NachrichtenKryptoNiederländische Staatsanwaltschaft verkauft Knakens restliche Kryptowährungen für 2,2 Millionen Euro; Gläubiger drohen Verluste

Niederländische Staatsanwaltschaft verkauft Knakens restliche Kryptowährungen für 2,2 Millionen Euro; Gläubiger drohen Verluste

Autor: CoinLineup·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die niederländische Staatsanwaltschaft verkaufte Knakens verbliebene Kryptowährungsbestände vollständig für 2,2 Millionen Euro im Rahmen eines gerichtlich begleiteten Insolvenzverfahrens.
  • Die Insolvenz ging auf einen Ende Juni 2026 von der Staatsanwaltschaft eingereichten Antrag zurück – ein ungewöhnlicher Schritt, da solche Anträge üblicherweise vom Unternehmen selbst oder von dessen Gläubigern gestellt werden.
  • Das Gericht Rotterdam erklärte Knaken Cryptohandel B.V. für zahlungsunfähig und stellte die Insolvenzmasse unter formale Insolvenzverwaltung.
  • Die erzielten 2,2 Millionen Euro dürften nicht ausreichen, um die Gläubiger vollständig zu befriedigen, wobei die Höhe des Fehlbetrags weiterhin unbeziffert ist.
  • Eingereichte Ansprüche müssen geprüft werden, bevor eine Ausschüttung festgelegt wird; ein Datum für diesen Meilenstein wurde nicht bestätigt.
Niederländische Staatsanwaltschaft verkauft Knakens restliche Kryptowährungen für 2,2 Millionen Euro; Gläubiger drohen Verluste

Die niederländische Staatsanwaltschaft hat die verbliebenen Kryptowährungen der zusammengebrochenen Handelsplattform Knaken für 2,2 Millionen Euro verkauft – eine insolvenzbedingte Liquidation, die Berichten zufolge weiterhin Verluste für die Gläubiger des Unternehmens bedeutet.

Was die Staatsanwaltschaft verkauft hat

Der Verkauf umfasste Knakens verbliebene Kryptowährungsbestände vollständig und wurde im Rahmen eines mit der Insolvenz der Plattform verbundenen rechtlichen Verfahrens durchgeführt, wie NL Times berichtete. Es handelte sich nicht um eine routinemäßige Veräußerung am Markt, sondern um eine gerichtlich begleitete Maßnahme infolge des Scheiterns des Unternehmens.

Die Liquidation folgt auf den früheren Antrag der niederländischen Staatsanwaltschaft, das Kryptowährungsunternehmen für zahlungsunfähig zu erklären – ein von der Openbaar Ministerie Ende Juni 2026 eingereichter Antrag, wie Yahoo Finance berichtete. In den Niederlanden werden Insolvenzanträge häufiger vom zahlungsunfähigen Unternehmen selbst oder von dessen Gläubigern gestellt, was den Antrag der Staatsanwaltschaft zu einem bemerkenswerten Merkmal des Falls machte.

Warum Gläubiger weiterhin mit Verlusten rechnen müssen

Trotz der erzielten 2,2 Millionen Euro scheinen die Erlöse nicht auszureichen, um Knakens Gläubiger vollständig zu befriedigen. Die Berichterstattung stellt nicht den Verkauf selbst, sondern den Fehlbetrag als zentrale Sorge derjenigen dar, denen die Plattform Geld schuldet.

Das spiegelt wider, wie Insolvenzmassen ausgezahlt werden: Nach niederländischem Insolvenzrecht werden die Kosten der Verwaltung der Insolvenzmasse und bestimmte vorrangige Ansprüche beglichen, bevor gewöhnliche unbesicherte Gläubiger etwas erhalten. Ein Fehlbetrag verringert daher die Quote für diejenigen, die in dieser Rangfolge weiter unten stehen.

Das genaue Ausmaß der Gläubigerverluste wurde in der vorliegenden Berichterstattung nicht festgestellt, sodass die Lücke zwischen dem erlösten Betrag und den geschuldeten Summen in dieser Phase unbeziffert bleibt. Diese Unsicherheit ist ein wesentlicher Grund, warum der Fall für frühere Knaken-Nutzer von Bedeutung ist, die den Prozess verfolgen.

Der Verkauf erfolgt zudem vor dem Hintergrund einer breiteren Prüfung, wie Krypto-Unternehmen in Europa mit Kundengeldern umgehen. Dort haben Aufsichtsbehörden vor Risiken im Zusammenhang mit Kontomigrationen im Rahmen der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) gewarnt, die seit Ende 2024 in der gesamten Union gilt und Anbieter von Kryptowertdiensten von nationalen Registrierungen hin zu einer Zulassung auf EU-Ebene überführt hat. Für die Gläubiger bleibt das Endergebnis offen, bis das gerichtlich überwachte Verfahren abgeschlossen ist.

Was das Insolvenzverfahren für die nächste Phase bedeutet

Der Verkauf und eine mögliche Verteilung an die Gläubiger sind getrennte Schritte. Die Umwandlung von Knakens verbliebenen Kryptowährungen in Bargeld ist eine Phase; die Zuteilung dieser Mittel an die Anspruchsberechtigten ist ein eigenständiger Teil des vor den Gerichten geführten Insolvenzverfahrens.

Das Gericht Rotterdam erklärte laut der niederländischen Justiz Knaken Cryptohandel B.V. für zahlungsunfähig und stellte die Insolvenzmasse unter formale Insolvenzverwaltung. Die weitere Bearbeitung der Ansprüche und eine etwaige Ausschüttung an die Gläubiger würden in diesem Rahmen erfolgen, in dem eingereichte Ansprüche geprüft werden müssen, bevor eine Ausschüttung festgelegt wird – der nächste verfahrenstechnische Meilenstein, für den allerdings noch kein Datum bestätigt wurde.

Wie viel die Gläubiger letztlich wiedererlangen, wird in der aktuellen Berichterstattung nicht vorhergesagt; ein Zeitplan für Ausschüttungen wurde nicht bestätigt. Der Fall reiht sich in eine breitere Reihe von Rechts- und Compliance-Maßnahmen gegen Krypto-Unternehmen ein, darunter die Prüfung, wie Börsen Nutzerdaten mit Ermittlern teilen.