Nigerianische Steuerbehörde veröffentlicht erste umfassende Richtlinien zur Besteuerung virtueller Vermögenswerte
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Nigeria Revenue Service hat die ersten umfassenden Richtlinien des Landes zur Besteuerung von Transaktionen mit virtuellen Vermögenswerten und Dienstleistern veröffentlicht.
- •Der Rahmen deckt eine breite Palette digitaler Vermögenswerte ab, darunter Kryptowährungen, Stablecoins, Security Token, Utility Token und NFTs, wobei steuerpflichtige Vorgänge Handel, Mining, Staking und Airdrops umfassen.
- •Lizenzierte VASPs müssen sich beim NRS registrieren, Transaktionsaufzeichnungen führen, regelmäßige Steuererklärungen einreichen und Standards zur Kundenidentifikation und Berichterstattung einhalten.
- •Virtuelle Vermögenswerte müssen anhand aktueller Marktpreise genehmigter Börsen bewertet werden, um Konsistenz in der Steuerberichterstattung zu gewährleisten.
- •Die Richtlinien markieren Nigerias Übergang von restriktiven Krypto-Politiken hin zu einer strukturierten Aufsicht und ordnen das Land unter die afrikanischen Staaten ein, die die Regulierung digitaler Vermögenswerte formalisieren.

Nigeria hat seine ersten umfassenden Richtlinien zur Besteuerung virtueller Vermögenswerte erlassen und damit lang erwartete Klarheit darüber geschaffen, wie Kryptowährungstransaktionen und Virtual Asset Service Providers (VASPs) im sich entwickelnden regulatorischen Rahmen des Landes behandelt werden.
Die vom Nigeria Revenue Service (NRS) veröffentlichten Richtlinien legen im Detail dar, wie sich Steuern auf Kryptowährungsnutzer, Börsen, Broker, Verwahrer und andere Unternehmen mit digitalen Vermögenswerten auswirken, die im Land tätig sind. Der Schritt erfolgt, während Nigeria weiterhin zu den weltweit führenden Märkten für die Adoption von Kryptowährungen zählt – angetrieben durch eine große Bevölkerung unter 35 Jahren, erhebliche Handelsvolumina im Peer-to-Peer-Bereich und eine anhaltende Nachfrage nach Alternativen zum Naira in Phasen der Währungsabwertung.
Umfang steuerpflichtiger virtueller Vermögenswerte
Der Rahmen klassifiziert virtuelle Vermögenswerte weit gefasst und umfasst Kryptowährungen, Stablecoins, Security Token, Utility Token und Non-Fungible Tokens (NFTs). Er identifiziert steuerpflichtige Vorgänge wie den Kauf, Verkauf, Tausch oder die Veräußerung digitaler Vermögenswerte. Einkünfte aus Mining, Staking, Airdrops und anderen Krypto-bezogenen Aktivitäten fallen ebenfalls unter die neuen Regelungen.
Nach Nigerias neuen Steuergesetzen werden Gewinne aus Transaktionen mit virtuellen Vermögenswerten als steuerpflichtiges Einkommen behandelt.
Compliance-Verpflichtungen für VASPs
Für VASPs führen die Richtlinien detaillierte Compliance-Anforderungen ein. Lizenzierte Anbieter wie Börsen müssen sich beim NRS registrieren, umfassende Transaktionsaufzeichnungen führen, regelmäßige Steuererklärungen einreichen und Standards zur Kundenidentifikation und Berichterstattung einhalten. Anbieter werden zudem erwartet, Aufzeichnungen über Kundentransaktionen aufzubewahren und Steuerbehörden auf Anforderung mit Informationen zu versorgen.
Standardisierte Bewertung von Vermögenswerten
Die Richtlinien standardisieren, wie digitale Vermögenswerte für Steuerzwecke bewertet werden sollten. Virtuelle Vermögenswerte müssen grundsätzlich anhand aktueller Marktpreise von genehmigten Börsen oder durch andere anerkannte Bewertungsmethoden bewertet werden, sofern Marktpreise nicht verfügbar sind. Dieser Ansatz soll Streitigkeiten über Vermögensbewertungen verringern und die Konsistenz in der Steuerberichterstattung fördern.
Breiterer regulatorischer Kontext
Die Veröffentlichung reiht sich in Nigerias breiteres Bemühen ein, einen koordinierten regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte aufzubauen. Früher in diesem Jahr führte die Regierung die Virtual Assets Executive Order ein, die regulatorische Zuständigkeiten auf mehrere Behörden verteilte, darunter die Central Bank of Nigeria (CBN), die Securities and Exchange Commission (SEC) und den Nigeria Revenue Service (NRS). Gemäß der Anordnung wurde der NRS mit der Entwicklung spezialisierter Steuerpolitiken für den Sektor beauftragt.
Die neuen Steuerrichtlinien markieren einen bemerkenswerten Schritt in Nigerias Abkehr von der restriktiveren Haltung, die durch den Circular der CBN aus dem Jahr 2021 geprägt war, der Banken anwies, Konten mit Verbindung zu Kryptowährungstransaktionen zu schließen. Seitdem haben die nigerianischen Behörden schrittweise einen strukturierten Aufsichtsansatz verfolgt, wobei die SEC Vorschriften für digitale Vermögenswertemissionen einführte und die CBN Ende 2023 wichtige Bankrestriktionen aufhob. Nigerias Rahmen ordnet das Land zudem in eine wachsende Gruppe afrikanischer Staaten ein – darunter Südafrika und Kenia –, die die Kryptoaufsicht formalisieren, während die Regulierer auf dem gesamten Kontinent danach streben, Innovation mit finanzieller Stabilität und Verbraucherschutzbelangen in Einklang zu bringen.