JPMorgan Chase beendete Berichten zufolge die Bankverbindung zu Polymarket wegen regulatorischer Bedenken
Wichtige Erkenntnisse
- •JPMorgan Chase hat im Oktober 2025 wegen regulatorischer Bedenken die Bankverbindung zu Polymarket beendet und die Plattform angewiesen, einen anderen Kreditgeber zu finden, was inzwischen erfolgt ist.
- •Polymarket zahlte 2022 eine Geldstrafe von 1,4 Millionen US-Dollar an die CFTC für den Betrieb einer nicht registrierten Derivateplattform und kehrte später unter gelockerten regulatorischen Bedingungen auf den US-Markt zurück.
- •JPMorgan unterhält weiterhin weitere Verbindungen zu Polymarket, darunter operative Geschäftsbeziehungen und potenzielle Kapitalmarktgeschäfte.
- •Frankreichs Glücksspielregulierungsbehörde hat Polymarket als illegal eingestuft und die Internetanbieter angewiesen, den Zugang zur Plattform innerhalb des Landes zu sperren.
- •Die CFTC hat ihre Untersuchung gegen Polymarket ausgeweitet, um Vorwürfe von inszenierten Trades und gefälschten Gewinnwetten zu prüfen, und damit die Prüfung über frühere Bedenken wegen nicht offengelegter Influencer-Werbung hinaus erweitert.

JPMorgan Chase, die größte Bank der Vereinigten Staaten, hat ihre Bankverbindung zur Prognosemarkt-Plattform Polymarket Berichten der Financial Times zufolge im Oktober 2025 wegen regulatorischer Bedenken beendet. Die Bank wies Polymarket an, einen anderen Kreditgeber zu finden, was die Plattform inzwischen getan hat. Der Zugang zu Bankdienstleistungen ist für Kryptounternehmen eine wiederkehrende Herausforderung, da sie für Dollar-Einlagen und Zahlungen auf regulierte Kreditgeber angewiesen sind – Entscheidungen großer Banken haben für solche Plattformen daher operatives Gewicht.
Zur regulatorischen Vorgeschichte von Polymarket gehört eine Geldstrafe von 1,4 Millionen US-Dollar, die die U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC) 2022 wegen des Betriebs einer nicht registrierten Derivateplattform verhängte. Die Plattform kehrte später unter gelockerten regulatorischen Bedingungen auf den US-Markt zurück. Diese Rückkehr folgte auf eine Phase, in der Prognosemärkte, darunter Polymarket, rund um die US-Wahl 2024 einen starken Anstieg öffentlicher Aufmerksamkeit und Handelsaktivität verzeichneten.
Obwohl die Bankverbindung beendet wurde, unterhält JPMorgan dem Bericht zufolge weiterhin weitere Verbindungen zu Polymarket, darunter operative Geschäftsbeziehungen und potenzielle Kapitalmarktgeschäfte.
Polymarket sieht sich auch in anderen Rechtsräumen mit Durchsetzungsmaßnahmen konfrontiert. Frankreich ist das jüngste Land, das den Zugang zur Plattform einschränkt: Die dortige Glücksspielregulierungsbehörde stufte Polymarket als illegal ein und wies die Internetanbieter an, den Zugang innerhalb des Landes zu sperren (Frankreichs Glücksspielregulierer stuft Polymarket als illegal ein und ordnet die Sperrung durch Internetanbieter an). Die französische Maßnahme verdeutlicht unterschiedliche Herangehensweisen im Umgang mit solchen Plattformen: In den Vereinigten Staaten werden Ereigniskontrakte in der Regel von der CFTC als Derivate reguliert, während Regulierungsbehörden in einigen anderen Ländern sie dem Glücksspielrecht zuordnen.
Unabhängig davon hat die CFTC vor rund zwei Monaten ihre Untersuchung gegen Polymarket ausgeweitet, um Vorwürfe von inszenierten Trades und gefälschten Gewinnwetten zu prüfen, und damit die regulatorische Prüfung über die zuvor berichteten Bedenken wegen nicht offengelegter Influencer-Werbung hinaus erweitert (CFTC weitet Polymarket-Untersuchung aus: Prüfung verschiebt sich von Werbung zur Marktintegrität). Der Bericht lässt offen, wie diese Untersuchung und die französische Sperranordnung ausgehen werden – die regulatorischen Ergebnisse bleiben damit die wichtigsten offenen Fragen für die Plattform.