NachrichtenKryptoKalshi beantragt bei der CFTC die Zulassung von Perpetual Futures im Krypto-Stil für Aktien und Kupfer

Kalshi beantragt bei der CFTC die Zulassung von Perpetual Futures im Krypto-Stil für Aktien und Kupfer

Autor: Cryptopolitan·

Wichtige Erkenntnisse

  • Kalshi reichte am 18. August zwei Anträge bei der CFTC für Perpetual Futures auf einen US-Aktienindex und auf Kupfer ein.
  • Der US500-Kontrakt würde den MerQube US Large Cap Index abbilden, während COPPERPERP den XCU/USD-Feed des Pyth Network nutzen würde.
  • Beide Produkte benötigen noch die Genehmigung der CFTC nach Regulation 40.3, bevor Kalshi sie starten kann.
  • Kalshi hatte bereits am 29. Mai die Zulassung für BTCPERP erhalten und das Angebot später auf mehrere Krypto-Perpetuals ausgeweitet.
  • Die CME Group hat die CFTC wegen der Politik zu Perpetual Futures verklagt; dieses Verfahren könnte beeinflussen, ob die neuen Kontrakte den Markt erreichen.
Kalshi beantragt bei der CFTC die Zulassung von Perpetual Futures im Krypto-Stil für Aktien und Kupfer

Kalshi versucht, eines der markantesten Handelsprodukte der Kryptowelt in die traditionellen Märkte zu überführen. Am 18. August reichte die bundesweit regulierte Börse zwei Anträge bei der CFTC ein, mit denen die Zulassung von Perpetual-Futures-Kontrakten auf einen großen US-Aktienindex und auf Kupfer beantragt wird. Im Falle einer Genehmigung würden die Kontrakte eine Struktur, die aus dem Kryptosektor stammt, in Aktien und Rohstoffe übertragen und damit einen Produkttyp, der bislang weitgehend auf Krypto-Handelsplattformen konzentriert war, in regulierte Märkte mit deutlich breiterer Retail- und institutioneller Reichweite ausweiten.

Der Schritt ist bedeutsam, denn Perpetual Futures, kurz Perps, sind zu einem grundlegenden Bestandteil des Kryptohandels geworden. Forscher der Cornell University schätzen, dass Perpetual Futures 93 % des gesamten Kryptoderivatehandels ausmachen. Das Konzept hinter ihrer Beliebtheit ist einfach: Trader können gehebelte Positionen halten, ohne Kontrakte beim Ablauf rollen zu müssen, und erhalten gleichzeitig regelmäßige Funding-Zahlungen, die die Preise mit dem zugrunde liegenden Markt in Einklang halten.

Die Idee hinter Perpetual Futures ist nicht neu. Der Ökonom Robert Shiller schlug bereits 1993 eine Struktur für den Handel mit Perpetual Futures vor.

"A perpetual futures contract is proposed that would cash settle every day…" — Robert J. Shiller, 1993

Doch erst im Kryptobereich erlangte das Produkt breitere Bekanntheit.

Ein Aktienindex und ein Metall, bewertet anhand eines Pyth-Feeds

Kalshis US500-Kontrakt wird einen Index namens MerQube US Large Cap Index abbilden. Dieser besteht aus den 500 größten in den USA notierten Unternehmen und gewichtet sie nach streubesitzbereinigter Marktkapitalisierung.

Der zweite vorgeschlagene Kontrakt trägt die Bezeichnung COPPERPERP und misst den aktuellen Kupferpreis in US-Dollar je Pfund anhand des XCU/USD-Datenfeeds des Pyth Network.

Bisher wurde keines der Produkte von der Aufsichtsbehörde genehmigt. Die Anträge (PDF, PDF) fallen unter Regulation 40.3, was bedeutet, dass Kalshi vor der Einführung der Produkte auf seiner Plattform auf die Zustimmung der CFTC warten muss.

Perpetuals unterscheiden sich in ihrer Struktur von herkömmlichen Futures-Kontrakten, da sie kein Verfallsdatum besitzen. Trader können Long- oder Short-Positionen unbegrenzt halten, wobei Zahlungen fließen, um den Perpetual mit dem zugrunde liegenden Preis im Einklang zu halten. Diese Struktur macht es einfach, ihn auf eine Spot-Referenz wie einen Aktienindex oder einen Rohstoffbenchmark abzubilden; zugleich wirft sie die Frage auf, wie die Regulierungsbehörden mit ihm außerhalb des Kryptomarkts umgehen werden, in dem er erstmals im großen Stil gewachsen ist.

Vom Bitcoin-Kontrakt im Mai zu Aktien im August

Kalshis Vorstoß in Nicht-Krypto-Perps folgt auf die regulatorische Öffnung zu Beginn dieses Jahres. Am 29. Mai gab die CFTC grünes Licht für Kalshis BTCPERP-Kontrakt und veröffentlichte eine Erklärung, wonach weitere Perpetual-Kontrakte unter Regulation 40.3 geprüft werden.

Bitcoin-Perps starteten Anfang Juni; später kamen Ether, XRP und mehrere weitere Krypto-Assets hinzu. Wie Cryptopolitan berichtet hat, bietet Kalshi inzwischen Perpetuals auf 13 Kryptowährungen an.

Die Anträge zum Aktienindex und zu Kupfer führen diese Idee deutlich weiter. Für eine Börse, die vor allem für Event-Kontrakte bekannt ist, bedeuten sie einen weiteren Schritt in Richtung Wettbewerb als breiter aufgestellter Derivate-Handelsplatz – und ein Zeichen dafür, dass die Produktentwicklung von Krypto-nativen Märkten in Instrumente wandert, die an traditionelle Anlagen gekoppelt sind, die anderswo bereits intensiv gehandelt werden.

Eine Krypto-native Struktur für traditionelle Anlagen

Die weiterreichende Frage ist nicht Kupfer selbst, sondern ob ein im Kryptobereich verwurzelter Handelsansatz für traditionelle Anlagen von Nutzen sein kann. In ihrem Bericht 2026 Crypto Market Outlook hat Coinbase Institutional diese Idee aufgegriffen.

"Equity perps could become the preferred choice for a new generation of retail traders." — Coinbase Institutional

Coinbase hebt die durchgängige Verfügbarkeit und die effiziente Nutzung von Kapital als zentrale Verkaufsargumente hervor. Darüber hinaus argumentiert das Unternehmen, dass Perps nicht länger lediglich gehebelte Produkte sind, sondern nach und nach zu Bestandteilen von Kredit-, Sicherheiten- und Absicherungssystemen werden.

Sollte es regulierten Börsen in den USA gelingen, Perps auf Aktien und Rohstoffe auszudehnen, hätte die Kryptowelt eine ihrer wirksamsten Marktstrukturen in die konventionellen Finanzmärkte exportiert. Zudem könnte ein wettbewerbsintensiveres Umfeld um Handelsvolumina entstehen, da traditionelle und Krypto-native Handelsplätze weiter verzahnt werden.

Ein kleines Orderbuch mit raschem Wachstum

Derzeit ist Kalshis Perp-Geschäft noch begrenzt. Wie Cryptopolitan berichtet hat, erreichte Kalshis tägliches Open Interest am 12. August mit 17,98 Millionen US-Dollar einen Allzeithöchststand. Zum Vergleich: Hyperliquid wies über 377 Handelspaare rund 11,7 Milliarden US-Dollar an Open Interest auf – Kalshis Perp-Buch entspricht damit vorerst nur rund 0,15 % dieses Betrags.

Das Wachstum ist gleichwohl rapide. Kalshis Perps erreichten bereits eine Woche nach dem Start ein Nominalvolumen von 1 Milliarde US-Dollar, während das Event-Kontrakt-Geschäft des Unternehmens rund 40 Monate für diese Marke benötigte.

Mit dieser Expansion sind jedoch auch Risiken verbunden. Die CME Group reichte im Juni eine Klage gegen die CFTC und deren Vorsitzenden Michael Selig ein – wegen der Zulassung Kalshis sowie der allgemeinen Politik zu Perpetual-Kontrakten. Nach Ansicht der CME sollte diese Art von Angebot unter Swaps und nicht unter Futures fallen.

Dieses Verfahren könnte ebenso wie die laufende Prüfung der August-Anträge Kalshis durch die CFTC letztlich darüber entscheiden, ob US500 und COPPERPERP den Markt erreichen.