NachrichtenMakroKoreanischer Fußball braucht strukturelle Reformen, nicht eine weitere Entschuldigung der KFA

Koreanischer Fußball braucht strukturelle Reformen, nicht eine weitere Entschuldigung der KFA

Autor: The Korea Times Business·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Polizei führte eine Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsaktion in der KFA-Zentrale in Cheonan im Rahmen von Ermittlungen zu möglicher unzulässiger Einmischung bei der Ernennung von Nationaltrainer Hong Myung-bo im Jahr 2024 durch.
  • Das südkoreanische Sportministerium stellte zuvor fest, dass die KFA bei der Ernennung sowohl von Hong Myung-bo als auch seines Vorgängers Jürgen Klinsmann gegen eigene interne Verfahren verstoßen hatte, ohne die Ernennungen jedoch als illegal einzustufen.
  • Aktuelle Berichte, die sich auf Materialien einer Untersuchung aus dem Jahr 2016 beziehen, behaupten, dass ausländische Schiedsrichter bei sieben internationalen Wettbewerben zwischen 2011 und 2012 unangemessene Bewirtung erhielten, einschließlich sexueller Dienstleistungen, die mit Verbandskarten der KFA bezahlt wurden.
  • Eine Untersuchung des Sportministeriums aus dem Jahr 2016 deckte rund 200 Millionen Won an verbotenen Kartenausgaben von KFA-Funktionären auf, was zu polizeilichen Anklagen gegen 11 ehemalige und aktuelle Verbandsmitarbeiter führte.
  • Das Editorial argumentiert, dass die öffentlich finanzierte KFA sich einer unabhängigen Governance-Überprüfung unterziehen und überprüfbare Reformen umsetzen muss, anstatt sich auf weitere öffentliche Entschuldigungen zu verlassen.
Koreanischer Fußball braucht strukturelle Reformen, nicht eine weitere Entschuldigung der KFA

Koreanischer Fußball braucht strukturelle Reformen, nicht eine weitere Entschuldigung der KFA

Veröffentlicht am 9. August 2026, 15:33 Uhr KST — The Korea Times

Die Korea Football Association (KFA) hat erneut eine Entschuldigung ausgesprochen.

Nach der enttäuschenden Kampagne Südkoreas bei der Weltmeisterschaft 2026, einer Anhörung im Parlament, einer polizeilichen Razzia in der KFA-Zentrale und einer erneuten Überprüfung lange ruhender Vorwürfe hat der Verband eingeräumt, dass das öffentliche Vertrauen in die Institution schwer erschüttert wurde. Er hat „tiefe Selbstreflexion", mehr Transparenz und umfassende Reformen versprochen.

Eine notwendige Reaktion — aber keine ausreichende. Der koreanische Fußball braucht keine weitere Entschuldigung. Er braucht eine Aufarbeitung.

Krise jenseits des Spielfelds

Die aktuelle Krise geht weit über eine enttäuschende Weltmeisterschaftsleistung oder die umstrittene Ernennung eines Nationaltrainers hinaus. Die Polizei untersucht aktiv, ob es bei der Ernennung von Hong Myung-bo im Jahr 2024 zu unzulässiger Einmischung kam — Hong ist ein ehemaliger Kapitän der Nationalmannschaft und eine der gefeiertsten Persönlichkeiten aus Südkoreas Weg ins Halbfinale der Weltmeisterschaft 2002 — in einem Verfahren, das bereits anhaltende öffentliche Kritik hervorgerufen hat. Darüber hinaus hatte das Sportministerium zuvor festgestellt, dass die KFA bei der Ernennung sowohl von Hong als auch seines Vorgängers Jürgen Klinsmann gegen eigene interne Verfahren verstoßen hatte — ohne jedoch die Ernennungen als illegal einzustufen.

Diese Unterscheidung ist wichtig: Ein Vorwurf ist keine Verurteilung, und Verfahrensverstöße stellen nicht automatisch strafbare Handlungen dar. Nichtsdestotrotz kann ein Leitungsorgan nicht vernünftigerweise erwarten, das öffentliche Vertrauen zu behalten, wenn seine folgenreichsten Entscheidungen wiederholt polizeiliche, parlamentarische oder ministerielle Überprüfungen nach sich ziehen.

Am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr führte die Polizei eine Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsaktion im Korea Football Park in Cheonan, Provinz Süd-Chungcheong, dem Hauptsitz der KFA, durch. Während der Aktion wurden alle Beschäftigten nach draußen geschickt, berichtete Yonhap.

Wieder aufgetauchte Vorwürfe aus den Jahren 2011–12

Noch beunruhigender sind die Vorwürfe, die nun aus dem Zeitraum 2011–12 wieder auftauchen.

Unter Rückgriff auf Materialien einer Untersuchung des Ministeriums für Kultur, Sport und Tourismus aus dem Jahr 2016 behaupten aktuelle Berichte, dass ausländische Schiedsrichter, die bei sieben internationalen Wettbewerben eingesetzt wurden, unangemessene Bewirtung erhielten — einschließlich sexueller Dienstleistungen —, wobei bestimmte Ausgaben über Verbandskarten der KFA abgerechnet wurden. Bei den betreffenden Wettbewerben handelte es sich Berichten zufolge um Qualifikationsspiele im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen 2012 in London.

Ob ein Schiedsrichter tatsächlich beeinflusst wurde oder ob ein Spielergebnis beeinträchtigt wurde, ist nicht festgestellt worden. Diese Feststellungen erfordern Beweise, keine Spekulationen. Die Ernsthaftigkeit der Vorwürfe rechtfertigt jedoch eine transparente Überprüfung der zugrunde liegenden Finanzunterlagen und der Entscheidungen, die solche Ausgaben genehmigt haben.

Ein Muster finanziellen Fehlverhaltens

Diese Vorwürfe existieren nicht isoliert. Im Jahr 2016 deckte das Sportministerium weit verbreitete unzulässige Ausgaben von aktuellen und ehemaligen KFA-Funktionären auf, darunter rund 200 Millionen Won (141.600 US-Dollar) an Kartenausgaben in Betrieben, in denen solche Transaktionen verboten waren. Das Ministerium ordnete die Rückforderung missbrauchter Gelder, disziplinarische Maßnahmen und Überweisungen zur weiteren Untersuchung an. Die Polizei klagte anschließend 11 ehemalige und aktuelle KFA-Funktionäre wegen angeblichen Missbrauchs von Verbandsgeldern an.

Die Lehre hätte unmissverständlich sein müssen: Governance ist keine bloße Verwaltungsangelegenheit. Sie ist das Fundament, auf dem die sportliche Glaubwürdigkeit beruht.

Dennoch kehrt der koreanische Fußball immer wieder zu denselben ungelösten Fragen zurück — wer die Entscheidung getroffen hat, ob die richtigen Protokolle eingehalten wurden, ob die Gelder sachgerecht ausgegeben wurden und wer letztlich die Verantwortung trägt. Für eine Nation, die sich seit 1986 für jede Weltmeisterschaft qualifiziert hat und als eine der konstantesten Fußballmächte Asiens gilt, hat die anhaltende Unfähigkeit, diese Governance-Fragen zu klären, eine Bedeutung, die weit über die innerstaatliche Verwaltung hinausgeht.

Der Weg nach vorn

Eine weitere schriftliche Erklärung, die Reformen verspricht, wird nicht ausreichen. Die KFA, die als öffentlich finanzierte Institution unter der Zuständigkeit des Ministeriums für Kultur, Sport und Tourismus arbeitet, muss sich einer unabhängigen, umfassenden Überprüfung ihrer Governance-Struktur unterziehen. Das Verfahren zur Ernennung von Nationaltrainern muss transparent und unabhängig nachprüfbar gestaltet werden. Finanzkontrollen müssen verstärkt werden. Interessenkonflikte müssen vollständig offengelegt werden. Disziplinar- und Begnadigungsentscheidungen müssen klaren, veröffentlichten Standards unterliegen. Entscheidend ist: Wo Fehlverhalten festgestellt wird, muss die Rechenschaftspflicht bis zu den leitenden Funktionären reichen — nicht nur zu denjenigen auf den unteren Ebenen der Hierarchie.

Gleichzeitig muss der koreanische Fußball der Versuchung widerstehen, seine Sportgeschichte aufgrund unbewiesener Vorwürfe umzuschreiben. Die Spieler, die Südkorea auf dem Feld vertraten, haben diese institutionellen Fehler nicht verursacht. Ihr Einsatz, ihre Erfolge und Niederlagen gehören ihnen. Nichts, was über die Verwaltung der KFA aufgedeckt wird, sollte das, was im Wettbewerb redlich verdient wurde, leichtfertig schmälern.

Die Spieler zu schützen bedeutet jedoch auch, die Glaubwürdigkeit der Institution hinter ihnen zu schützen. Die KFA besitzt nicht den koreanischen Fußball — sie ist mit dessen Verwaltung betraut. Diese Unterscheidung wurde viel zu lange übersehen.

Fans schulden dem Verband kein Vertrauen. Der Verband muss es sich verdienen — durch Transparenz, Rechenschaftspflicht und spürbare, überprüfbare Veränderungen. Eine enttäuschende Weltmeisterschaft lässt sich auf dem Trainingsplatz korrigieren. Eine beschädigte Institution nicht.

Die KFA hat erklärt, dass sie möchte, dass der koreanische Fußball eher Jubel als Wut, Unterstützung als Kritik erhält. Dieses Ziel wird nicht erreicht, indem man die Menschen bittet zu vergessen. Es wird nur erreicht, indem man ihnen einen glaubwürdigen Grund gibt, darauf zu vertrauen, dass sich dieselben Fehler nicht wiederholen werden.

Der koreanische Fußball braucht keine weitere Entschuldigung. Er braucht eine Aufarbeitung — und diesmal müssen die Reformen tatsächlich folgen.

Quelle: The Korea Times