Hacker nutzen macOS-Bildschirmfreigabe-Sicherheitslücke, um heimlich Monero zu schürfen
Wichtige Erkenntnisse
- •NCSC-NL bestätigte am 13. August, dass Angreifer CVE-2026-65400 in macOS Screen Sharing aktiv ausnutzen.
- •Die Schwachstelle erlaubt es einem netzwerkbasierten Angreifer, die Authentifizierung zu umgehen, Root-Zugriff zu erlangen und einen Monero-Miner zu installieren.
- •Apple veröffentlichte am 6. August Notfallkorrekturen für macOS Tahoe 26.6.1, Sequoia 15.7.9 und Sonoma 14.8.9.
- •Forscher von Huntress sagten, dass das Ändern von Passwörtern oder das Entfernen von Konten die zugrunde liegende Schwachstelle nicht blockiert und dass ein Patch oder das Deaktivieren von Screen Sharing erforderlich ist.
- •Huntress fand Zehntausende potenziell verwundbare internet-exponierte Hosts, die mit gehosteten Bare-Metal-Mac-Diensten verbunden sind.

Hacker nutzen eine neu behobene Schwachstelle in Apples macOS-Funktion für die Bildschirmfreigabe aus, um die Kontrolle über verwundbare Computer zu übernehmen und heimlich Monero zu schürfen, wie das National Cyber Security Centre der Niederlande (NCSC-NL) mitteilte. Die Behörde bestätigte am 13. August, dass Angreifer die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-65400 aktiv ausnutzen.
Die Schwachstelle ermöglicht es Angreifern, die Authentifizierung in macOS Screen Sharing zu umgehen und Zugriff auf hoher Ebene auf betroffene Macs zu erlangen, den sie anschließend zur Installation von Kryptowährungs-Mining-Malware nutzen können. Der Angriff ist eine Form von Cryptojacking: Statt Kryptowährungen aus einer Wallet oder von einer Börse zu stehlen, kapern Kriminelle die Rechenleistung anderer und nutzen sie zur Erzeugung von Krypto. Da das Mining im Hintergrund läuft, fällt es oft nur durch seine Nebenwirkungen auf und nicht durch ein offensichtliches Eindringen.
Apple veröffentlichte am 6. August ein Notfall-Sicherheitsupdate, doch Macs, die nicht gepatcht wurden – insbesondere solche, deren Bildschirmfreigabe direkt dem Internet ausgesetzt ist – bleiben gefährdet.
Wie der Angriff funktioniert
Die Schwachstelle betrifft screensharingd, die macOS-Komponente, die für die integrierte Fernzugriffsfunktion des Betriebssystems verantwortlich ist. Der Fehler ermöglicht es einem netzwerkbasierten Angreifer, die normalen Authentifizierungsprüfungen von Screen Sharing ohne gültige Zugangsdaten zu umgehen. Sobald Zugriff erlangt wurde, können Angreifer Root-Kontrolle über den Mac erhalten und zusätzliche Software installieren. NCSC-NL stellte fest, dass jede beobachtete Kompromittierung mit Mining einherging, diese Zugriffsebene jedoch nicht darauf beschränkt ist.
NCSC-NL sagte, dass bei jeder beobachteten Kompromittierung Angreifer einen Monero-Miner auf dem betroffenen Gerät installierten.
Sicherheitsforscher von Huntress fanden zudem heraus, dass übliche Maßnahmen zur Absicherung von Screen Sharing, etwa das Ändern des Passworts oder das Entfernen autorisierter Konten, die Ausnutzung der zugrunde liegenden Schwachstelle nicht verhindern. Um den Angriffspfad zu schließen, muss das Betriebssystem gepatcht oder Screen Sharing vollständig deaktiviert werden.
Huntress merkte an, dass sich das Risiko durch die zunehmende Verbreitung gehosteter Bare-Metal-Mac-Dienste, etwa cloudbasierter Mac minis, noch verstärkt, da diese häufig mit standardmäßig aktivierter Bildschirmfreigabe ausgeliefert werden. Eine Suche auf der Internet-Scan-Plattform Censys ergab laut Huntress Zehntausende potenziell verwundbare Hosts bei solchen Anbietern. Mining-Kampagnen dieser Art wurden historisch deutlich häufiger auf Windows- und Linux-Systemen dokumentiert, sodass eine aus der Ferne ausnutzbare macOS-Schwachstelle in Verbindung mit einer großen Zahl internet-exponierter Hosts aus dem üblichen Muster heraussticht.
Apples Korrekturen betreffen macOS Tahoe 26.6.1, macOS Sequoia 15.7.9 und macOS Sonoma 14.8.9.
Warum Monero?
Monero (XMR) kann mit allgemeinen Computerprozessoren geschürft werden. XMR verwendet einen Proof-of-Work-Algorithmus namens RandomX, der für allgemeine CPUs ausgelegt ist und nicht für die spezielle Mining-Hardware, die üblicherweise für Bitcoin und einige andere Kryptowährungen verwendet wird.
Für Angreifer kann dies die Kosten eines Mining-Betriebs senken. Statt eigene Hardware zu kaufen und zu betreiben, können sie die Rechenleistung und den Strom ihrer Opfer nutzen, um Monero zu schürfen.
Monero verfügt außerdem über Datenschutzfunktionen, die die Identitäten der an Transaktionen beteiligten Parteien verschleiern sollen, wodurch sich manche Transaktionen schwerer nachverfolgen lassen. Diese Funktionen haben in einigen Rechtsräumen eine stärkere regulatorische Prüfung ausgelöst, insbesondere im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche.
Warum das wichtig ist
Angreifer können die Macs und den Strom ihrer Opfer zum Schürfen von Krypto nutzen und die Kosten des Mining-Betriebs auf das Opfer verlagern. Die zusätzliche CPU-Nutzung kann außerdem den betroffenen Computer verlangsamen und den Energieverbrauch erhöhen.
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