NachrichtenKryptoLiquid Network stoppt Sidechain nach gemeldetem Bitcoin-Abzug in Höhe von 320 Millionen Dollar durch mutmaßliche White-Hat-Hacker

Liquid Network stoppt Sidechain nach gemeldetem Bitcoin-Abzug in Höhe von 320 Millionen Dollar durch mutmaßliche White-Hat-Hacker

Autor: CoinWy·

Wichtige Erkenntnisse

  • Liquid Network meldete, dass am 6. September 2026 rund 4.000 BTC (etwa 320 Millionen Dollar) aus seiner Federation-Wallet abgezogen wurden, was zu einer vorübergehenden Pause der Sidechain führte.
  • Blockchain-Aufzeichnungen zeigen, dass eine On-Chain-Transaktion am 7. September 2026 exakt 3.400 BTC an eine Adresse mit Federation-Bezug zurückführte; rund 596 BTC bleiben in den öffentlichen Aufzeichnungen nicht nachvollziehbar.
  • Die White-Hat-Bezeichnung stammt lediglich aus einer OP_RETURN-Nachricht der Akteure selbst und bleibt umstritten; Ledger-CTO Charles Guillemet wies darauf hin, dass das Vorgehen von der üblichen Responsible-Disclosure-Praxis abweicht.
  • Unbestätigten Berichten zufolge ermöglichte eine Schwachstelle in der Elements-Software die Erstellung unbefugter L-BTC, und eine vorhandene Fehlerbehebung war in der Federation nur teilweise eingesetzt – eine technische Nachanalyse wurde bislang nicht verifiziert.
  • Liquid gab an, dass Börsen informiert wurden, L-BTC-Ein- und -auszahlungen zu pausieren, und dass USDT, DePix und weitere auf Liquid ausgegebene Assets nicht betroffen seien.
Liquid Network stoppt Sidechain nach gemeldetem Bitcoin-Abzug in Höhe von 320 Millionen Dollar durch mutmaßliche White-Hat-Hacker

Liquid Network gibt an, seine Bitcoin-Sidechain vorübergehend pausiert zu haben, nachdem mutmaßliche „White-Hat“-Hacker rund 320 Millionen Dollar an Bitcoin aus der Federation-Wallet abgezogen hatten. Die Absichten der Akteure sind umstritten, und Blockchain-Aufzeichnungen zeigen bereits, dass ein großer Teil der Gelder zurück in Richtung einer Adresse mit Federation-Bezug fließt. Die am 6. September 2026 erstmals bekanntgegebene Pause ist nur teilweise verifiziert, und wesentliche Details zu ihrem Umfang, der Rückführung der Gelder und der Ursache sind weiterhin unbestätigt.

Liquid Network meldete eine Sidechain-Pause nach einem behaupteten Abzug, den das Unternehmen mit rund 320 Millionen Dollar in Bitcoin bewertete. Die „White-Hat“-Einordnung stammt von den Akteuren selbst und ist weiterhin unverifiziert und strittig. Der genaue Umfang der Pause und der Umfang der Rückführung sind weiterhin unbestätigt, auch wenn On-Chain-Daten eine teilweise Rückführung zeigen.

Was Liquid Network zur Pause mitteilte

Liquid Network erklärte am 6. September 2026, dass mutmaßliche White-Hat-Hacker laut der offiziellen Vorfallmeldung des Projekts rund 4.000 BTC aus der Federation-Wallet abgezogen hatten. Diese Zahl ist eine eigene Schätzung des Betreibers, keine unabhängig rekonstruierte Reserveabrechnung. Die Federation-Wallet ist die Verwahrungsstelle für das Bitcoin, das L-BTC, das repräsentative Asset der Sidechain, besichert: Liquid, aufgebaut auf Blockstreams Open-Source-Codebasis Elements, arbeitet als föderierte Sidechain, in der eine Gruppe von Funktionären – statt Miner – das gepegte Bitcoin und das Blocksignieren gemeinsam kontrolliert. Dieses Design macht die Sicherheit der Federation-Schlüssel und der sie schützenden Software zum Kern des Vertrauensmodells des Netzwerks.

Liquid bezifferte den Wert des Abzugs auf etwa 320 Millionen Dollar – eine Zahl, die das Unternehmen als geschätzte Vorfallsgröße bezeichnete, nicht als verifizierten Transferpreis zum Zeitpunkt der Transaktion für einen einzelnen Output.

Das Unternehmen teilte mit, dass Bridge-Nodes vorübergehend deaktiviert wurden und keine neuen Transaktionen eingereicht werden konnten, was die Sidechain zum Zeitpunkt der Ankündigung faktisch pausierte. Außerdem sei der Abzug über SideSwaps Peg-out Authorization Key gelaufen, während das Unternehmen betonte, dass dieser Schlüssel und die übrigen Schlüssel des Netzwerks nicht kompromittiert worden seien. SideSwap ist ein auf Liquid basierendes Wallet und eine Börse; der Verweis auf dessen Peg-out Authorization Key deutet darauf hin, dass der Abzug über eine mit dem Peg-out-Prozess verbundene Drittinfrastruktur lief und nicht über eine direkte Kompromittierung der Signierschlüssel der Federation – allerdings nur gemäß der eigenen Darstellung des Betreibers.

Liquid erklärte ferner, dass Börsen informiert worden seien und L-BTC-Ein- und -auszahlungen pausiert hätten oder pausieren würden, und dass USDT, DePix und weitere auf Liquid ausgegebene Real-World-Assets von dem Vorfall nicht betroffen seien. Diese Aussage belegt nicht, ob diese Assets während der Netzwerk-Pause übertragbar blieben. Die Börsenmitteilungen entsprechen der üblichen Vorgehensweise bei Vorfällen in der Kryptobranche: Das Aussetzen von Ein- und Auszahlungen eines betroffenen Assets ist ein gängiger Eindämmungsschritt, der verhindern soll, dass möglicherweise nicht vollständig besicherte Token während einer Pause gehandelt oder verschoben werden.

Da die Ankündigung direkt vom betroffenen Betreiber stammt, sollte sie als Eigenbericht des Protokolls gelesen werden, nicht als abgeschlossene unabhängige Nachanalyse. Die vollständige Erklärung ist unten eingebettet.

We are aware of a security incident on @Liquid_BTC. Purported white-hat hackers have withdrawn 4,000 BTC ($320 million) from the Liquid Federation wallet. The @Blockstream team is working on contacting them on-chain with a signed message. What we know so far is that the funds…

— Liquid Network (@Liquid_BTC) September 6, 2026

Source: https://x.com/Liquid_BTC/status/2096696272447218108

Explorer-Aufzeichnungen liefern eine genauere Zahl als die gerundete Angabe des Betreibers. Die Abzugstransaktion, bestätigt in Block 965783 am 6. September 2026 um 14:28:56 UTC, übertrug exakt 3.996,01834922 BTC an eine einzelne Output-Adresse, wobei alle 83 Inputs aus einer Adresse mit Federation-Bezug stammten (Transaktion: 8db751a6…58a7b140).

Warum die „White-Hat“-Bezeichnung weiterhin umstritten ist

Die „White-Hat“-Bezeichnung stammt von den Akteuren selbst, nicht aus einer unabhängigen Feststellung. Eine damit zusammenhängende, am 6. September um 18:30:10 UTC bestätigte Transaktion enthielt eine dekodierte OP_RETURN-Nachricht mit dem Text „we are whitehats. contact us on chain“ – sie belegt eine Selbstbeschreibung, keine wohlwollende Absicht, keine Autorisierung und keine rechtliche Identität. OP_RETURN-Nachrichten zur Eröffnung eines Verhandlungskanals sind ein etabliertes Muster bei Kryptovorfällen, da Bitcoin-Transaktionen Beteiligten ohne sonstige Kontaktmöglichkeiten eine öffentlich überprüfbare On-Chain-Kommunikation ermöglichen.

Diese Unterscheidung ist wichtig, denn die Bezeichnung allein belegt weder die Erlaubnis, die Gelder zu bewegen, noch eine vereinbarte Bounty oder eine Zusage zur Rückgabe. Nach dem bisherigen Aktenstand liegt das Ereignis irgendwo zwischen einer behaupteten autorisierten Aktion und einem offenen Diebstahl, und die vorliegenden Beweise klären nicht, was zutrifft.

Ledgers Chief Technology Officer Charles Guillemet stellte die White-Hat-Darstellung infrage, wie von NFT Plazas berichtet, und wies darauf hin, dass die Entnahme von Hunderten Millionen Dollar vor einer Offenlegung von der üblichen White-Hat-Praxis abweicht. Nach vielfach zitierten Responsible-Disclosure-Normen melden Sicherheitsforscher eine Schwachstelle üblicherweise dem betroffenen Unternehmen und koordinieren die Behebung, bevor – nicht nachdem – sie Gelder in großem Umfang bewegen. Laut unbestätigten Berichten in derselben Zusammenfassung ermöglichte eine Schwachstelle in der Elements-Software die Erstellung unbefugter L-BTC, und eine bereits vorhandene Fehlerbehebung war nur teilweise eingesetzt; keine technische Nachanalyse und keine Patch-Details wurden unabhängig verifiziert. Elements ist die Open-Source-Codebasis, auf der Liquid aufbaut; eine nur teilweise eingesetzte Fehlerbehebung innerhalb einer Federation würde bedeuten, dass einige Mitglieder gepatchte Software nutzten, andere nicht – dieser Deployungs-Split bleibt allerdings unbestätigt.

Die offenen Fragen zu Geldern und Netzwerkstatus

Die klarste Entwicklung ist on-chain. Eine am 7. September 2026 um 16:09:25 UTC in Block 965950 bestätigte Transaktion führte exakt 3.400 BTC an dieselbe Adresse mit Federation-Bezug zurück, wie Blockchain-Aufzeichnungen zeigen. Es handelt sich um eine Rückführung, nicht um den Nachweis einer vollständigen Wiederherstellung oder der Wiedereröffnung der Sidechain. Die verbleibenden, in den öffentlichen Aufzeichnungen nicht nachvollziehbaren rund 596 BTC sowie die weiterhin pausierte Sidechain sind die zentralen offenen Punkte: die bestätigte Wiederaufnahme der Liquid-Blockproduktion und der Peg-in-/Peg-out-Funktionen von L-BTC, etwaige Erklärungen der Akteure oder ausgehandelte Bedingungen sowie die spätere Offenlegung der technischen Ursache.

Mehrere weit verbreitete Zahlen bleiben unverifiziert. Laut unbestätigten Berichten betrug die Reserve vor dem Vorfall rund 4.200 BTC, wovon etwa 95 % abgezogen worden seien; das historische Wallet-Guthaben wurde jedoch nicht unabhängig rekonstruiert, und die Zahl von 4.200 BTC sollte nicht als entnommener Betrag gewertet werden.

Konkret亟需 weiterer Bestätigung: die genaue Dauer und die pausierten Funktionen, die Dollar-Basis des Abzugs zum Transferzeitpunkt, das Ziel und die endgültige Verwendung der Gelder sowie die Frage, ob Nutzer-Guthaben betroffen waren. Es wurde keine Einreichung durch eine Aufsichtsbehörde oder Strafverfolgungsbehörde verifiziert, und „White-Hat“ hat in dieser Beweislage keine rechtliche Wirkung. Der Vorfall verschärft dennoch eine branchenweit wiederkehrende Frage zu föderierten Custody- und Bridge-Designs, die wiederholt große Summen hinter einer kleinen Gruppe von Schlüsseln oder Multisig-Konstruktionen gebündelt haben und in früheren Vorfällen anderer Netzwerke der Schwachpunkt waren, als diese Schlüssel oder die sie umgebende Software ausgenutzt wurden.

Das Marktumfeld ist eher ruhig als panisch. Bitcoin notierte bei rund 78.677 US-Dollar mit einer moderaten 24-Stunden-Bewegung – ein Niveau, das Aufmerksamkeit erhält, da Trader die sich verändernden Zinserhöhungschancen der Fed und die Lage von Bitcoin nach der Rückeroberung des Bereichs um 77.500 US-Dollar abwägen. Der breite Crypto Fear & Greed Index lag bei 69, im „Greed“-Bereich – eine marktweite Messung, die dem Liquid-Vorfall nicht zugeschrieben werden kann und nicht anzeigt, wie der Bitcoin-Preis auf einen bestätigten Verlust reagieren könnte.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine finanzielle oder Anlageberatung dar. Krypto- und Digitalkassetmärkte bergen erhebliche Risiken. Treffen Sie Entscheidungen erst nach eigener Recherche.