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Ledger behebt Ethereum-Signaturschwachstelle vor der Veröffentlichung durch Forscher

Autor: Crypto Adventure·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Schwachstelle betraf den Signaturablauf zwischen einer verbundenen dApp und der Ethereum-Anwendung von Ledger.
  • Eine bösartige Anwendung mit WebHID-Zugriff konnte den Transaktionskontext austauschen, solange eine Prüfung noch offen war.
  • Laut Ledger verhindert Version 1.22.2 konkurrierende Signaturbefehle und bewahrt die Verknüpfung zwischen Bildschirmanzeige und finaler Signatur.
  • TestMachine machte das Problem am 21. August öffentlich, nachdem es auf Ledger-Hardware reproduziert worden war, während Ledger angibt, dass sein Donjon-Team es bereits zuvor behoben hatte.
  • Nutzer mit aktueller Firmware und Ethereum-App-Version 1.22.2 sind vor der Schwachstelle geschützt.
Ledger behebt Ethereum-Signaturschwachstelle vor der Veröffentlichung durch Forscher

Ledger hat eine Schwachstelle in seiner Ethereum-Hardware-Wallet-Anwendung behoben, die es einer bösartigen dApp ermöglichen konnte, während des Freigabeprozesses eine Transaktion auszutauschen, während das Gerät weiterhin die Transaktion anzeigte, die der Nutzer ursprünglich geprüft hatte.

Diese Prüfung auf dem Bildschirm ist die Grundlage des Sicherheitsmodells einer Hardware-Wallet: Private Keys bleiben auf dem Gerät isoliert, und die auf dem Bildschirm angezeigte Transaktion soll exakt diejenige sein, die signiert wird – selbst wenn der angeschlossene Computer oder Browser kompromittiert ist.

Das Sicherheitsunternehmen TestMachine machte die Schwachstelle zur Signaturersetzung am 21. August öffentlich, nachdem sie auf Ledger-Hardware reproduziert worden war (X-Beitrag). Ledger hatte die Ethereum-App-Version 1.22.2 bereits am 12. August ausgeliefert; die Release-Historik führt Sicherheitskorrekturen für das Update auf (Changelog).

Bösartige dApp konnte die Transaktion vor dem Signieren verändern

Die Schwachstelle betraf den Befehlsfluss zwischen einer verbundenen dApp und der Ethereum-Anwendung von Ledger. Eine bösartige Anwendung mit direktem Gerätezugriff über WebHID konnte eingreifen, solange eine Transaktionsprüfung offen war, und den Signaturkontext ersetzen, bevor der Nutzer ihn freigab. WebHID ist eine Browser-Schnittstelle, über die Webseiten direkt mit Hardware-Geräten kommunizieren können – auf diesem Weg konnte eine webbasierte Anwendung die Wallet erreichen.

Das Gerät konnte daher weiterhin die ursprüngliche Transaktion anzeigen, während es eine andere Transaktion für die finale Signatur vorbereitete. TestMachine demonstrierte das Problem anhand einer harmlosen ETH-Überweisung, die durch eine Token-Freigabe ersetzt werden konnte – ein Transaktionstyp, der einer anderen Adresse oder einem Vertrag die Berechtigung erteilen kann, die Tokens des Nutzers auszugeben. Dadurch entstand ein Weg, auf dem Nutzer etwas anderes autorisieren konnten als die auf dem Hardware-Bildschirm angezeigte Transaktion.

Version 1.22.2 blockiert konkurrierende Signaturbefehle, solange eine Prüfung aussteht, und strafft die Verwaltung des Signaturzustands durch die Anwendung während des Freigabeprozesses. Die Korrektur bewahrt die Verknüpfung zwischen der auf dem sicheren Bildschirm angezeigten Transaktion und der letztlich vom Gerät signierten Transaktion.

Ledger: Donjon fand den Fehler vor der Offenlegung

Ledger-CTO Charles Guillemet sagte, das Donjon-Sicherheitsteam des Unternehmens habe den Fehler bereits rund zwei Wochen vor der Veröffentlichung der Ergebnisse durch TestMachine identifiziert und behoben, wobei bei der Prüfung KI-gestützte Sicherheitstools zum Einsatz kamen (X-Beitrag).

Guillemet kritisierte außerdem den Offenlegungsprozess und sagte, TestMachine habe das Bounty-Programm von Ledger erst kontaktiert, nachdem der Patch bereits ausgeliefert worden war, und habe die Ergebnisse dann veröffentlicht, ohne das übliche Verfahren der verantwortungsvollen Offenlegung abzuschließen. Bei einer koordinierten Offenlegung melden Forscher Schwachstellen vertraulich und geben Herstellern Zeit, eine Korrektur bereitzustellen, bevor Details öffentlich werden – und genau diese Reihenfolge steht im Mittelpunkt der Auseinandersetzung.

Nutzer, die die aktuelle Geräte-Firmware und die Ethereum-App-Version 1.22.2 verwenden, sind vor der Schwachstelle geschützt.

Die Entdeckung ist ein weiteres Beispiel für den Einzug von KI in die Sicherheitsprüfung von Wallets. Ein kürzliches Bitcoin-Red-Team-Audit setzte KI-gestützte Analysen gemeinsam mit menschlichen Forschern ein, um Tausende potenzieller Sicherheitsprobleme in Bitcoin-Wallets und der zugehörigen Infrastruktur zu identifizieren.

Hardware-Wallet-Anbieter veröffentlichen Sicherheits-Updates

Ledgers Korrektur erscheint weniger als eine Woche, nachdem BitBox die Firmware 9.26.5 zur Behebung zweier schwerwiegender Schwachstellen veröffentlicht hatte, darunter eine Schwachstelle durch Speicherbeschädigung, die unter bestimmten Bedingungen die Ausführung beliebigen Codes ermöglichen konnte.

Die Sicherheit von Hardware-Wallets steht seit dem Coldcard-Fehler bei der Seed-Generierung, der Wallets mit unzureichender Zufälligkeit aufdeckte, unter verschärfter Prüfung. Da die Seed-Phrase einer Wallet deren Private Keys ableitet, kann schwache Zufälligkeit dazu führen, dass diese Keys von Dritten reproduziert werden können. Die daraus resultierenden Bitcoin-Abflüsse wurden auf bis zu 132 Millionen US-Dollar geschätzt, während mehrere Angreifer darum wetteiferten, anfällige Adressen zu identifizieren.

Ledgers Ethereum-App 1.22.2, veröffentlicht am 12. August, ist die gepatchte Version, die die neu offengelegte Signaturschwachstelle abdeckt; frühere App-Versionen enthalten die Korrektur nicht.