JPMorgan: Bitcoin könnte in den nächsten zehn Jahren die meisten Anlageklassen übertreffen, doch die Bank empfiehlt ihn weiterhin nicht
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Vermögensverwaltungssparte von JPMorgan prognostiziert in ihrem Bericht „Long-Term Capital Market Assumptions“ für 2027, dass die Renditen von Bitcoin im Basisszenario über einen Zeitraum von zehn Jahren die von Aktien, Anleihen und Gold übertreffen werden.
- •Die Bank hält es aufgrund der instabilen Korrelationen zu anderen Anlageklassen für verfrüht, Bitcoin als Diversifikator in ausgewogene Portfolios aufzunehmen.
- •JPMorgan stuft Bitcoin als spekulatives Asset und Absicherung gegen eine geldpolitische Lockerung ein, das derzeit wie ein Hoch-Beta-Risikoasset der globalen Geldmengenentwicklung folgt.
- •Dem Bericht zufolge könnte sich Bitcoins Rolle in Portfolios verändern, wenn die Volatilität weiter sinkt und sich die Korrelationen stabilisieren, insbesondere bei klarerer Regulierung sowie verbesserter Liquidität und Preisfindung.
- •Bitcoins Bedeutung an der Wall Street ist seit der Genehmigung von Krypto-ETFs durch die SEC im Jahr 2024 gestiegen, unterstützt durch den offeneren regulatorischen Ansatz der Trump-Regierung seit 2025.

Die Vermögsverwaltungssparte von JPMorganChase erklärt, dass Bitcoin in den kommenden zehn Jahren die meisten Anlageklassen übertreffen könnte, obwohl die Bank die Kryptowährung weiterhin für zu volatil hält, um sie für die Portfolios strategischer Anleger zu empfehlen.
In ihrem Bericht „Long-Term Capital Market Assumptions“ für 2027 erklärte die Vermögensverwaltungssparte von JPMorgan, dass die Volatilität des Kurses der größten Kryptowährung zwar abgenommen habe, es jedoch „verfrüht sei, BTC als Diversifikator in einem ausgewogenen Portfolio zu betrachten“. Der langfristige Ausblick enthält die Annahmen der Bank zu Renditen, Risiken und Korrelationen verschiedener Anlageklassen, die institutionellen Anlegern als Orientierung für strategische Allokationsentscheidungen dienen sollen. Beim Portfolioaufbau ist ein Diversifikator ein Vermögenswert, dessen Renditen sich nicht im Gleichlauf mit Aktien und Anleihen bewegen und dadurch die Gesamtentwicklung abfedern können, wenn traditionelle Märkte schwanken.
„BTC hat derzeit aufgrund instabiler Korrelationen zu anderen Anlageklassen keine klare Rolle als Diversifikator in ausgewogenen Portfolios“, heißt es in dem Bericht. Weiter heißt es: „Wir sehen Bitcoin als spekulatives Asset und als Absicherung gegen eine geldpolitische Lockerung.“ Eine geldpolitische Lockerung bezeichnet Zinssenkungen der Zentralbanken und eine Ausweitung der Geldmenge zur Ankurbelung der Wirtschaft.
Der Bericht zeigte anschließend ein Diagramm mit einem Basisszenario – seinem zentralen Szenario –, in dem die Bitcoin-Renditen über den Zehnjahreszeitraum die von Aktien, Anleihen und Gold übertreffen. Zugleich wies er darauf hin, dass die Volatilität der Kryptowährung ihre Rolle in Portfolios beeinträchtigen könnte.
„Sollte die Volatilität jedoch weiter zurückgehen und sich die Korrelationen zu anderen Anlageklassen stabilisieren, könnte sich dies in Zukunft ändern, insbesondere wenn die Regulierung klarer wird und sich Liquidität sowie Preisfindung weiter verbessern“, hieß es weiter.
Vorerst, so der Bericht, „wird Bitcoin größtenteils wie ein Hoch-Beta-Risikoasset gehandelt, das dem Wachstum der globalen Geldmenge folgt“, statt sich wie ein traditioneller Portfolio-Diversifikator zu verhalten. Ein Asset mit hohem Beta bewegt sich tendenziell stärker als der Gesamtmarkt und verstärkt dadurch Schwankungen in beide Richtungen.
“JUST IN: The largest bank in the U.S. JPMorgan is forecasting Bitcoin to outperform every major asset over the next decade. You are not bullish enough pic.twitter.com/m2dEiP47Vo”
— Bitcoin Magazine (@BitcoinMagazine) October 20, 2026
JPMorgan, eine der größten Banken der Welt, hat die zugrunde liegende Technologie von Bitcoin – die Blockchain – genutzt, um eigene Produkte auf den Markt zu bringen. Der CEO des multinationalen Konzerns, Jamie Dimon, steht Bitcoin jedoch seit Langem skeptisch gegenüber. Der JPMorganChase-Chef hat Bitcoin bekanntlich scharf kritisiert und als „hyper aufgebauschten Betrug“ sowie als „Pet Rock“ bezeichnet – zudem erklärte er, der einzige Wert von Bitcoin liege für Kriminelle. Dennoch hat er die zugrunde liegende Technologie der Kryptowährung gelobt und sich positiv über Krypto-Produkte wie Stablecoins geäußert.
Bitcoin ist an der Wall Street populärer geworden, insbesondere seit die Securities and Exchange Commission im Jahr 2024 den Handel mit börsengehandelten Fonds genehmigte. Die Genehmigungen ermöglichten es Mainstream-Anlegern, über herkömmliche Brokerage-Konten ein Bitcoin-Exposure aufzubauen. Auch die kryptofreundliche Haltung von Präsident Donald Trump hat dazu beigetragen: Die Regulierungsbehörden unter dem US-Präsidenten verfolgen bei der Aufsicht über den Sektor seit 2025 einen deutlich offeneren Ansatz.
Dieser Artikel wurde von Mathew Di Salvo verfasst und erschien zuerst im Bitcoin Magazine.