NachrichtenKryptoJapan richtet eigene FSA-Abteilung für Krypto- und Stablecoin-Aufsicht ein

Japan richtet eigene FSA-Abteilung für Krypto- und Stablecoin-Aufsicht ein

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die FSA kündigte die Cryptocurrency and Stablecoin Division am 5. August an; der Betrieb beginnt am 7. August.
  • Die neue Abteilung bündelt die Aufsicht über digitale Vermögenswerte und überwacht lizenzierte Börsen sowie registrierte Dienstleister.
  • Japans überarbeiteter Financial Instruments and Exchange Act behandelt digitale Währungen nun als Finanzinstrumente und ergänzt Insiderhandelsverbote sowie Offenlegungspflichten.
  • Die Strafen für nicht registrierte Krypto-Aktivitäten steigen deutlich; die Haftstrafe erhöht sich auf zehn Jahre und die Geldstrafe auf 10 Millionen Yen.
  • Japan prüft separat einen Steuerrahmen mit 20% für Krypto-Gewinne sowie mögliche Regeln, die inländische Bitcoin-Exchange-Traded-Funds erlauben könnten.
Japan richtet eigene FSA-Abteilung für Krypto- und Stablecoin-Aufsicht ein

Japans Financial Services Agency (FSA) hat eine unabhängige Regulierungsabteilung für digitale Währungen und Stablecoins geschaffen. Die Änderung tritt am 7. August in Kraft und hebt die Aufsicht über Kryptowährungen innerhalb der Behörde auf Abteilungsebene an.

Die neue Struktur soll Japan einen stärkeren Rahmen für die Überwachung von Börsenaktivitäten, Innovationen bei digitalen Zahlungen und die breitere Entwicklung von Finanztechnologie geben, während das Land seine Regeln für einen Markt verschärft, der sich inzwischen über die reine Börsenaufsicht hinaus auf Zahlungen, Offenlegung und Produktgestaltung ausgedehnt hat.

Unabhängige Abteilung bündelt die Aufsicht über digitale Vermögenswerte

Am 5. August kündigte die FSA nach der Genehmigung einer umfassenderen organisatorischen Reform die Einrichtung der Cryptocurrency and Stablecoin Division an. Die Abteilung wird ab dem 7. August unter dem Asset Utilization and Insurance Supervision Bureau arbeiten. Die neue Struktur führt mehrere Einheiten auf Office-Ebene zusammen, die zuvor in der Behörde für Krypto-Regulierung, Aufsicht und technologiebezogene Politik zuständig waren.

Vor der Umstrukturierung lagen krypto-bezogene Zuständigkeiten vor allem in der Risk Analysis Division des Comprehensive Policy Bureau. Zu diesem Aufbau gehörten sowohl das Cryptocurrency and Blockchain Innovation Office als auch das Cryptocurrency Monitoring Office. Der überarbeitete Rahmen schafft eine einheitliche Abteilung mit gebündelter Zuständigkeit für Japans Regulierungslandschaft bei digitalen Vermögenswerten.

Die Abteilung wird drei getrennte Büros umfassen, die jeweils klar definierte Aufgaben übernehmen. Das Cryptocurrency Monitoring Office wird die Aufsicht über lizenzierte Börsen und registrierte Dienstleister übernehmen. Die beiden anderen Büros konzentrieren sich auf die Entwicklung von Innovationspolitik und die strategische Planung für digitale Zahlungssysteme.

Gesetzesreformen erweitern den Regulierungsumfang

Der organisatorische Wandel geht mit umfangreichen Änderungen des Financial Instruments and Exchange Act einher. Nach dem aktualisierten Rahmenwerk haben Gesetzgeber digitale Währungen als Finanzinstrumente neu eingestuft. Dadurch wird Japans Krypto-Sektor Regulierungsstandards unterworfen, die näher an denen konventioneller Wertpapiermärkte liegen.

Das überarbeitete Gesetz führt außerdem Insiderhandelsbeschränkungen für Kryptomärkte ein. Darüber hinaus müssen bestimmte Emittenten nun jährliche Offenlegungsberichte einreichen, um die Markttransparenz zu verbessern. Zusammen erweitern diese Maßnahmen die Aufsicht und verschärfen die Verhaltensanforderungen in der gesamten Branche für digitale Vermögenswerte.

Das Gesetz erhöht zudem die Strafen für nicht registrierte Aktivitäten deutlich. Die Höchstfreiheitsstrafen steigen bei Inkrafttreten der Änderungen von drei Jahren auf zehn Jahre. Auch die Geldstrafen werden erhöht und steigen von drei Millionen Yen auf zehn Millionen Yen.

Steuerreform, Bitcoin-ETF-Pläne und Compliance-Prioritäten prägen die weitere Entwicklung

Japan entwickelt außerdem einen separaten Steuerrahmen für Krypto-Gewinne. Das vorgeschlagene System sieht einen effektiven Steuersatz von 20% sowie eine dreijährige Verlustvortragsregelung vor. Nach derzeitigen Erwartungen könnten diese Steueränderungen bis 2028 in Kraft treten.

Gleichzeitig prüfen die Behörden regulatorische Anpassungen, die inländische Bitcoin-Exchange-Traded-Funds ermöglichen könnten. Die FSA überprüft weiterhin die Regeln für Investment Trusts, während sie an der rechtlichen Struktur arbeitet, die für eine Genehmigung erforderlich ist. Diese Schritte würden Japan näher an die Zulassung regulierter Anlageprodukte für digitale Vermögenswerte bringen, während die Behörde neue Produkte mit demselben Aufsichtsrahmen in Einklang bringen müsste, der nun in der neuen Abteilung gebündelt wird.

Auch der regulatorische Druck auf internationale Plattformen hat sich im Zuge des breiteren Politikwechsels verschärft. Bitget teilte mit, dass japanische Nutzerkonten ab dem 1. November eingeschränkt werden und vollständige Positionsschließungen für den 31. Dezember geplant sind. Die neu geschaffene Abteilung soll Japans Durchsetzungskapazitäten stärken und zugleich regulierte Innovation innerhalb des Sektors für digitale Vermögenswerte fördern.