MUFG-Konzerne starten Onchain-Proof-of-Concept für JGB-Repos mit Blick auf den 1,6-Billionen-Dollar-Markt
Wichtige Erkenntnisse
- •Vier Unternehmen der MUFG-Gruppe – Mitsubishi UFJ Financial Group, Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities, Mitsubishi UFJ Trust and Banking und MUFG Bank – führen den Proof-of-Concept gemeinsam durch.
- •Der Versuch läuft auf dem Canton Network in Zusammenarbeit mit Digital Asset und Progmat, deren frühere Arbeiten die Distributed-Ledger-Repo-Plattform von Broadridge sowie die Ausgabe digitaler Anleihen und Stablecoins in Japan umfassen.
- •Der Proof-of-Concept zielt auf den rund 1,6 Billionen Dollar großen JGB-Repo-Markt Japans ab, mit den Zielen schnellerer Abwicklung, größerer Automatisierung und verbesserter Finanzierungs- und Kapitaleffizienz.
- •Das Experiment soll testen, ob die Blockchain eine Echtzeit-Abwicklung innerhalb des Handelstages rund um die Uhr (24/7) ermöglichen kann – im Gegensatz zu den festen Verarbeitungsfenstern konventioneller Abwicklungssysteme.
- •Die Initiative ist Teil des breiteren Finanzinnovationsvorstoßes Japans und folgt auf den Pilotversuch „Payment Innovation Project“ 2026 der FSA; zugleich steht sie neben Experimenten des Finanzministeriums zur digitalen Ausgabe von JGBs.

Vier Unternehmen der Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) haben einen Proof-of-Concept (PoC) begonnen, um zu testen, ob Repo-Transaktionen mit japanischen Staatsanleihen (JGB) onchain von der Ausführung bis zur Abwicklung durchgeführt werden können. Das Experiment stellt einen weiteren Schritt von MUFG in Richtung blockchainbasierter Finanzinfrastruktur in einem der wichtigsten Rentenmärkte Japans dar und zielt auf den rund 1,6 Billionen Dollar großen JGB-Repo-Markt ab. Zu den erklärten Zielen der Initiative gehören schnellere Abwicklungen, eine höhere Automatisierung sowie eine verbesserte Finanzierungs- und Kapitaleffizienz auf Basis von Blockchain-Infrastruktur.
Repos – kurz für Repurchase Agreements (Wertpapierpensionsgeschäfte) – gehören zu den am häufigsten genutzten Finanzierungsinstrumenten im institutionellen Finanzwesen: Eine Partei verkauft Wertpapiere wie JGBs und verpflichtet sich, diese zu einem festgelegten Preis und Termin, häufig am nächsten Geschäftstag, zurückzukaufen. Damit handelt es sich faktisch um besicherte Kurzfristkredite, auf die Banken und Broker-Dealer für ihre tägliche Liquiditätsversorgung angewiesen sind. Da diese Positionen in der Regel sehr schnell umgeschlagen werden, sind Abwicklungszeitpunkt und -zuverlässigkeit zentrale operative Anliegen der Marktteilnehmer.
Laut der Ankündigung von MUFG bündelt der PoC die Mitsubishi UFJ Financial Group, Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities, Mitsubishi UFJ Trust and Banking und MUFG Bank. Die vier Unternehmen arbeiten mit Digital Asset und Progmat zusammen, um zu untersuchen, wie Blockchain-Technologie JGB-Repo-Transaktionen unterstützen kann. Der Versuch läuft auf dem Canton Network, einer für Anwendungen auf Finanzmärkten konzipierten Enterprise-Blockchain-Plattform. Beide Partner verfügen über einschlägige Erfahrung: Die Technologie von Digital Asset bildet auch die Grundlage der Distributed-Ledger-Repo-Plattform von Broadridge, die von großen Instituten bereits zur Abwicklung erheblicher Repo-Volumina genutzt wurde. Progmat ist eine aus MUFG hervorgegangene Infrastrukturplattform für digitale Assets, die in Japan bereits für die Ausgabe digitaler Anleihen und von Stablecoins eingesetzt wurde.
Test des vollständigen Repo-Lebenszyklus onchain
Ein zentrales Ziel des Experiments besteht darin, den Repo-Prozess auf eine gemeinsame digitale Infrastruktur zu verlagern, statt jede Phase der Transaktion als eigenständigen Vorgang zu betrachten.
Die Gruppe erklärte, der PoC werde untersuchen, ob die Blockchain größere Teile des Transaktionslebenszyklus automatisieren und eine Echtzeit-Abwicklung innerhalb des Handelstages rund um die Uhr (24/7) ermöglichen kann. Konventionelle Abwicklungsinfrastrukturen arbeiten in der Regel innerhalb fester Verarbeitungsfenster, das heißt, die Wertpapier- und die Geldkomponente eines Geschäfts werden zu festgelegten Zeiten und nicht kontinuierlich bewegt. Über die Abwicklungsgeschwindigkeit hinaus soll das Projekt die Finanzierungs- und Kapitaleffizienz erhöhen. Die Initiative wird zudem die Möglichkeit eines Austauschs von Informationen und Transaktionen im Rahmen einer gemeinsamen Infrastruktur prüfen – unter der für institutionelle Finanzmärkte erforderlichen Governance und Regulierung.
Bestehende Finanzinstrumente statt neuer Krypto-Assets
Ein bemerkenswerter Aspekt des Experiments ist, dass es auf ein bestehendes Finanzprodukt abstellt und nicht auf die Entwicklung eines neuen monetären Vermögenswerts in Form einer Kryptowährung. Die Modernisierung traditioneller Märkte ist für Banken ein wachsendes Interessengebiet, während sie sich der Tokenisierung und der Onchain-Abwicklung zuwenden. Mit Blick auf die Wertpapierkomponente eines JGB-Repos könnte die Blockchain diese Instrumente noch enger in den Transaktionsablauf einbinden und so zu einer stärkeren Automatisierung beitragen.
Teil des Finanzinnovationsvorstoßes Japans
MUFG hat den PoC als Teil einer breiter angelegten Initiative in Japan zur Erforschung von Finanztechnologien bezeichnet. Das Programm knüpft an den Pilotversuch „Payment Innovation Project“ 2026 der japanischen Financial Services Agency an, mit dem Proof-of-Concept-Projekte vorangetrieben werden sollen. Der Repo-Versuch steht zudem im Kontext weiterer offizieller Arbeiten zur Digitalisierung der Kapitalmärkte des Landes, darunter Experimente des Finanzministeriums zur technischen Machbarkeit einer digitalen Ausgabe von JGBs.