NachrichtenKryptoSingapur verschärft Stablecoin-Regeln, MAS legt neue Standards für Krypto-Emittenten vor

Singapur verschärft Stablecoin-Regeln, MAS legt neue Standards für Krypto-Emittenten vor

Autor: Crypto Ninjas·

Wichtige Erkenntnisse

  • MAS hat am 3. September 2026 eine Konsultation zur Umsetzung des Stablecoin-Rahmens über Änderungen des Payment Services Act eingeleitet und damit die 2023 skizzierten Grundsätze in Richtung verbindlicher Gesetzgebung vorangetrieben.
  • Der Rahmen zielt auf Single-Currency-Stablecoins ab, die an den Singapur-Dollar oder G10-Währungen gekoppelt sind; Emittenten müssen geeignete Reserven vorhalten sowie Kapital-, Solvenz- und Rücknahmeanforderungen erfüllen.
  • Emittenten müssen Offenlegungen und einen Rücknahmemechanismus zum vorgesehenen Kurs bereitstellen; Token, die die MAS-Standards nicht erfüllen, dürfen die Stablecoin-Bezeichnung nicht tragen und bleiben als digitale Zahlungstoken reguliert.
  • Die Konsultation bezieht sich auch auf grenzüberschreitende und im Ausland ausgegebene Stablecoins sowie auf die Frage, ob Emittenten Zinsen oder Belohnungen an Nutzer zahlen dürfen.
  • Rückmeldungen von Branche und Stakeholdern sind bis zum 16. Oktober 2026 möglich; danach dürfte MAS die Gesetzesänderungen finalisieren.
Singapur verschärft Stablecoin-Regeln, MAS legt neue Standards für Krypto-Emittenten vor

Die Monetary Authority of Singapore (MAS) bittet um Rückmeldungen zu vorgeschlagenen Gesetzesänderungen, mit denen ihr Stablecoin-Regulierungsrahmen unter dem Payment Services Act eingeführt werden soll. Die am 3. September 2026 angekündigte Konsultation umfasst geplante Änderungen am Kryptowährungsrecht Singapurs und markiert eine neue Phase der Bemühungen des Landes, eine umfassende Stablecoin-Politik umzusetzen. Singapur hat sich als früher Vorreiter bei der Regulierung digitaler Vermögenswerte positioniert, nachdem der Stablecoin-Rahmen erstmals 2023 grundsätzlich skizziert wurde; mit dieser Konsultation rückt die Politik nun in Richtung verbindlicher Gesetzgebung.

Die Entwürfe enthalten eine klarere Definition des Status qualifizierender Stablecoins sowie stärkere Anlegerschutzmaßnahmen für Verbraucher. Sie würden die Kriterien für die Ausgabe eines Stablecoins festlegen, der als MAS-reguliert gilt, sowie Anforderungen an die Plattformen, die diese Token ausgeben, um deren Stabilität zu gewährleisten.

Fokus auf Single-Currency-Stablecoins

Der Rahmen legt den Schwerpunkt auf "single-currency stablecoins (SCS)" in Singapur, die geschaffen und an den Singapur-Dollar oder eine der G10-Währungen gekoppelt sind. Emittenten, die die Anforderungen erfüllen, würden ihre Token als von MAS regulierte Stablecoins eingestuft bekommen.

Der vorgeschlagene Rahmen enthält außerdem Anforderungen, die auf die Sicherung des Werts dieser Token abzielen. Stablecoin-Emittenten müssten sicherstellen, dass ihre Reservevermögenswerte geeignet sind und dass ihre Kapital-, Solvenz- und Rücknahmeanforderungen erfüllt werden. Mit diesem Schwerpunkt soll der Rahmen diesen Vermögenswerten mehr Stabilität verleihen und den Schutz des von Stablecoins gebotenen Werts stärker in den Mittelpunkt stellen, statt sich ausschließlich auf das Marktvertrauen zu stützen. Anforderungen dieser Art – einschließlich Reservequalität, Kapital und Rücknahme zum Nennwert – spiegeln den ähnlichen breiten Ansatz wider, den andere Jurisdiktionen bei der Finalisierung von Stablecoin-Regimen verfolgen, etwa die MiCA-Regeln der Europäischen Union und Stablecoin-Gesetze in den Vereinigten Staaten.

Stärkerer Schutz für Stablecoin-Inhaber

MAS empfiehlt zudem Änderungen, um Nutzer bei Transaktionen mit regulierten Stablecoins besser zu informieren. Emittenten müssten Offenlegungen vornehmen, damit Nutzer besser über die Verwendung des Stablecoins und die dahinterstehenden Vereinbarungen informiert sind. Die Vorschläge würden außerdem vorschreiben, dass ein Emittent einen Mechanismus zur Rücknahme seiner Stablecoins zum vorgesehenen Kurs bereitstellt.

Diese Maßnahmen sollen einige der wichtigsten Risiken im Zusammenhang mit Stablecoins mindern, darunter Situationen, in denen das Vertrauen in die Reserven eines Tokens oder das Vertrauen in einen Token insgesamt infrage steht. Offenlegung der Reserven und Rücknahmerechte waren in früheren Stablecoin-Zusammenbrüchen zentrale Themen, bei denen der Vertrauensverlust in die Reserven der Emittenten zu Marktstörungen beitrug.

Stablecoins, die die von MAS festgelegten Standards nicht erfüllen, wären nicht berechtigt, die Stablecoin-Bezeichnung zu führen. Sie würden jedoch weiterhin der geltenden regulatorischen Behandlung für digitale Zahlungstoken unterliegen.

MAS prüft grenzüberschreitende Stablecoins

Die Konsultation befasst sich auch mit Aspekten, die über direkt in Singapur ausgegebene Stablecoins hinausgehen. MAS bittet um Stellungnahmen zur Emission von Stablecoins in zwei Rechtsräumen sowie dazu, wie mit bestimmten im Ausland ausgegebenen Stablecoins umzugehen ist, was die Beziehung zwischen ausländischen Stablecoin-Emittenten und Singapurs Regulierungsrahmen beeinflussen könnte. Eine weitere Frage ist, ob Stablecoin-Emittenten ihren Nutzern Zinsen oder Belohnungen anbieten dürfen – ein Thema, das besonders relevant geworden ist, da Stablecoins zunehmend über ihre grundlegende Rolle als Krypto-Handelsinstrumente hinausgehen und in Zahlungen sowie tokenisierten Finanzprodukten eingesetzt werden.

MAS nimmt bis zum 16. Oktober 2026 Stellungnahmen von der Branche und anderen Stakeholdern zu den vorgeschlagenen Änderungen und den damit verbundenen politischen Anpassungen entgegen. Nach der Konsultation wird MAS voraussichtlich die Gesetzesänderungen finalisieren, bevor der Rahmen in Kraft tritt. Details der Konsultation sind auf der MAS-Website verfügbar.