NachrichtenAktienNHTSA eröffnet Untersuchung zu Teslas lenkradlosen Cybercabs einen Tag nach dem Start in Austin

NHTSA eröffnet Untersuchung zu Teslas lenkradlosen Cybercabs einen Tag nach dem Start in Austin

Autor: Fortune Crypto·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die NHTSA überprüft Teslas Selbstzertifizierungsverfahren für den Cybercab, dem Lenkräder, Spiegel und Bremspedale fehlen – einen Tag nach dem Start des Services in Austin.
  • Die Tesla-Aktie fiel um fast 6 % auf 354,08 US-Dollar und gab damit die Gewinne vom Cybercab-Launch-Tag wieder ab.
  • Der Ausgang der Prüfung könnte über das Schicksal des Cybercab, das Tempo der geplanten Robotaxi-Expansion Teslas in mehrere Städte und den regulatorischen Weg für Fahrzeuge ohne manuelle Steuerung landesweit entscheiden.
  • Zoox sah sich vor drei Jahren einer ähnlichen Untersuchung für seine lenkradlosen Taxis gegenüber und erhielt die Genehmigung erst nach einer formellen Überprüfung – ein Hinweis darauf, dass der Prozess Zeit brauchen könnte.
  • Tesla steht bereits unter mehreren bundesstaatlichen Untersuchungen zu seiner Selbstfahr-Software, darunter Unfälle bei eingeschränkter Sicht mit einem getöteten Fußgänger sowie versäumte zeitnahe Unfallmeldungen.
NHTSA eröffnet Untersuchung zu Teslas lenkradlosen Cybercabs einen Tag nach dem Start in Austin

Bundesstaatliche Aufsichtsbehörden haben eine Untersuchung eingeleitet, um zu klären, ob Teslas neue lenkradlose Taxis den Sicherheitsvorschriften entsprechen – einen Tag, nachdem das Unternehmen Fahrten mit den Fahrzeugen aufgenommen hatte.

Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) erklärte, sie prüfe, ob Tesla beim Einsatz der sogenannten Cybercabs in Austin, Texas, vollständig mit den Bundesvorschriften im Einklang stand. Den zweisitzigen Fahrzeugen fehlen Lenkräder, Spiegel und Bremspedale, die in Fahrzeugen üblicherweise vorgeschrieben sind.

Tesla-CEO Elon Musk startete den Cybercab-Service am Donnerstag mit großem Aufwand in Austin: Dutzende der futuristischen Taxis rollten auf die Straßen der Stadt, und für geladene Gäste wurde eine Launch-Veranstaltung ausgerichtet.

Die Tesla-Aktie fiel am Freitag um fast 6 % auf 354,08 US-Dollar und gab damit sämtliche Gewinne aus der Vorfreude auf den Start am Vortag wieder ab. Tesla reagierte nicht auf eine Anfrage nach Stellungnahme.

Vor dem Start hatte Tesla erklärt, es habe sich auf ein Selbstzertifizierungsverfahren verlassen, um die Einhaltung der Bundesstandards durch die Cybercabs sicherzustellen. Die Behörde prüft nun, ob die Taxis diese Standards tatsächlich erfüllen. In ihrem Antrag zur Untersuchung kündigte die NHTSA eine Prüfung an, um „das Verfahren und die technischen Daten“ zu untersuchen, die Tesla für die Zertifizierung verwendet hatte.

Der Start in Austin am Donnerstag läutete laut Musk eine nationale Einführung eines kostengünstigen, fahrerlosen Taxi-Services ein, der nach seinen Angaben die Art, wie Menschen reisen, verändern wird. Musk plant, die Cybercabs, denen manuelle Steuerungen fehlen, die Passagene in einem Notfall nutzen könnten, in den bestehenden Taxi-Service des Unternehmens zu integrieren, der bislang ausschließlich konventionelle Tesla-Fahrzeuge eingesetzt hat. Dieses Robotaxi-Netzwerk ist in Austin seit über einem Jahr in Betrieb und bietet inzwischen auch Fahrten in fünf weiteren Städten in Texas und Florida an. Der Ausgang der NHTSA-Prüfung könnte daher nicht nur über das Schicksal des Cybercab in Austin entscheiden, sondern auch über das Tempo der geplanten Expansion Teslas in andere Städte – und darüber hinaus über den regulatorischen Weg für fahrerlose Fahrzeuge ohne manuelle Steuerung in den gesamten USA.

Autohersteller zertifizieren neue Fahrzeuge für den öffentlichen Straßenverkehr in der Regel selbst, allerdings erfolgt eine behördliche Prüfung oder Untersuchung nicht automatisch. Die Aufsichtsbehörden untersuchen nur Zertifizierungen, bei denen sie eine Verletzung der Bundesvorschriften für möglich halten. Anders als die meisten neuen Modelle weist der Cybercab nicht nur kleinere Anpassungen, sondern erhebliche Veränderungen auf, die neue Sicherheitsfragen aufwerfen.

Der konkurrierende Taxi-Service Zoox sah sich vor drei Jahren einer ähnlichen Untersuchung gegenüber, nachdem er seine eigenen lenkradlosen Taxis selbst zertifiziert hatte. Die Aufsichtsbehörden erteilten schließlich die Genehmigung, allerdings erst nach einer formellen Überprüfung – ein Präzedenzfall, der darauf hindeutet, dass eine formelle NHTSA-Prüfung des Cybercab Zeit in Anspruch nehmen könnte, selbst wenn sie letztlich mit einer Genehmigung endet.

Tesla steht bereits mehreren bundesstaatlichen Untersuchungen zur Sicherheit seiner Selbstfahr-Software gegenüber. Eine Untersuchung prüft die Rolle der Software bei mehreren Tesla-Unfällen bei Nebel, Sonnenblendung und anderen Bedingungen mit eingeschränkter Sicht, darunter ein Vorfall, bei dem ein Fußgänger getötet wurde. Eine weitere untersucht Dutzende Vorfälle, bei denen Teslas mit teilautonomer Software rote Ampeln ignorierten oder auf der falschen Straßenseite fuhren und dabei teils mit anderen Fahrzeugen kollidierten und Verletzungen verursachten. Eine dritte untersucht, warum Tesla offenbar regulatorische Anforderungen verletzte, indem Unfälle nicht zeitnah gemeldet wurden. Diese bestehende Kontrolle erhöht die Tragweite der neuen Prüfung, da die Aufsichtsbehörden abwägen, ob Teslas Selbstzertifizierung für ein Fahrzeug ohne jegliche manuelle Steuerung fundiert war.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf Fortune.com.