Lummis warnt: Verzögerung des CLARITY Act könnte Krypto-Marktstrukturgesetz auf 2030 verschieben
Wichtige Erkenntnisse
- •Senatorin Cynthia Lummis erklärte, der CLARITY Act müsse im aktuellen Kongress verabschiedet werden, sonst käme die nächste realistische Chance für Marktstrukturgesetzgebung erst 2030.
- •Der Bankenausschuss des Senats genehmigte den Digital Asset Market Structure CLARITY Act im Mai 2026 mit 15 zu 9 Stimmen.
- •Der Gesetzentwurf soll klarere rechtliche Klassifizierungen für digitale Assets schaffen und die Regulierungszuständigkeit zwischen Bundesbehörden aufteilen.
- •Lummis veröffentlichte im Juli einen aktualisierten Text des CLARITY Act und bezeichnete die kommenden Wochen als letzte realistische Gelegenheit seit Jahren, die Gesetzgebung abzuschließen.
- •Sie argumentierte, ein Scheitern des Gesetzentwurfs würde Arbeitsplätze, Investitionen und Steuereinnahmen kosten, ohne konkrete Schätzungen zu nennen.

„Wenn der Clarity Act diesen Kongress nicht passiert, ist die nächste echte Gelegenheit, Marktstrukturgesetzgebung wieder aufzugreifen, das Jahr 2030“, sagte Senatorin Cynthia Lummis in einem Beitrag auf X, laut Cointelegraph.
Die Republikanerin aus Wyoming gehört zu den führenden Kongressbefürwortern eines bundesweiten Regulierungsrahmens für digitale Assets, und ihre jüngste Warnung unterstreicht, welchen Wert sie auf den Abschluss der Gesetzgebung in der laufenden Kongresssitzung legt. Ihr Verweis auf das Jahr 2030 spiegelt die Arbeitsweise des Kongresskalenders wider: Gesetzesvorlagen, die vor dem Ende eines Kongresses nicht Gesetz werden, verfallen, und ein gescheiterter Vorstoß müsste in einer späteren Sitzungsperiode neu eingebracht und durch den Ausschussprozess gebracht werden – mit einer Präsidentschaftswahl dazwischen, die die Prioritäten im Kongress neu ordnet.
CLARITY Act vor entscheidendem Zeitfenster
Der CLARITY Act soll einen klareren Regulierungsrahmen für digitale Assets in den Vereinigten Staaten schaffen, einschließlich Regeln, die den Rechtsstatus digitaler Assets definieren und die Aufsichtsverantwortung zwischen den Bundesregulierern aufteilen. Für die Kryptobranche ist die Frage, welche Behörde wozu zuständig ist, seit langem eine Reibungsfläche, da Strafverfolgungsmaßnahmen und umstrittene Token-Klassifizierungen vor Gerichten ausgetragen wurden, während kein umfassendes Gesetz die Grenzen festlegte.
Die Gesetzgebung hat den Ausschussprozess im Repräsentantenhaus und im Senat bereits durchlaufen. Im Mai 2026 genehmigte der Bankenausschuss des Senats den Digital Asset Market Structure CLARITY Act mit einer Stimmenzahl von 15 zu 9, so der Ausschuss.
Lummis hat sich weiterhin für das Fortkommen des Gesetzentwurfs eingesetzt. Im Juli veröffentlichte sie einen aktualisierten Text des CLARITY Act und erklärte, die kommenden Wochen könnten die letzte realistische Gelegenheit seit Jahren sein, die Gesetzgebung abzuschließen. Ihre jüngste Aussage legt nun ein konkretes Jahr für die mögliche Verzögerung fest: 2030.
Marktstrukturregeln im Zentrum der Debatte
Die Gesetzgebung adressiert eine Kernfrage der US-Kryptoregulierung: Wie sollten digitale Assets klassifiziert werden und welche Bundesbehörde soll welche Teile des Marktes beaufsichtigen.
Die vom Bankenausschuss des Senats entwickelten Grundsätze, die Lummis und andere Abgeordnete erarbeitet haben, fordern klarere gesetzliche Abgrenzungen zwischen digitalen Wertpapieren und Warengeschäften (Commodities) sowie eine definierte Zuständigkeitsverteilung zwischen den Regulierern. Diese Bestimmungen sollen Unsicherheit durch Regeln ersetzen, die unmittelbar durch Gesetzgebung geschaffen werden. Die Trennung zwischen Wertpapieren und Commodities hat praktische Bedeutung, denn sie bestimmt, welches Regime – und welcher Durchsetzungsapparat – für Token-Angebote, Handelsplattformen und die Verwahrung gilt.
Die breiter angelegte Marktstrukturinitiative hat Verhandlungen zwischen Abgeordneten, Regulierern, Finanzinstituten und Teilnehmern der Digital-Asset-Branche umfasst. Der aktuelle CLARITY-Act-Prozess stellt damit die jüngste Etappe eines Gesetzgebungsvorhabens dar, das sich seit mehreren Jahren entwickelt.
Lummis verknüpft Verzögerung mit wirtschaftlichen Kosten
In ihrem X-Beitrag argumentierte Lummis außerdem, dass ein Scheitern der Gesetzgebung bedeuten würde, auf Jahre potenzieller Arbeitsplätze, Investitionen und Steuereinnahmen zu verzichten. Diese Einschätzung der wirtschaftlichen Folgen einer Verzögerung ist Lummis' eigene und kein quantifizierter Regierungsprognose; sie nannte in ihrer Aussage keine konkreten Schätzungen, wie viele Arbeitsplätze oder wie viel Investitionen bzw. Steuereinnahmen betroffen wären.
Die Warnung der Senatorin kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Abgeordneten weiterhin an einem Rahmen arbeiten, der klarere Regeln für digitale-Asset-Märkte schaffen soll. Lummis hat zuvor erklärt, die Vereinigten Staaten brauchten eine umfassende Gesetzgebung, um regulatorische Unsicherheit zu verringern und ihre Position in der Finanzinnovation zu behaupten. Dieses Argument wird häufig im Vergleich zu anderen Rechtsräumen formuliert, etwa der EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets, die bereits früher umfassende Kryptoregeln eingeführt haben und den Unternehmen dort einen definierten Compliance-Rahmen bieten, während die US-Regeln weiterhin ungeklärt sind.
Vorläufig lautet die unmittelbare Frage, ob der CLARITY Act im aktuellen Kongress vorankommen kann. Falls nicht, sagt Lummis, würde die nächste echte Gelegenheit zur Wiederbelebung der Marktstrukturgesetzgebung im Jahr 2030 kommen.