NachrichtenKryptoJPMorgan zeigt sich offen für einen Stablecoin, während US-Banken digitale Token prüfen

JPMorgan zeigt sich offen für einen Stablecoin, während US-Banken digitale Token prüfen

Autor: Cryptopolitan·

Wichtige Erkenntnisse

  • JPMorgan Chase sagt, dass es derzeit keinen Plan gibt, einen Stablecoin auszugeben, die Option aber später bei veränderten Bedingungen prüfen würde.
  • Das Wall Street Journal berichtete, dass JPMorgan kürzlich erste Gespräche über die mögliche Einführung eines eigenen Stablecoins geführt habe.
  • JPMorgan bietet bereits JPM Coin an, einen digitalen Einlagentoken für institutionelle Kunden, der im November 2025 eingeführt wurde.
  • Die Bank erklärte, dass eine künftige Entscheidung über einen Stablecoin von der Kundennachfrage und dem regulatorischen Umfeld abhänge.
  • Auch andere große Banken, darunter Bank of America, Wells Fargo und Santander, sollen Stablecoin-Initiativen verfolgen.
JPMorgan zeigt sich offen für einen Stablecoin, während US-Banken digitale Token prüfen

JPMorgan Chase, die größte Bank in den Vereinigten Staaten, ist laut einer Unternehmenssprecherin offen dafür, einen Stablecoin zu lancieren.

Die Bank führte kürzlich erste Gespräche darüber, ob sie einen eigenen Stablecoin herausgeben könnte, berichtete das Wall Street Journal am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Derzeit hat JPMorgan keinen aktiven Plan, einen Stablecoin einzuführen, könnte dies in Zukunft aber erwägen.

"While we have no plans to issue a stablecoin, depending on customer demand and the evolution of the regulatory landscape, we would of course evaluate all options in the future," sagte eine JPMorgan-Sprecherin.

Die Bank betreibt bereits einen digitalen Einlagentoken, JPM Coin, den sie im November 2025 für institutionelle Kunden eingeführt hat, berichtete Cryptopolitan. Einlagentoken unterscheiden sich von Stablecoins: Sie stellen digitale Ansprüche auf bestehende Bankeinlagen dar, während Stablecoins digitale Token sind, die darauf ausgelegt sind, einen stabilen Wert gegenüber einer Fiat-Währung, typischerweise dem US-Dollar, zu halten. Ein Stablecoin von JPMorgan wäre daher ein eigenständiges Instrument neben dem bestehenden institutionellen Token, und die Bank hat einen solchen Schritt an die Kundennachfrage und die Entwicklung der US-Regeln für digitale Vermögenswerte geknüpft.

US-Banken wollen nun eigene Stablecoins

Traditionelle Banken betrachteten Stablecoins lange als direkte Bedrohung für ihr Geschäft. In letzter Zeit erwägen jedoch viele von ihnen, eigene Token einzuführen, und treten damit in einen Markt ein, der Schätzungen zufolge bis zu 1.5 quadrillion annually by 2035 abwickeln könnte. Dass JPMorgan, bereits über JPM Coin im digitalen Geldgeschäft aktiv, ebenfalls einen Token prüft, zeigt, wie sich die Haltung der Branche von defensiv zu wettbewerbsorientiert verschoben hat.

JPMorgan deutete diesen Wandel in einem Research-Bericht an und sagte, Stablecoins seien aufgrund ihrer hohen Effizienz beim Geldtransfer zu einem "must-have" geworden, berichtete Cryptopolitan.

"Consumers and businesses increasingly expect funds to move as fast as information," sagte die Bank. "The sharp growth in real-time payment signals that instant settlement is moving from a 'nice-to-have' to a 'must-have.'"

Im Juni trat ein Konsortium aus US-Banken und Zahlungsunternehmen dem Open Standard bei, um einen sogenannten OpenUSD-Stablecoin für globale Zahlungen zu starten.

Das Wall Street Journal berichtete außerdem, dass Bank of America, Wells Fargo und Santander zu einem Dutzend Finanzinstituten gehören, die derzeit ein Stablecoin-Vorhaben verfolgen, das weltweit zum Einsatz kommen soll. Die Banken planen, für alle Währungen der Group of Seven einen Stablecoin auszugeben, beginnend mit dem US-Dollar, und zwar für den kommerziellen Bereich ihres Geschäfts. Wie sich Kundennachfrage und Regulierung entwickeln, wird bestimmen, ob aus JPMorgans Offenheit ein tatsächlicher Start wird.