NachrichtenKryptoGate-Europe-CEO warnt: MiCA-lizenzierte Kryptofirmen könnten an steigenden Compliance-Kosten scheitern

Gate-Europe-CEO warnt: MiCA-lizenzierte Kryptofirmen könnten an steigenden Compliance-Kosten scheitern

Autor: BitcoinKE·

Wichtige Erkenntnisse

  • Giovanni Cunti sagte, einige MiCA-lizenzierte Kryptofirmen könnten möglicherweise nicht in der Lage sein, die langfristigen Kosten und Ressourcen zu tragen, die für den Betrieb erforderlich sind.
  • MiCA verlangt von Kryptobörsen, Verwahrern, Wallet-Anbietern und Stablecoin-Emittenten, einheitliche EU-Standards zu erfüllen, bevor sie Kunden in der gesamten Union bedienen dürfen.
  • Berichten zufolge haben bislang etwa 200 von 1.200 Kryptofirmen Lizenzen nach MiCA erhalten.
  • Kleinere Börsen und Startups stehen stärker unter Druck, weil ihnen möglicherweise die Größe fehlt, um wiederkehrende Compliance-Ausgaben aufzufangen.
  • Cunti warnte, dass einige Projekte Rechtsräume wie das Vereinigte Königreich, die Schweiz, die Vereinigten Arabischen Emirate und Singapur in Betracht ziehen könnten.
Gate-Europe-CEO warnt: MiCA-lizenzierte Kryptofirmen könnten an steigenden Compliance-Kosten scheitern

Kryptofirmen, die Lizenzen im Rahmen der Verordnung über Märkte für Kryptowerte (Markets in Crypto-Assets, MiCA) der Europäischen Union erhalten haben, könnten dennoch vor einer ungewissen Zukunft stehen, da die Kosten für die Aufrechterhaltung der Compliance weiter steigen, sagte Giovanni Cunti, CEO von Gate Europe.

In einem Podcast erklärte Cunti, strengere regulatorische Anforderungen hätten es neuen Marktteilnehmern zunehmend erschwert, im EU-Markt zu konkurrieren. Einige lizenzierte Unternehmen könnten letztlich nicht in der Lage sein, die laufenden Betriebskosten zu tragen, die durch das MiCA-Rahmenwerk entstehen.

"I think there are going to be quite a few more of the ones that acquire MiCA license that will not be capable to sustain the cost and the resources that are needed to carry on this business in the long term," Cunti said.

Seine Warnung macht deutlich, dass die regulatorische Genehmigung nur der Ausgangspunkt ist. Anhaltende Ausgaben für Rechtsteams, Compliance-Mitarbeiter, Cybersicherheit, Berichtssysteme und Kapitalanforderungen setzen die Profitabilität der Unternehmen erheblich unter Druck.

MiCA, das für Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen am 30. Dezember 2024 vollständig in Kraft trat, hat den europäischen Kryptowährungsmarkt neu geordnet, indem Unternehmen einheitliche Standards erfüllen müssen, bevor sie Kunden in der gesamten Union bedienen können. Die Regulierung, die gemeinsam von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) und der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) überwacht wird, umfasst Börsen, Verwahrer, Wallet-Anbieter und Stablecoin-Emittenten. Während das Rahmenwerk Rechtssicherheit und Zugang zum EU-Binnenmarkt mit mehr als 400 Millionen Verbrauchern bietet, hat es auch die Geschäftskosten erhöht — insbesondere für kleinere Börsen und Startups, denen die Größe fehlt, um wiederkehrende Compliance-Ausgaben aufzufangen.

Berichten zufolge haben bislang etwa 200 von 1.200 Unternehmen Lizenzen nach den MiCA-Kryptovorschriften erhalten.

Die Äußerungen erfolgten wenige Wochen, nachdem die vollständige MiCA-Lizenzierungsfrist wirksam wurde, wodurch nur ein Bruchteil der zuvor aktiven Kryptofirmen zum Betrieb in der gesamten EU berechtigt blieb. Viele andere waren gezwungen, den Markt zu verlassen oder ihre Dienste vollständig auszusetzen. Nach den Übergangsbestimmungen erhielten Unternehmen, die bereits unter nationalen Regelungen tätig waren, eine Nachfrist, um während des Antrags auf vollständige Zulassung weiterzuarbeiten. Mehrere entschieden sich jedoch dafür, ihre EU-Aktivitäten abzuwickeln, anstatt in Compliance zu investieren.

Größere, gut kapitalisierte Börsen dürften profitieren, da sich der Markt um Akteure konsolidiert, die die langfristigen Compliance-Kosten tragen können. Die Muttergesellschaft von Gate Europe, Gate.io, zählt gemessen am Handelsvolumen zu den größeren Kryptowährungsbörsen weltweit und gehört damit zu den Unternehmen mit den Ressourcen, um sich in der neuen regulatorischen Landschaft zurechtzufinden.

Cunti warnte außerdem, dass das regulatorische Umfeld Projekte aus Europa wegdrängen könnte. "We may need to be prepared that some projects, possibly some important projects, may be looking at other jurisdictions with different guidelines," he said. Konkurrierende Rechtsräume, darunter das Vereinigte Königreich, die Schweiz, die Vereinigten Arabischen Emirate und Singapur, haben jeweils eigene Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte entwickelt und bieten damit alternative Wege für Unternehmen, die außerhalb des EU-Regimes tätig sein wollen.

Die vollständigen Auswirkungen von MiCA auf die europäische Kryptolandschaft bleiben abzuwarten, während lizenzierte Unternehmen die anhaltenden finanziellen und operativen Anforderungen der Compliance bewältigen.