Strategys Michael Saylor sagt: Der nächste Bitcoin-Bullenmarkt hat bereits begonnen
Wichtige Erkenntnisse
- •Michael Saylor erklärte, Bitcoin habe Ende Juni 2026 einen neuen vierjährigen Bullenzyklus begonnen, als der Preis knapp unter 60.000 $ ein Tief markierte und sich von der 200-Wochen-Durchschnittslinie erholte.
- •Bitcoin ist seitdem um rund 20.000 $ gestiegen und notierte Ende Oktober zwischen etwa 77.000 $ und 83.500 $, liegt aber weiterhin rund 34 % unter seinem Rekordhoch von nahezu 126.000 $ aus dem Oktober 2025.
- •Als strukturelle Nachfragetreiber nannte Saylor Bitcoin-Hinterlegungskredite von Banken, tokenisierte Wertpapiere, digitale Kreditemission und ein günstiges regulatorisches Umfeld; als wichtigsten Gegenwind benannte er die restriktive Geldpolitik.
- •Er prognostizierte, dass Bitcoin innerhalb eines Jahres 100.000 $ erreichen und über die nächsten zwei Jahrzehnte 20 % bis 30 % jährliches Wachstum liefern könnte.
- •Strategy hält rund 845.000 bis 848.250 BTC, etwa 4 % des Gesamtangebots im Wert von etwa 70 bis 76 Milliarden $, und ist damit der größte unternehmerische Bitcoin-Halter mit direktem Einsatz bei Saylors Einschätzung.

Michael Saylor, Vorstandsvorsitzender von Strategy, sagt, dass der nächste Bitcoin-Bullenmarkt nicht erst bevorstehe – seiner Ansicht nach habe er bereits begonnen.
In Interviews mit dem Schwab Network und Bloomberg Television zwischen dem 13. und 20. Oktober 2026 argumentierte Saylor, dass Bitcoin in einen neuen vierjährigen Bullenzyklus eingetreten sei, den er auf Ende Juni zurückdatiert, als die Vermögenswert das von ihm als Bärenmarkt-Boden bezeichnete Niveau fand. Diese Vier-Jahres-Betrachtung ergibt sich aus dem Angebotsplan von Bitcoin: Das Netzwerk halbiert die Emission neuer Münzen etwa alle vier Jahre in einem Ereignis namens Halving, ein Rhythmus, den Marktbeobachter seit langem nutzen, um die Preisgeschichte des Assets in Zyklen zu unterteilen. Die Einschätzung stammt von einer Person, deren Unternehmen rund 4 % aller Bitcoin hält – ein Bestand, der seinen Aussagen eine offensichtliche persönliche Dimension verleiht.
Die technische Argumentation
Das Kernstück Saylors Argument ist ein Chart. Bitcoin markierte Ende Juni 2026 ein Tief knapp unter 60.000 $ und erholte sich anschließend von seiner 200-Wochen-Durchschnittslinie. Dieser Indikator, der durchschnittliche Schlusskurs über etwa vier Jahre, fungiert als langfristiges Gedächtnis des Marktes – eine Linie, die viele Händler als Trennlinie zwischen einem angeschlagenen und einem gebrochenen Markt betrachten.
Seit der Erholung von diesem Niveau ist Bitcoin um rund 20.000 $ gestiegen. Ende Oktober notierte der Vermögenswert in einer Spanne von etwa 77.000 $ bis 83.500 $. Laut den zur Rallye zusammengestellten Untersuchungen entspricht das einem Anstieg von 42 % gegenüber unter 65.000 $ im dritten Quartal. Dennoch liegt Bitcoin weiterhin rund 34 % unter seinem Allzeithoch von nahezu 126.000 $ aus dem Oktober 2025.
Strukturelle Rückenwinde – und ein Gegenwind
Saylor stützte seine Argumentation nicht allein auf die Kursentwicklung. Er führte mehrere strukturelle Verschiebungen an, die seiner Ansicht nach die Nachfrage nach Bitcoin befeuern:
- Bitcoin-Hinterlegungskredite von Banken, die Inhabern ermöglichen, Kredite gegen ihre Münzen aufzunehmen, statt sie zu verkaufen.
- Tokenisierte Wertpapiere, die zunehmende Praxis, traditionelle Assets auf Blockchains abzubilden.
- Digitale Kreditemission, ein Bereich, in dem Strategy selbst aktiv ist.
- Ein günstiges regulatorisches Umfeld für digitale Assets.
Nicht jeder Faktor zeigt nach oben. Saylor räumte ein, dass eine restriktive Geldpolitik ein Gegenwind bleibt, da knapperes Geld die Begeisterung für Risikopapiere aller Art dämpft.
Die Zahlen und Strategys Einsatz
Saylor verband seinen Optimismus mit konkreten Zielen. Er erklärte, Bitcoin könne innerhalb des nächsten Jahres 100.000 $ erreichen, und rechnet mit einer jährlichen Wachstumsrate von 20 % bis 30 % über die nächsten zwei Jahrzehnte.
Bei der Bewertung dieser Zahlen ist der Kontext entscheidend. Strategy hält rund 845.000 bis 848.250 BTC – etwa 4 % des Gesamtangebots an Bitcoin – einen Bestand im Wert von etwa 70 bis 76 Milliarden $. Das Unternehmen verfügt zudem über 5 Milliarden $ in Bargeld. Wenn Saylor sagt, Bitcoin steige weiter, beschreibt er damit faktisch den größten Einzelposten in der Bilanz seines Unternehmens.
Das macht ihn nicht falsch, bedeutet aber, dass die Einschätzung als Argument einer interessierten Partei und nicht als neutrale Marktanalyse zu lesen ist.
Ein Zyklus, den Saylor gut kennt
Die jüngste Bullenwelle erreichte im Oktober 2025 ihren Höhepunkt bei nahezu 126.000 $. Es folgte ein Rutsch, der Ende Juni 2026 knapp unter 60.000 $ endete und den Preis von Hoch zu Tief ungefähr halbierte. Strategy überstand den gesamten Rückgang mit unveränderten Beständen.
Strategy, früher als MicroStrategy bekannt, begann 2020 mit dem Aufkauf von Bitcoin und ist seither zum größten unternehmerischen Halter des Assets gewachsen. Das Unternehmen hat seine Identität darauf aufgebaut, Bitcoin in guten wie in schlechten Märkten anzuhäufen, was jede Zyklen-Einschätzung Saylors zu einer Art Test für die eigene Strategie macht. Was sich seit früheren Zyklen geändert hat, so die von Saylor genannten Rückenwinde, ist die Infrastruktur rund um das Asset: Von Bankkrediten bis zur Tokenisierung ist der Markt zunehmend mit der traditionellen Finanzwelt verdrahtet statt außerhalb davon zu stehen.
Worauf zu achten ist
Drei Variablen werden darüber entscheiden, ob Saylors These Bestand hat.
Die erste ist die 200-Wochen-Durchschnittslinie selbst. Sein Argument stützt sich stark darauf, dass sich Bitcoin von dieser Linie erholt hat; ein deutlicher erneuter Bruch darunter würde die These in ihrem Fundament erschüttern.
Die zweite ist die Lücke zwischen dem aktuellen Kurs und dem früheren Höchststand. Bei rund 34 % unter dem Hoch von Oktober 2025 hat Bitcoin noch erheblichen Boden gutzumachen, bevor man von einem vollständigen Comeback sprechen kann. Saylors Ziel von 100.000 $ liegt über der Handelsspanne von Ende Oktober, aber deutlich unter dem alten Rekord – selbst wenn seine Einschätzung zutrifft, bedeutet das also innerhalb seines Ein-Jahres-Zeitraums eine Erholung, nicht eine neue Grenze.
Die dritte ist die Variable, die Saylor selbst als Herausforderung benannte: die Geldpolitik. Restriktive Bedingungen können Assets ohne Rendite belasten, und Bitcoin hat in der Vergangenheit gezeigt, dass es empfindlich auf Änderungen des allgemeinen Zinsumfelds reagiert.
Für Strategy-Aktionäre sind die Einsätze direkter. Mit rund 845.000 oder mehr Münzen in den Büchern bleibt das Schicksal des Unternehmens eng daran gebunden, ob Saylors jüngste Zyklen-Einschätzung aufgeht.