Maya Protocol stoppt Netzwerk nach Exploit mit sechs Bugs – 1,4 Millionen Dollar in Bitcoin erbeutet
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Exploit nutzte sechs eigenständige, nacheinander verkettete Bugs statt einer einzelnen Schwachstelle.
- •Etwa 1,4 Millionen Dollar in Bitcoin und anderen gepoolten Vermögenswerten wurden aus Maya Protocol abgezogen.
- •Das Protokoll stoppte sein Netzwerk nach Erkennen des Angriffs in einer Notabschaltung.
- •Maya startete 2023 als Community-getriebener Fork von THORChain.
- •Nutzer können während der laufenden Untersuchung keine normalen Einzahlungen, Swaps oder Abhebungen vornehmen.

Maya Protocol, ein Cross-Chain-Liquiditätsnetzwerk, das Vermögenswerte über Blockchains hinweg bündelt und bewegt, hat den Betrieb eingestellt, nachdem Angreifer sechs einzelne Bugs miteinander verketteten, um rund 1,4 Millionen Dollar in Bitcoin und anderen gepoolten Vermögenswerten abzuziehen. Das Team leitete eine Notabschaltung des Netzwerks ein, um den Schaden zu begrenzen, während es den Vorfall untersucht.
Der Angriff war kein einzelner Fehler. Erstmals von Decrypt beschrieben, kombinierte der Exploit sechs eigenständige Schwachstellen zu einem einzigen Angriffspfad, was bedeutet, dass der Angreifer mehrere Schwachstellen nacheinander verketten musste, um an die Gelder zu gelangen. Eine Bug-Kette ist in einer routinemäßigen Prüfung schwerer zu erkennen als eine isolierte Schwachstelle, weil jeder einzelne Fehler bis zu seiner Verknüpfung mit dem nächsten als geringriskant erscheinen kann.
Maya selbst startete 2023 als Community-getriebener Fork von THORChain, einem bereits länger laufenden Cross-Chain-Liquiditätsnetzwerk, sodass der Vorfall eine Codebasis betrifft, deren Linie seit Jahren im Einsatz ist, und keinen völlig neuen Entwurf.
Wie der Exploit ablief
Maya Protocol stoppte sein Netzwerk, nachdem ein Angreifer dessen Liquiditätspools ausgenutzt hatte. Sobald der Abfluss erkannt wurde, ging das Team zu einer vollständigen Abschaltung über und unterband weitere Transaktionen über die Chain hinweg.
Berichte von CoinDesk beschrieben, wie der Exploit Bitcoin neben anderen Vermögenswerten abzog, wobei der Poolwert im Verlauf des Angriffs um rund 11 Millionen Dollar sank. Der Zeitrahmen war gestrafft: Der Exploit wurde entdeckt, der Verlust bestätigt und das Protokoll umgehend angehalten, nicht erst nach Tagen.
Warum der Hack für die Cross-Chain-Sicherheit von Bedeutung ist
Eine netzwerkweite Abschaltung ist ein grobes Instrument, und ihr Einsatz signalisiert, dass das Team die Bedrohung als so schwerwiegend einschätzte, dass es die gesamte Aktivität einfror, statt eine lokale Behebung vorzunehmen. Für Nutzer bedeutet das, dass Gelder und Zugriff während der Untersuchung faktisch gesperrt sind – ohne normale Einzahlungen, Swaps oder Abhebungen, bis das Netzwerk den Betrieb wieder aufnimmt.
Die Entscheidung, den Diebstahl in Bitcoin zu beziffern, verschärft die Wirkung. Maya und ähnliche Cross-Chain-Liquiditätssysteme verwahren echte Vermögenswerte über mehrere Chains hinweg – in Pools gehaltenes Bitcoin untermauert Aktivitäten an anderer Stelle –, daher verwandelt sich ein Einbruch in der Koordinationsschicht unmittelbar in reale Verluste statt in einen Rückgang des Papierwerts von Token.
Lehren für die Sicherheit von DeFi-Protokollen
Die Struktur aus sechs Bugs ist die zentrale Lehre. Sie wiederholt ein Muster, das sich auch andernorts in Bitcoin-naher Infrastruktur zeigte, wo eine Bitcoin-Bridge heruntergefahren wurde, nachdem Bugs in ihrem Code aufgetaucht waren – ein Beleg dafür, dass die Cross-Chain-Infrastruktur weiterhin ein wertvolles Ziel bleibt. Die Bilanz bestätigt das: THORChain – das Protokoll, von dem Maya abstammt – wurde im Juli 2021 innerhalb von zwei Wochen zweimal ausgeraubt, und einige der größten Diebstähle der Kryptogeschichte, vom rund 600 Millionen Dollar umfassenden Hack der Ronin-Network-Bridge bis zum 325-Millionen-Dollar-Exploit von Wormhole im Jahr 2022, richteten sich sämtlich gegen die Infrastruktur, die Vermögenswerte zwischen Chains bewegt.
Mehrstufige Ausfälle belohnen genau die Art adversarialen Testens, die heute Anstrengungen vorantreibt, zentrale Bitcoin-Projekte mit KI-Red-Teams zu prüfen, die gezielt nach solchen verketteten Exploit-Pfaden suchen. Der Sicherheitsaspekt überschneidet sich zudem mit einem breiteren Vorstoß zur Automatisierung der Schwachstellensuche – von groß angelegten KI-Sicherheitsaudits über Hunderte von Projekten bis hin zu Teams, die Modelle direkt auf Protokollcode anwenden.
Was Sicherheitsforscher und Anleger als Nächstes beobachten werden, ist, ob Maya die vollständige Exploit-Kette nachverfolgen, die abgeflossenen Vermögenswerte wiederbeschaffen oder entschädigen und das Netzwerk neu starten kann, ohne einen der sechs Fehler erneut zu öffnen. Bis diese Fragen beantwortet sind, bleibt das Netzwerk eingefroren und der normale Betrieb ausgesetzt.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine finanzielle oder Anlageberatung dar. Märkte für Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte bergen erhebliche Risiken. Führen Sie vor Entscheidungen stets eigene Recherchen durch.