerspiegelt.
Nvidia (NVDA)-Aktie fällt um 2,34 %, nachdem H200-Chips in begrenzten Mengen nach China gelangen

Nvidias H200-Chips beginnen, in das chinesische Festland zu gelangen, doch die Mengen sind gering und Peking setzt bereits Leitplanken dafür, wie die Prozessoren verwendet werden dürfen.

Der H200 ist eine der Flaggschiff-Data-Center-GPUs von Nvidia für das Training und den Betrieb von KI-Modellen, und der Verkauf nach China fällt klar unter die US-Exportkontrollen, die seit 2022 fortschrittliche KI-Chips einschränken — weshalb jede Lieferung von einzelnen Lizenzen abhängt. Laut einem Bericht der Financial Times haben ByteDance und Tencent in den vergangenen Wochen jeweils rund 10.000 H200-Prozessoren erhalten. Eine Handvoll weiterer chinesischer Technologieunternehmen könnte bald ähnliche Lieferungen bekommen. Die NVDA-Aktie fiel am Dienstag um 2,34 % und schloss bei $219.74, während der Markt den begrenzten Umfang der Lieferungen gegen die damit verbundenen regulatorischen Komplikationen abwog.

US-Genehmigungen übersteigen die tatsächlichen Lieferungen deutlich

Die US-Regierung hat Lizenzen genehmigt, die Nvidia erlauben, H200-Chips an bestimmte in China ansässige Kunden zu liefern, wobei sich die Genehmigungen auf einzelne Unternehmen und nicht auf den chinesischen Markt insgesamt beziehen. Washington hat Unternehmen wie ByteDance und Tencent den Kauf von jeweils bis zu 100.000 H200-Chips erlaubt — also ungefähr das Zehnfache des bislang ausgelieferten Volumens —, was bedeutet, dass die aktuellen Lieferungen nur einen Bruchteil des Genehmigten darstellen.

Auch Alibaba gehört zu den chinesischen Unternehmen, die die Genehmigung zum Kauf von H200-Chips erhalten haben, und ist damit ein weiterer Name, den man im Zuge des Rollouts im Blick behalten sollte.

Ein ranghoher US-Beamter teilte dem Kongress im vergangenen Monat mit, dass zu diesem Zeitpunkt nur eine sehr kleine Zahl von H200-Chips China oder Hongkong erreicht habe. Der jüngste Bericht deutet darauf hin, dass diese Zahl leicht gestiegen ist, bleibt aber deutlich unter den genehmigten Obergrenzen.

Peking behält die strenge Kontrolle

Chinesische Regulierungsbehörden lassen die Chips nicht einfach frei fließen. Peking hat Unternehmen mitgeteilt, dass sie die H200-Prozessoren in Hongkong installieren können, das außerhalb der Zollgrenze des chinesischen Festlands liegt, statt auf dem Festland selbst. Diese Regelung ermöglicht chinesischen Firmen den Zugang zur Hardware, hält jedoch große Mengen ausländischer KI-Chips davon ab, direkt in den Festlandmarkt zu gelangen.

Der Grund ist klar: Peking will die heimische Halbleiterindustrie unterstützen und ist vorsichtig, groß angelegte Importe ausländischer KI-Chips innerhalb der Grenzen Chinas Fuß fassen zu lassen. Inländische Anbieter wie Huawei haben ihre eigenen KI-Beschleunigerlinien ausgebaut und bieten chinesischen Käufern damit lokale Alternativen zu ausländischen Chips.

Dadurch begrenzt sich, welche Umsätze Nvidia realistisch aus den Genehmigungen erwarten kann. Selbst wenn chinesische Unternehmen jeweils zum Kauf von 100.000 Chips berechtigt sind, macht die tatsächlich im Festland ankommende Stückzahl nur einen Bruchteil davon aus.

Auswirkungen auf den Umsatz

Die Kernfrage für Nvidia ist, ob sich diese frühen Lieferungen zu etwas Substanziellerem entwickeln. Derzeit stellen sie keinen wesentlichen Umsatztreiber dar, und ihre kurzfristige Bedeutung wird durch die Lücke zwischen dem, was Washington genehmigt hat, und dem, was Peking auf dem Festland zulässt, begrenzt.

Die Bedeutung ist größer, als die aktuellen Lieferzahlen vermuten lassen. China war lange einer der größten Märkte von Nvidia, bevor aufeinanderfolgende US-Beschränkungen die Verkäufe dort einengten, weshalb die Größe dieses wieder geöffneten Kanals für das Gesamtgeschäft des Unternehmens relevant ist.

Nvidia war in der Frage möglicher China-Umsätze bislang vorsichtig, da sich regulatorische Genehmigungen schnell ändern können. Das Unternehmen reagierte auf eine Bitte um Stellungnahme zu dem FT-Bericht zunächst nicht.

Sollten chinesische Unternehmen beginnen, sich ihren vollen genehmigten Kaufgrenzen anzunähern, könnte China wieder zu einer wichtigeren Einnahmequelle werden. Doch da Peking Kapazitäten nach Hongkong lenkt und inländische Chipkäufe fördert, dürfte sich dieses Potenzial nur langsam realisieren. Konkrete Indikatoren, auf die man achten sollte, sind Lieferungen an Alibaba und andere genehmigte Käufer, Einsätze auf dem Festland außerhalb der Hongkong-Regelung sowie die Art und Weise, wie Nvidia China-Umsätze im nächsten Quartalsbericht einordnet.

Wall Street hält an einem Strong-Buy-Konsens fest

Die Wall Street bleibt bei NVDA insgesamt positiv. Die Aktie verfügt auf Basis von 35 Analystenbewertungen aus den vergangenen drei Monaten über ein Strong-Buy-Konsensrating. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei $306.13, was rund 39 % Aufwärtspotenzial gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag bei $219.74 impliziert.

Reuters konnte den ursprünglichen FT-Bericht nicht unabhängig verifizieren, und Nvidia hatte sich bis Dienstag öffentlich nicht geäußert.

Quelle: CoinCentral