Jetstar erhebt ab Februar 2027 Gebühren für Handgepäck in den Gepäckfächern
Wichtige Erkenntnisse
- •Jetstar wird ab Februar 2027 Gebühren von 18 bis 37 US-Dollar für die Aufbewahrung von Handgepäck in den Gepäckfächern auf einfachen Flügen einführen.
- •Passagiere können weiterhin kleinere Gegenstände wie Handtaschen und Laptoptaschen kostenlos unter dem Vordersitz verstauen.
- •Jetstar ist die erste Airline in der Australien-Neuseeland-Region, die für die Nutzung der Gepäckfächer Gebühren verlangt.
- •Die neue Priority-Carry-on-Option umfasst früheres Boarding und beendet das Wiegen von Taschen am Gate; die Gewichtsgrenze steigt auf 22 Pfund.
- •Australische Politikerinnen und Politiker, darunter Verkehrsministerin Catherine King und Oppositionssenatorin Bridget McKenzie, haben die Änderung kritisiert.

Die australische Billigfluggesellschaft Jetstar hat angekündigt, dass sie Passagieren künftig Gebühren für das Verstauen von Handgepäck in den Gepäckfächern berechnen wird – Teil einer umfassenden Überarbeitung der Gepäckrichtlinien an Bord.
Die neue Regelung tritt im Februar 2027 in Kraft und kostet Reisende je nach Strecke zwischen 18 und 37 US-Dollar, wenn sie große Taschen auf einem Flug mit nur einer Strecke in den Gepäckfächern verstauen möchten. Taschen in den Gepäckfächern dürfen bis zu 22 Pfund wiegen und werden vor dem Boarding nicht mehr vom Airline-Personal gewogen, wodurch die bisherige Grenze von 15 Pfund entfällt. Die vorab buchbare Option mit der Bezeichnung „Priority Carry-on“ umfasst außerdem einen früheren Einstieg.
Passagiere dürfen kleinere Gegenstände – etwa eine Handtasche, eine Laptoptasche oder einen Rucksack, der die vorgegebenen Maße einhält – weiterhin kostenlos unter dem Sitz vor ihnen verstauen.
Die Änderung folgt nach Rückmeldungen von Passagieren und Airline-Mitarbeitern, die das Wiegen von Taschen am Gate und die Suche nach Platz in den Gepäckfächern als zu den stressigsten Teilen des Flughafenerlebnisses beschrieben hatten, teilte das Unternehmen in einer Mitteilung mit. Jetstar erklärte, die Änderung solle Frustrationen an den Boarding-Gates verringern.
„Indem wir Kunden eine Tasche unter dem Sitz mit der Option anbieten, Priority Carry-on hinzuzufügen, können wir den Platz in den Gepäckfächern besser nutzen, das Boarding beschleunigen und mehr Flüge pünktlich starten lassen“, sagte Jetstar-CEO Stephanie Tully in einer Mitteilung.
„Sie zahlen nur für das, was Sie brauchen — mit weniger zu reisen bedeutet, weniger zu zahlen, und Sie können jederzeit mehr hinzufügen, wenn Sie es brauchen“, sagte Tully.
Gebühren für Gepäck, zusätzliches Gepäck, Sitzplatzwahl und Priority Boarding machen einen wachsenden Teil der Einnahmen von Billigfluggesellschaften aus, im Rahmen eines branchenweiten Entbündelungsmodells, bei dem Airlines niedrigere Basispreise bewerben und Leistungen separat berechnen, die früher enthalten waren. Jetstar, im Besitz von Qantas, ist als Billigtochter der Gruppe für Inlands- sowie Kurzstrecken-Auslandsrouten in der Asien-Pazifik-Region tätig. Verbrauchergruppen haben solche Gebühren kritisiert und argumentiert, dass die beworbenen Grundtarife die tatsächlichen Reisekosten nicht widerspiegeln.
Jetstar ist damit die neueste Billigfluggesellschaft, die eine Zahlungspflicht für Handgepäck einführt. Billigairlines in den Vereinigten Staaten und Europa verlangen Passagieren häufig Gebühren für die Nutzung der Gepäckfächer. Während australische und neuseeländische Fluggesellschaften bereits Gebühren für aufgegebenes Gepäck, Sitzplatzwahl sowie bestimmte Speise- und Unterhaltungsoptionen an Bord verlangen, macht Jetstars Ankündigung das Unternehmen zur ersten Airline in der Region, die für die Nutzung der Gepäckfächer Gebühren erhebt.
Die australische Oppositionssenatorin Bridget McKenzie sagte in sozialen Medien, die neuen Änderungen seien ein „cash grab“.
Bundesverkehrsministerin Catherine King sagte, Fluggesellschaften sollten Passagiere beim Kauf der Tickets über alle zusätzlichen Gebühren informieren, um „Überraschungen“ am Flughafen zu vermeiden.
„Jetstar behauptet, diese Änderung diene dazu, die Tarife erschwinglich zu halten. Es wird an ihnen liegen, das den Passagieren zu beweisen“, sagte King in einer Mitteilung.
Reuters hat zu diesem Bericht beigetragen.