Lehmann Marine erhält ersten kommerziellen Auftrag für flüssigkeitsgekühltes AQUBE-Batteriesystem
Wichtige Erkenntnisse
- •Lehmann Marine, Teil der Sunlight Group, hat den ersten kommerziellen Auftrag für sein AQUBE-Batteriesystem vom Schiffbauunternehmen Lloyd Werft erhalten; der Auftrag markiert die Markteinführung des Produkts.
- •Das Batteriesystem wird ein 48 Meter langes Forschungsschiff versorgen, das für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gebaut wird und dessen Auslieferung für 2027 geplant ist; es dient als schwimmende Testplattform für Wasserstoff-, Hybrid- und vollelektrische Antriebe in der Nord- und Ostsee.
- •Das AQUBE-System nutzt Flüssigkühlung und Lithium-Eisenphosphat-Chemie und liefert eine Spitzenleistung von bis zu 2C sowie eine Dauerleistung von 1,5C.
- •Lehmann Marine plant, AQUBE über Forschungsschiffe hinaus für breitere marine Anwendungen einzusetzen, darunter Fähren, Offshore-Schiffe und Handelsschiffe.
- •Der Seetransport verursacht rund 3 % der weltweiten Kohlendioxidemissionen, und die Branche sieht sich strengeren Vorschriften gegenüber, etwa der Netto-Null-Strategie der IMO von 2023 und der seit Januar 2025 geltenden EU-Verordnung FuelEU Maritime.

Die deutsche Lehmann Marine hat den ersten kommerziellen Auftrag für ihr neues flüssigkeitsgekühltes AQUBE-Batteriesystem erhalten; Auftraggeber ist die Werft Lloyd Werft mit Sitz in Bremerhaven, Deutschland.
Das System wird auf einem neuen Forschungsschiff installiert, das für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gebaut wird, wie das Unternehmen am Mittwoch in einer Pressemitteilung mitteilte.
Die Auslieferung des 48 Meter langen Schiffs ist für 2027 geplant. Es wird zur Erprobung verschiedener Antriebstechnologien eingesetzt, darunter Wasserstoff-, Hybrid- und vollelektrische Systeme, und dient in der Nord- und Ostsee als schwimmende Testplattform mit Platz für bis zu 20 Forscher und Industriepartner.
Das AQUBE-System nutzt Flüssigkühlung und Lithium-Eisenphosphat-(LFP-)Batteriechemie. Es kann eine Spitzenleistung von bis zu 2C und eine Dauerleistung von 1,5C bereitstellen. LFP-Zellen finden breite Anwendung in Energiespeichersystemen und sind für ihre thermische Stabilität und ihre lange Lebensdauer bekannt, während die Flüssigkühlung dazu beiträgt, gleichmäßige Zelltemperaturen zu halten und die bei hohen Lade- und Entladeraten entstehende Wärme abzuführen.
Der Auftrag erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Schifffahrt mit verschärften Emissionsvorschriften konfrontiert ist. Dem Seetransport werden nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) rund 3 % der weltweiten Kohlendioxidemissionen zugeschrieben; deren Mitgliedstaaten einigten sich 2023 auf eine überarbeitete Strategie zur Erreichung von Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis oder etwa um 2050. In Europa schreibt die EU-Verordnung FuelEU Maritime, die seit Januar 2025 gilt, Anforderungen an die Treibhausgasintensität der Energie fest, die von Schiffen genutzt wird, die Häfen in der EU anlaufen. Batterien kommen in Nordeuropa bereits auf vollelektrischen und Hybridfähren zum Einsatz, obwohl ihre Energiedichte weiterhin deutlich unter der konventioneller Maritimbrennstoffe liegt, was den Einsatz bislang meist auf kürzere Routen oder Hybridbetriebsprofile beschränkt hat.
Lehmann Marine erklärte, der Auftrag markiere die Markteinführung von AQUBE. Das Unternehmen, das Teil der Sunlight Group geworden ist, teilte mit, dass das System auch für breitere marine Anwendungen vorgesehen sei, darunter Fähren, Offshore-Schiffe und Handelsschiffe.
Quelle: Ship & Bunker