Ledger behebt Schwachstelle in der Ethereum-App, die Signaturvorgänge betraf
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Schwachstelle wurde am 12. August in der Ledger-Ethereum-App-Version 1.22.2 behoben.
- •Eine bösartige dApp hätte über eine APDU-Race-Condition Transaktionsdaten während des Signierens austauschen können.
- •Der Fehler betraf Ledgers Clear-Signing-Abläufe, die Transaktionsdetails auf dem Gerät lesbar machen sollen.
- •Ledger teilte mit, dass sein Sicherheitsteam Donjon das Problem vor der externen Offenlegung entdeckt und behoben habe.
- •Mit dieser Schwachstelle wurden keine Verluste von Geldern gemeldet.

Ledger hat am 12. August stillschweigend eine Schwachstelle in seiner Ethereum-Hardware-Wallet-App behoben, durch die eine bösartige dezentrale Anwendung eine legitime Transaktion während des Signierens gegen eine schädliche hätte austauschen können. Die Korrektur war in der Ethereum-App-Version 1.22.2 enthalten, doch das Unternehmen äußerte sich öffentlich kaum dazu, bis ein Sicherheitsforscher das Thema in die Öffentlichkeit brachte.
Die Schwachstelle beruhte auf einer Race Condition bei APDU-Befehlen, einer Art von Fehler, bei der konkurrierende Anweisungen in einer Reihenfolge am Gerät ankommen können, die den Signaturprozess stört. Konkret hätte ein Nutzer glauben können, eine kleine Token-Überweisung zu genehmigen, während er tatsächlich unbegrenzte Token-Freigaben für eine vom Angreifer kontrollierte Adresse autorisierte.
Wie die Schwachstelle funktionierte
APDU steht für Application Protocol Data Unit, das Kommunikationsformat, mit dem Software auf einem Computer mit dem sicheren Chip in einem Ledger-Gerät kommuniziert. Während der von Ledger so genannten „Clear-Signing“-Abläufe, bei denen das Gerät lesbare Transaktionsdetails auf seinem Bildschirm anzeigt, hätte die Race Condition es einem zweiten, bösartigen APDU-Befehl ermöglichen können, sich einzuschleichen und die ursprünglichen Transaktionsdaten zu ersetzen.
Für den Angriff hätte eine kompromittierte oder bösartige dApp das Zeitfenster ausnutzen müssen. Ein Nutzer, der mit einer vertrauenswürdigen, legitimen Anwendung interagierte, wäre dem Problem nicht ausgesetzt gewesen.
Ledgers internes Sicherheitsteam, bekannt als Donjon, entdeckte die Schwachstelle, bevor ein externer Forscher sie identifizierte. Das Unternehmen teilte mit, dass Donjon KI-gestützte Werkzeuge zur Findung und Behebung des Problems eingesetzt habe.
Öffentliche Offenlegung folgte nach dem Patch
Der Patch wurde am 12. August ohne Sicherheitshinweis, Blogbeitrag oder öffentlichen Beitrag auf X veröffentlicht. Rund 10 Tage lang war die Korrektur im Einsatz, ohne dass die Öffentlichkeit davon wusste.
Das änderte sich zwischen dem 21. und 23. August, als ein Sicherheitsforscher unter dem Namen TestMachine den Fehler öffentlich offengelegte. TestMachine beschrieb das Risiko der Transaktionsersetzung und die Mechanik der Race Condition und lenkte damit die Aufmerksamkeit auf eine Schwachstelle, von deren Existenz – geschweige denn Behebung – die meisten Ledger-Nutzer nichts wussten.
Berichten zufolge lehnte TestMachine ein Bounty-Angebot von Ledger ab.
Ledgers CTO Charles Guillemet wies die öffentliche Offenlegung zurück und bezeichnete sie als Angstmache. Guillemet erklärte, dass Nutzer der neuesten Version der Ethereum-App bereits geschützt seien und Ledger das Problem vor TestMachines Offenlegung behoben habe.
Clear Signing und weiterer Kontext
Die Schwachstelle ist besonders bemerkenswert, weil sie Ledgers Clear-Signing-Abläufe betraf – jene Funktion, die die Risiken des Blind Signings verringern soll. Ledger hat stark darin investiert, Clear Signing zum Standard zu machen, darunter frühere Arbeiten am ERC-7730-Standard, der die Anzeige von Transaktionsdaten auf Hardware-Wallets standardisieren soll. Damit reicht die Bedeutung dieses Falls über einen einzelnen Fehlerbericht hinaus: Er liegt am Schnittpunkt von Wallet-Sicherheit, Lesbarkeit von Transaktionen und dem seit langem andauernden Bemühen, das Signieren auf dem Gerät vor der Freigabe einer Anfrage leichter überprüfbar zu machen.
Es gab keine Berichte über Gelder, die aufgrund dieser Schwachstelle verloren gegangen wären. Ledger teilte mit, dass der Patch von Donjon proaktiv bereitgestellt wurde, bevor eine externe Meldung einging. Für Nutzer und Entwickler, die in Ethereum-basierten Abläufen auf Hardware-Wallets setzen, zeigt der Vorfall zudem, warum App-Updates wichtig sind – selbst dann, wenn die Firmware des Geräts unverändert bleibt.
Für Ledger-Nutzer ist das unmittelbare Fazit einfach: die Ethereum-App auf Version 1.22.2 oder höher aktualisieren, falls dies noch nicht geschehen ist.