NachrichtenAktienSüdkoreas Kospi hat nach einer Rally von 80% und einem Rückgang von 40% einen selten starken Ausschlag erlebt

Südkoreas Kospi hat nach einer Rally von 80% und einem Rückgang von 40% einen selten starken Ausschlag erlebt

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Kospi stieg ab April in 10 Wochen um 80%, bevor er in 35 Tagen um 40% fiel.
  • Der Rückgang von 40% ist größer als mehrere große historische Ausverkäufe, die zum Vergleich herangezogen werden, darunter Covid und 1987.
  • Die frühere Rally war Teil einer breiteren Verdreifachung des südkoreanischen Leitindex innerhalb eines Jahres.
  • Die Geschwindigkeit der Bewegungen zeigt, wie privater Handel Gewinne und Verluste bei koreanischen Aktien verstärken kann.
  • Der naheliegendste kurzfristige historische Vergleich ist die Nasdaq während des Dotcom-Crashs, auch wenn dieser Abschwung letztlich deutlich tiefer und länger war.
Südkoreas Kospi hat nach einer Rally von 80% und einem Rückgang von 40% einen selten starken Ausschlag erlebt

Es ist schwierig, für das, was in den vergangenen 15 Wochen mit dem Kospi passiert ist, ein historisches Gegenstück zu finden.

Seit April ist der südkoreanische Leitindex in nur 10 Wochen um 80% gestiegen. Darauf folgte ein Rückgang um 40%, der die Gewinne größtenteils wieder ausgelöscht hat.

Um das Ausmaß eines Rückgangs von 40% innerhalb von 35 Tagen einzuordnen:

  • Covid: 33.9% in 33 Tagen
  • 1987: 33.5% in 100 Tagen
  • Trumps Zollschock im vergangenen Jahr: 18.9% in 48 Tagen

Wenn der S&P 500 um 40% fallen würde, würde das die Gewinne der vergangenen fünf Jahre auslöschen.

Allerdings haben die Bullen nicht völlig ohne Grund Anlass zur Erleichterung, denn die Rally von 80% war nur Teil einer Verdreifachung des Index innerhalb eines Jahres. Die heftigen Richtungswechsel zeigen zudem, wie konzentriert und schnell der Handel mit koreanischen Aktien sein kann, wobei die Beteiligung privater Anleger sowohl den Anstieg als auch den Rückgang häufig verstärkt.

Betrachtet man nur die vergangenen 15 Wochen, ist das naheliegendste Vergleichsbeispiel bemerkenswert: die Nasdaq während des Dotcom-Crashs von 1999-2000. Der Index stieg vom 18. Oktober 1999 bis zum 10. März 2000 um 88% und fiel dann in den fünf Wochen bis zum 14. April um 34%.

Das Problem mit dem Dotcom-Vergleich ist jedoch, dass die Nasdaq erst am 9. Oktober 2002 ihren letztendlichen Tiefpunkt erreichte — also erst zweieinhalb Jahre später — und vom Hoch bis zum Tief 78% verlor. Für den Kospi würde ein ähnlicher Rückgang einen Stand von 2064 bedeuten, also nur geringfügig unter dem Tief vom vergangenen April bei 2284. Das scheint angesichts des berüchtigten Leverage-Einsatzes der südkoreanischen ants erschreckend möglich.