Raubkopien von „The Odyssey“ verbreiten Lumma-Stealer-Malware, die Krypto-Wallets ins Visier nimmt
Wichtige Erkenntnisse
- •Angreifer tarnen Lumma Stealer als gefälschte Videodateien in Verbindung mit Raubkopien von „The Odyssey“.
- •Die Malware kann Wallet-Zugangsdaten, Browser-Passwörter, Zahlungskartendaten und Authentifizierungs-Cookies von infizierten Geräten sammeln.
- •Bitdefender warnte, dass gestohlene Sitzungs-Cookies es Angreifern ermöglichen könnten, die Multi-Faktor-Authentifizierung zu umgehen.
- •Für Kryptowährungs-Nutzer kann Lumma Stealer private Schlüssel und Seed-Phrasen extrahieren, was Angreifern die Kontrolle über die Gelder verschaffen könnte.
- •Microsoft und das US-Justizministerium beschlagnahmten bereits im Mai 2025 rund 2.300 Domains, die mit Lummas Infrastruktur verbunden waren.

Eine neue Malware-Kampagne verbreitet Lumma Stealer, einen gefährlichen Infostealer, der Kryptowährungs-Wallets und andere sensible Daten ins Visier nimmt, über Raubkopien des Films „The Odyssey“. Laut einem Bericht von Decrypt, der sich auf das Cybersicherheitsunternehmen Bitdefender beruft, tarnen Angreifer ausführbare Dateien als Videodateien im Format „HD WEBRip“ oder „Blu-ray“, um Nutzer zum Ausführen auf ihren Windows-Geräten zu verleiten. Der Film – Regisseur Christopher Nolans Adaption von Homers Epos, die im Juli 2025 von Universal Pictures in die Kinos kam – gehörte zu den am meisten erwarteten Veröffentlichungen des Jahres, und die Taktik verwandelt die Nachfrage nach unbefugten Kopien eines populären Films in einen Kanal für den Diebstahl sensibler Daten.
So funktioniert der Angriff
Sobald ein Nutzer eine dieser gefälschten Videodateien herunterlädt und ausführt, wird die Lumma-Stealer-Malware auf dem System installiert. Der Infostealer ist darauf ausgelegt, eine breite Palette vertraulicher Informationen von infizierten Rechnern zu erbeuten, darunter Zugangsdaten für Kryptowährungs-Wallets, Browser-Passwörter, Zahlungskartendaten und Authentifizierungs-Cookies. Da gestohlene Sitzungs-Cookies den Zugriff auf nahezu jedes angemeldete Konto ermöglichen können, reicht die Gefährdung weit über Kryptobestände hinaus und betrifft auch alltägliche Webdienste. Lumma, auch als LummaC2 bekannt, wird als Malware-as-a-Service vertrieben; der Betreiber vermietet den Stealer über kostenpflichtige Abonnements an Affiliates, die in Untergrund-Foren und Telegram-Kanälen beworben werden – ein Vertriebsmodell, das ihn zu einem der am häufigsten gemeldeten Infostealer gemacht hat, die Windows-Nutzer ins Visier nehmen. Bitdefender warnt, dass bei kompromittierten Authentifizierungs-Cookies selbst Konten mit Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) gefährdet sein können, da die Malware diese Sicherheitsstufe durch das Stehlen von Sitzungs-Token umgehen kann.
Warum die Kampagne für Krypto-Nutzer relevant ist
Für Inhaber von Kryptowährungen ist die Bedrohung besonders schwerwiegend. Lumma Stealer kann private Schlüssel und Seed-Phrasen aus verbreiteten Wallet-Anwendungen extrahieren und verschafft Angreifern damit die volle Kontrolle über die Gelder der Opfer. Anders als Phishing-Angriffe, die eine Interaktion des Nutzers erfordern, arbeitet die Malware lautlos im Hintergrund und bleibt oft von Antivirensoftware unentdeckt. Der Einsatz von Raubkopien als Köder ist eine bekannte Taktik, doch die Raffinesse dieser Kampagne verdeutlicht den sich stetig weiterentwickelnden Charakter moderner Cyberbedrohungen. Die Malware hat bereits eine groß angelegte Gegenmaßnahme hervorgerufen: Im Mai 2025 kündigten Microsoft und das US-Justizministerium eine koordinierte Aktion an, bei der rund 2.300 Domains im Zusammenhang mit Lummas Command-and-Control-Infrastruktur beschlagnahmt wurden, und Bitdefenders Erkenntnisse zeigen, dass der Stealer anschließend in neuen Kampagnen wie dieser auftauchte.
Das Risiko mindern
Um das Risiko zu verringern, sollten Nutzer darauf verzichten, Raubkopien aus inoffiziellen Quellen herunterzuladen. Entscheidend ist, legale Streaming-Dienste zu nutzen oder Inhalte bei autorisierten Anbietern zu erwerben. Darüber hinaus können eine aktuelle Antivirensoftware, aktivierter Echtzeitschutz und die Verwendung von Hardware-Wallets zur Aufbewahrung von Kryptowährungen eine zusätzliche Sicherheitsstufe bieten. Auch die regelmäßige Kontrolle der Kontoaktivität und das Einrichten von Whitelists für Auszahlungen können dazu beitragen, unbefugte Transaktionen zu verhindern.
Fazit
Diese Kampagne ist ein deutliches Mahnzeichen für die Gefahren, die mit Raubkopien einhergehen. Da Cyberkriminelle ihre Methoden weiter verfeinern, sind Wachsamkeit und robuste Sicherheitspraktiken entscheidend, um sowohl persönliche Daten als auch digitale Vermögenswerte zu schützen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Lumma Stealer? Lumma Stealer ist eine Form von Malware, die als Infostealer bekannt ist und darauf ausgelegt ist, sensible Informationen wie Passwörter, Cookies und Zugangsdaten für Kryptowährungs-Wallets von infizierten Geräten zu sammeln.
Wie verbreitet sich die Malware über „The Odyssey“-Dateien? Angreifer erstellen ausführbare Dateien, die als Videodateien getarnt und häufig als „HD WEBRip“- oder „Blu-ray“-Rips des Films bezeichnet werden. Wenn Nutzer diese Dateien auf einem Windows-Gerät herunterladen und ausführen, wird die Malware auf ihrem System installiert.
Kann Multi-Faktor-Authentifizierung vor Lumma Stealer schützen? MFA bietet zwar eine zusätzliche Sicherheitsstufe, doch Lumma Stealer kann Authentifizierungs-Cookies stehlen, was es Angreifern möglicherweise ermöglicht, die MFA zu umgehen und unbefugten Zugriff auf Konten zu erlangen.
Quelle: BitcoinWorld