Kraken verschiebt IPO erneut – nun angepeilt ist mindestens April 2027
Wichtige Erkenntnisse
- •Kraken hat seinen IPO Medienberichten zufolge auf mindestens das zweite Quartal 2027 verschoben.
- •Payward, die Muttergesellschaft von Kraken, reichte im November 2025 einen Entwurf der Registrierungserklärung auf Formular S-1 bei der SEC ein.
- •Co-CEO Arjun Sethi sagte im Mai 2026, Kraken sei zu etwa 80 % bereit für den IPO, doch Berichte verschoben das Listing bald darauf auf 2027.
- •Krakens Börsenambitionen reichen bis 2021 zurück, als der damalige CEO Jesse Powell ein Börsendebüt 2022 prognostizierte.
- •Andere Kryptofirmen, darunter Coinbase und Circle, sind erfolgreich an die Börse gegangen, während Krakens IPO weiter aussteht.

Kraken hat seinen Börsengang (IPO) Medienberichten zufolge vom Mittwoch auf mindestens April 2027 verschoben. Für alle, die den Überblick verloren haben, wie oft die Börse ihr Listing bereits aufgeschoben hat: Die Zeitlinie reicht über mehr als ein halbes Jahrzehnt zurück.
Kraken bewirbt seinen IPO seit über fünf Jahren und war zuvor sehr zuversichtlich, 2022 an die Börse zu gehen.
Im April 2021 sagte Kraken-CEO Jesse Powell gegenüber CNBC: „Wir prüfen, im nächsten Jahr an die Börse gehen zu können." Er prüft noch immer.
Bis Juni 2021 hatte Powell laut Fortune nach Coinbases Börsendebüt eine Direktplatzierung neu überdacht. In jenem Artikel verschob er seine Prognose auf die „zweite Jahreshälfte" 2022.
Doch bis September 2022 erschien dieses Ziel bereits zweifelhaft. Der designierte CEO Dave Ripley sagte einem Reporter: „Zu den IPO-Plänen können wir keine Einzelheiten mitteilen." Das Jahr endete mit reinen Verzögerungen und ohne IPO.
Im Juni 2024 berichtete Bloomberg, dass Kraken eine „finale" Vor-IPO-Finanzierung für einen Börsengang einwarb, der nie zustande kam. Dann meldete dasselbe Medium im März 2025, dass Payward – die Muttergesellschaft von Kraken – den IPO auf Januar bis März 2026 neu ansetzte.
Bis November 2025 hatte Payward tatsächlich einen IPO-Entwurfsdokument bei der SEC auf Formular S-1 eingereicht. Der Ankündigung zufolge wurde ein Angebot nach der SEC-Prüfung erwartet, und Reuters bekräftigte die Prognose für das erste Quartal 2026.
Die IPO-Odyssee zieht sich 2026 weiter hin
Bis März 2026 berichtete CoinDesk, dass Payward den IPO auf unbestimmte Zeit ausgesetzt habe und ein Vorgehen unwahrscheinlich sei. Reuters konnte die Verschiebung nicht unabhängig verifizieren – sie erwies sich jedoch als zutreffend.
Einen Monat später beschwor Kraken die Öffentlichkeit, darauf zu vertrauen, dass die IPO-Pläne nicht aufgegeben worden seien. Co-CEO Arjun Sethi bestätigte im April 2026 formelle IPO-Einreichungen, ohne ein aktualisiertes Listing-Datum zu nennen.
Auf der Consensus-Konferenz am 5. Mai bezeichnete Sethi Kraken als „zu etwa 80 % bereit" für den IPO und versicherte: „Wir sind bereit."
Innerhalb von zwei Wochen jedoch meldete Bloomberg, dass der IPO auf 2027 verschoben würde. Der CoinDesk-Bericht vom Mittwoch verschob ihn weiter – auf das zweite Quartal 2027.
Die wiederholten Verzögerungen erfolgen, obwohl andere Kryptofirmen in den vergangenen Jahren an die Börsen gegangen sind. Coinbase, dessen Debüt 2021 einst Krakens Listing-Überlegungen prägte, handelt seither an der Nasdaq, und der Stablecoin-Emittent Circle absolvierte im Juni 2025 seinen eigenen Börsengang – ein Zeichen dafür, dass das Listing-Fenster für Kryptofirmen nicht flächendeckend geschlossen war, wodurch Krakens Zeitlinie umso mehr heraussticht.
Unklar bleibt, ob das anhängige Formular-S-1-Verfahren hinter den Kulissen weiter voranschreitet. Eine Registrierungsentwurf wird erst nach der SEC-Prüfung wirksam, sodass eine aktualisierte Einreichung oder eine Rückzugsmeldung das nächste überprüfbare Signal dafür wäre, ob das Ziel April 2027 Bestand hat.
Aktien von Kraken werden nach wie vor an keiner öffentlichen Börse gehandelt. Nach fast sechs Jahren bleibt der IPO verschoben.