Von Nomura unterstützte Laser Digital sichert sich Japans erste neue Krypto-Börsenregistrierung seit vier Jahren
Wichtige Erkenntnisse
- •Laser Digital Japan schloss am 21. August seine Registrierung als Krypto-Börsendienstleister ab und beendete damit eine vierjährige Phase ohne neue Börsenlizenz in Japan.
- •Die Registrierung durch Japans Finanzdienstleistungsbehörde umfasst Bitcoin, Ether, XRP, Bitcoin Cash, Litecoin und Shiba Inu.
- •Laser Digital will zunächst lizenzierten inländischen Anbietern virtueller Assets Liquidität bereitstellen, statt sofort als Retail-Börse zu starten.
- •Japan verabschiedete am 15. Juli Gesetzesänderungen zur Ausweitung der Kryptomarktregulierung; der neue Rahmen soll innerhalb eines Jahres in Kraft treten.
- •Die regulatorische Überarbeitung könnte langfristig Krypto-ETFs ermöglichen und qualifizierende Krypto-Einkünfte zu einer investitionsähnlichen Besteuerung überführen.

Die von Nomura unterstützte Laser Digital hat Japans erste neue Krypto-Börsenregistrierung seit vier Jahren erhalten und ist damit als institutionelles Digitalasset-Unternehmen befugt, unter dem Payment Services Act des Landes zu operieren.
Laser Digital Japan schloss seine Registrierung als Krypto-Asset-Börsendienstleister (Crypto Asset Exchange Service Provider) am 21. August ab. Japans Finanzdienstleistungsbehörde nahm das Unternehmen unter der Registrierungsnummer 00032 auf; die Registrierung umfasst Bitcoin, Ether, XRP, Bitcoin Cash, Litecoin und Shiba Inu.
Die Zulassung beendet eine vierjährige Phase ohne neue Krypto-Börsenregistrierung und verschafft Nomuras Digitalasset-Sparte einen regulierten Weg nach Japan, während das Land die Regeln für Kryptoinvestitionen, -handel und -besteuerung neu gestaltet.
Laser Digital startet mit Liquiditätsdienstleistungen
Laser Digital Japan wird zunächst nicht sofort als Retail-Börse starten, sondern lizenzierten inländischen Anbietern virtueller Assets Liquidität bereitstellen. Das Unternehmen plant, später Handelsmöglichkeiten für digitale Assets für institutionelle Investoren anzubieten; Starttermin und endgültiger Produktumfang stehen noch aus.
Nomura, Japans größte Wertpapierfirma, gründete Laser Digital 2022 mit Sitz in Dubai und eröffnete das Japan-Geschäft der Digitalasset-Sparte 2023 in Tokio. Die Gruppe betreibt bereits institutionellen Handel, Vermögensverwaltung, Finanzierung und Investmentgeschäfte in anderen regulierten Märkten.
Die japanische Lizenz kommt zu einem Zeitpunkt, an dem lokale Broker und Vermögensverwalter sich auf eine breitere Krypto-Verbreitung vorbereiten. SBI Securities, Rakuten Securities, Nomura und andere Unternehmen entwickeln oder prüfen Krypto-Investmentfonds, die Bitcoin- und Ether-Exposure künftig in herkömmliche Brokerage-Konten bringen könnten. SBI und Rakuten betreiben neben ihren Brokerage-Sparten bereits registrierte inländische Kryptobörsen – SBI VC Trade und Rakuten Wallet.
Japan verankert Krypto tiefer in den Finanzmärkten
Japans Parlament verabschiedete am 15. Juli Änderungen des Financial Instruments and Exchange Act und des Payment Services Act und schuf damit einen neuen Rahmen für das Marktverhalten im Kryptobereich, Offenlegung und Anlegerschutz. Das Gesetz vom 15. Juli soll innerhalb eines Jahres in Kraft treten.
Das Lizenzsystem selbst reicht bis ins Jahr 2017 zurück, als frühere Änderungen des Payment Services Act in Kraft traten und Japan zu einer der ersten großen Volkswirtschaften machten, die eine Registrierung von Kryptobörsen verlangen. Die Prüfung durch die FSA wurde nach dem Coincheck-Hack im Januar 2018 verschärft, bei dem NEM-Token im Wert von rund 530 Millionen US-Dollar gestohlen wurden.
Die Änderung führt Japan über die bisherige, stark zahlungsorientierte Struktur hinaus, die weite Teile seines Kryptomarkts geprägt hat. Der neue Rahmen für Finanzprodukte führt wertpapierähnliche Regeln ein, darunter Beschränkungen des Insiderhandels und strengere Offenlegungsanforderungen für digitale Assets, die von regulierten Anbietern betreut werden.
Japan bereitet zudem einen Weg für Krypto-ETFs vor, obwohl Spot-Bitcoin- und Ether-ETFs noch gesonderter Änderungen der Regeln für Investmentfonds sowie anschließender Produktgenehmigungen bedürfen. Diese Grundlagenarbeit hinkt anderen großen Märkten hinterher: Spot-Bitcoin-ETFs begannen im Januar 2024 in den USA mit dem Handel, Spot-Ether-Fonds folgten dort noch im selben Jahr, und Hongkong listete im April 2024 Spot-Bitcoin- und Ether-ETFs.
Die Steuerpolitik entwickelt sich parallel zur regulatorischen Überarbeitung. Nach Inkrafttreten des neuen Finanzmarktregimes sollen qualifizierende Krypto-Einkünfte von Japans progressivem Steuersystem zu einer separaten investitionsähnlichen Besteuerung übergehen, was förderfähige Krypto-Gewinne möglicherweise an die rund 20-prozentige Behandlung von Aktien heranführen könnte. Private Kryptogewinne werden derzeit als sonstige Einkünfte zu Progressionssätzen von bis zu rund 55 % besteuert – ein Niveau, dessen Senkung die heimische Branche seit Jahren fordert.
Institutionelle Nachfrage wächst vor neuen Produkten
Japanische Institutionen positionieren sich bereits für einen breiteren Zugang. Eine 2026er Umfrage unter 518 Anlageprofis von Nomura und Laser Digital ergab, dass 65 % Krypto als Diversifikationsmöglichkeit sehen – nach 62 % in der vorherigen Umfrage.
Von den Befragten, die in den nächsten drei Jahren eine Kryptoinvestition erwägen, planten 79 % zu investieren, während 60 % Krypto-Allokationen zwischen 2 % und 5 % des Gesamtvermögens erwarteten. Das Interesse ging über Spot-Exposure hinaus: 66 % bekundeten Interesse an Staking oder Mining, 65 % an Kreditvergabe, 63 % an Derivaten und 65 % an tokenisierten Assets.
Die Registrierung von Laser Digital vom 21. August umfasst BTC, ETH, XRP, BCH, LTC und SHIB, wobei die ersten japanischen Dienstleistungen auf die Bereitstellung von Liquidität für inländische lizenzierte Kryptofirmen ausgerichtet sind. Die kommenden Meilensteine sind verfahrenstechnischer Natur: Die Umsetzungsregeln für die Änderungen vom 15. Juli sind vor Ablauf der einjährigen Umsetzungsfrist fällig, die für Krypto-ETFs erforderlichen Änderungen bei den Investmentfonds sind noch nicht gesetzgeberisch verankert, und das öffentliche Register der FSA wird zeigen, ob weitere Neueinsteiger Laser Digital auf die Liste folgen.