Kushner und Witkoff reisen zu Friedensinitiative nach Moskau und Kiew
Wichtige Erkenntnisse
- •Die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff sollen am 5. September Moskau und am 6. September Kiew besuchen, um die Russland-Ukraine-Verhandlungen neu zu beleben.
- •Der Stopp in Kiew wäre der erste Besuch beider Gesandter in der ukrainischen Hauptstadt und begegnet der Kritik, die Diplomatie sei über den Kopf der Ukraine hinweg geführt worden.
- •Präsident Selensky bestätigte die geplanten Treffen am 3. September öffentlich, während der Kreml die Reiseroute nicht bestätigt hat.
- •Russland fordert die Anerkennung seiner Gebietsgewinne und die Garantie, dass die Ukraine der NATO nicht beitritt, während die Ukraine auf einen vollständigen Rückzug hinter ihre international anerkannten Grenzen einschließlich der Krim besteht.
- •Der Besuch in Kiew steht Berichten zufolge aufgrund von Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit den anhaltenden russischen Militäroperationen in und um die Ukraine noch zur Diskussion.

Die US-Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff sollen am 5. September nach Moskau reisen, gefolgt von einem Besuch in Kiew am 6. September – die bedeutendste Eskalation des amerikanischen diplomatischen Engagements im Russland-Ukraine-Konflikt seit Monaten. Die aufeinanderfolgenden Reisen sollen die Verhandlungen zwischen den beiden Kriegsparteien neu beleben, und der Stopp in Kiew hat besonderes Gewicht: Es wäre das erste Mal, dass einer der beiden Gesandten die ukrainische Hauptstadt betritt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky bestätigte die geplanten Treffen am 3. September und unterstrich damit, wie ernst beide Seiten diese Runde der Pendeldiplomatie nehmen. Der Kreml hingegen hat die Reiseroute nicht bestätigt – eine Diskrepanz, die im Blick behalten werden sollte, da frühere Runden der von den USA vermittelten Diplomatie mitunter daran scheiterten, dass Moskau den diskutierten Bedingungen nicht vollständig zugestimmt hatte.
Ein langer Weg nach Kiew
Seit ihrer Ernennung durch Präsident Donald Trump zur Verfolgung eines Friedensabkommens haben Kushner und Witkoff mehrere Reisen nach Moskau unternommen. Ihr letzter Besuch in der russischen Hauptstadt fand im Januar 2026 statt, als sie rund vier Stunden im Gespräch mit Präsident Wladimir Putin verbrachten. Dieses auf Moskau zentrierte Reisemuster hat Kritik von europäischen Verbündeten und ukrainischen Beamten hervorgerufen, die argumentieren, dass eine dauerhafte Regelung Kiew am Verhandlungstisch erfordert, statt es nur nachträglich zu konsultieren.
Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit den anhaltenden russischen Militäroperationen in und um die Ukraine könnten den Kiew-Besuch weiterhin beeinflussen; dieser steht Berichten zufolge noch zur Diskussion.
Vierhalb Jahre Krieg
Der Russland-Ukraine-Krieg, der im Februar 2022 mit Russlands groß angegriffener Invasion begann, dauert inzwischen etwa viereinhalb Jahre. Russland besteht auf der Anerkennung seiner Gebietsgewinne und der Zusicherung, dass die Ukraine der NATO nicht beitreten wird. Die Ukraine hingegen fordert einen vollständigen Rückzug hinter ihre international anerkannten Grenzen, einschließlich der Krim. Diese Positionen haben sich öffentlich nicht bewegt, was bedeutet, dass die Gesandten anreisen, während die Kernkonflikte zwischen beiden Seiten weiterhin ungelöst sind.
Trump hat wiederholt behauptet, er könne den Krieg schnell beenden – ein Versprechen, das bis zu seiner Präsidentschaftskampagne 2024 zurückreicht.
Warum das Timing zählt
Die Aufnahme der Ukraine in die Reiseroute begegnet einer der lautesten Kritikpunkte an den Friedensbemühungen der Regierung: dass diese weitgehend über Kiews Kopf hinweg geführt wurden. Selenskys öffentliche Bestätigung der Treffen deutet darauf hin, dass er den Besuch als bedeutsame Entwicklung ansieht. Russland hat zudem Vorbehalte gegenüber bestimmten Elementen der vorgeschlagenen Reiseroute geäußert, insbesondere hinsichtlich der Sicherheitsrisiken eines Besuchs in Kiew.
Unmittelbare Indikatoren, die es zu beobachten gilt, sind, ob der Kreml die Reiseroute offiziell bestätigt, ob der Kiew-Teil trotz der genannten Sicherheitsbedenken stattfindet und ob eine der beiden Seiten irgendeine Flexibilität bei den territorialen und NATO-Fragen signalisiert, die diese Pattsituation geprägt haben.