Fondsgesellschaften erzielten im 1. Quartal höhere Gewinne, als die Märkte anzogen – Anleger sollten jedoch genauer hinschauen
Wichtige Erkenntnisse
- •Höhere Aktienmärkte halfen den Fondsgesellschaften im Juni-Quartal beim AUM-Wachstum und stützten die Umsätze.
- •Die ausgewiesenen Gewinnzuwächse wurden vor allem durch Treasury- und Portfolio-Gewinne getragen, nicht durch stärkere Kernergebnisse.
- •Die operativen Gewinntrends waren im Sektor uneinheitlich; einige Unternehmen verzeichneten starkes Wachstum, andere kaum Veränderungen oder Rückgänge.
- •Die sonstigen Erträge stiegen bei mehreren AMCs gegenüber dem Vorjahres- bzw. Vorquartalszeitraum deutlich an und trugen wesentlich zu den Ergebnissen bei.
- •Die Bewertungsmultiples für FY26 blieben im Sektor erhöht und lagen zwischen 25x und 46x.

Fondsgesellschaften erzielten im 1. Quartal höhere Gewinne, als die Märkte anzogen – Anleger sollten jedoch genauer hinschauen
Indiens börsennotierte Fondsgesellschaften meldeten im Juni-Quartal starke Ergebnisse, wobei höhere Gewinne durch die Erholung der Aktienmärkte unterstützt wurden. Eine genauere Betrachtung zeigt jedoch, dass ein großer Teil der Gewinnverbesserung auf Kursgewinne aus den Investmentportfolios zurückzuführen war und nicht auf eine wesentliche Verbesserung des Kerngeschäfts im Fondsmanagement.
Das Juni-Quartal entsprach weitgehend den Erwartungen der Street. Höhere Märkte stützten das Wachstum des verwalteten Vermögens (AUM), die Umsatzrenditen blieben trotz Bedenken rund um TER und BER robust, und Treasury-Gewinne trugen zu einer deutlichen Erholung der ausgewiesenen Gewinne bei. Diese Mischung ist für den Sektor wichtig, weil börsennotierte AMCs in der Regel auf einer Kombination aus stabilen Fee-Einnahmen und marktabhängigem Sentiment bewertet werden. Gewinne können sich also verbessern, selbst wenn sich das zugrunde liegende Geschäft operativ nur moderat entwickelt.
Über den Sektor hinweg lagen die AUM-Zuwächse auf Quartalsbasis bei 3.7%, 1.1%, 1.1%, 1.0% und 0.8%, während ein Unternehmen einen Rückgang von 1.9% meldete. Das Wachstum bei Umsatz und operativem Gewinn fiel uneinheitlicher aus. Der Umsatz stieg in einem Fall um 4.6%, während andere Werte von 0.6%, 1.0%, 3.8% und 1.0% meldeten. Beim operativen Gewinn gab es in einigen Fällen Zuwächse von 34.4%, 25.5%, 30.8% und 20.7%, aber auch einen Rückgang von 3.0% sowie einen Anstieg von 0.2% in einem weiteren Fall.
Die zentrale Erkenntnis war, dass höhere Märkte die Erlöse stützten, dies sich aber nicht in einem proportionalen Anstieg des operativen Ergebnisses niederschlug. Das ausgewiesene Gewinnwachstum im Sektor wurde weitgehend von Treasury-Gewinnen getragen und nicht von einer deutlichen Verbesserung der Kernoperationen.
Die sonstigen Erträge sorgten für einen deutlichen Schub. Eine AMC meldete sonstige Erträge von Rs 263 crore gegenüber zuvor Rs 12 crore. Andere Unternehmen wiesen Rs 181 crore gegenüber einem Verlust von Rs 90 crore, Rs 170 crore gegenüber einem Verlust von Rs 34 crore, Rs 162 crore gegenüber einem Verlust von Rs 33 crore, Rs 30 crore gegenüber einem Verlust von Rs 10 crore sowie Rs 187 crore gegenüber einem Verlust von Rs 175 crore aus. Für Leser, die das nächste Quartal beobachten, ist die Zusammensetzung der Gewinne damit besonders wichtig: Entscheidend ist, ob höhere Marktstände AUM und Fee Income weiterhin stützen oder ob sich das ausgewiesene Gewinnwachstum abschwächt, falls die Treasury-Gewinne weniger stark ausfallen.
Die systematischen Zuflüsse auf Quartalsbasis waren gemischt und veränderten sich um 1.5%, -1.4%, -4.5%, -5.0%, -5.0% und -9.9%.
Auch die Bewertungen blieben erhöht. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse für FY26 lagen bei 46x, 40x, 39x, 29x, 29x und 25x.
Die Berichtssaison bestätigte damit ein vertrautes Muster: Höhere Märkte erhöhten das AUM und unterstützten die Erlöse, doch die Hauptstütze des Gewinnwachstums kam aus Treasury-Gewinnen und nicht aus einer klaren Verbesserung des zugrunde liegenden Fondsmanagementgeschäfts.