Israels UN-Botschafter schließt palästinensische Staatlichkeit nach den Ereignissen vom 7. Oktober aus
Wichtige Erkenntnisse
- •Israels UN-Botschafter hat formell bestätigt, dass das Land nach den Hamas-Angriffen vom 7. Oktober keinen palästinensischen Staat anstreben oder unterstützen wird.
- •Premierminister Netanjahu hat argumentiert, dass ein palästinensischer Staat eine existenzbedrohende Sicherheitsgefährdung darstellen würde, was eine einheitliche Haltung der israelischen Regierung gegen Staatlichkeitszugeständnisse widerspiegelt.
- •Im Mai 2024 haben Spanien, Norwegen und Irland die palästinensische Staatlichkeit formell anerkannt, was Israel dazu veranlasste, aus Protest seine Botschafter aus diesen Ländern zurückzurufen.
- •Die Vereinigten Staaten legten im April 2024 im UN-Sicherheitsrat ein Veto gegen die volle palästinensische Mitgliedschaft ein, obwohl die Generalversammlung mit überwältigender Mehrheit für die Ausweitung der Rechte Palästinas innerhalb der Organisation stimmte.
- •Israels Ablehnung der Staatlichkeit erschwert das langjährige Rahmenwerk der Zweistaatenlösung und stört breitere regionale Normalisierungsbemühungen, einschließlich Gesprächen mit Saudi-Arabien.

Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen hat formell bestätigt, dass Israel nach den von der Hamas verübten Angriffen vom 7. Oktober die Gründung eines palästinensischen Staates weder anstreben noch unterstützen wird.
Die Erklärung erfolgt vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges zwischen Israel und der Hamas, der am 7. Oktober 2023 begann, als Hamas-Kämpfer einen groß angelegten Überraschungsangriff auf SüdIsrael starteten, bei dem nach israelischen Behördenangaben etwa 1.200 Menschen getötet und über 200 Geiseln genommen wurden. Israels anschließende Militärkampagne im Gazastreifen hat zu weit verbreiteten Zerstörungen und einer erheblichen humanitären Krise geführt, was internationale Kritik und unterschiedliche diplomatische Reaktionen hervorgerufen hat.
Die Erklärung des Botschafters deckt sich mit der langjährigen Position des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, der das Konzept einer palästinensischen Staatlichkeit in der Zeit nach dem Konflikt wiederholt abgelehnt hat. Netanjahu hat argumentiert, dass ein palästinensischer Staat eine existenzbedrohende Gefahr für die Sicherheit Israels darstellen würde, insbesondere nach den Angriffen vom 7. Oktober. Diese Haltung unterstreicht eine einheitliche Position der israelischen Regierung gegen Zugeständnisse bei Verhandlungen über die Staatlichkeit.
Die Ankündigung hebt auch eine wachsende internationale Spaltung über die Palästina-Frage hervor. Mehrere westliche Nationen haben sich in Richtung einer einseitigen Anerkennung Palästinas als Staat bewegt. Im Mai 2024 haben Spanien, Norwegen und Irland die palästinensische Staatlichkeit formell anerkannt, was Israel dazu veranlasste, aus Protest seine Botschafter aus diesen Ländern zurückzurufen. Israel hat solchen Anerkennungen stets widersprochen und sie als faktische Belohnung von Terrorismus und als Untergrabung der Verhandlungsdiplomatie charakterisiert.
Bei den Vereinten Nationen bleibt das Palästina-Problem ein Brennpunkt diplomatischer Spannungen. Die UN-Generalversammlung stimmte im Mai 2024 mit überwältigender Mehrheit dafür, Palästina zusätzliche Rechte innerhalb der Organisation zu gewähren, und forderte den Sicherheitsrat auf, den Mitgliedsantrag erneut zu prüfen. Die Vereinigten Staaten legten im April 2024 im Sicherheitsrat ein Veto gegen die volle palästinensische Mitgliedschaft ein.
Israels strikte Ablehnung der palästinensischen Staatlichkeit signalisiert eine weiterhin verhärtete diplomatische Position und ebnet den Weg für weitere Reibungen mit internationalen Akteuren, die sich für eine Zweistaatenlösung einsetzen – ein Rahmenwerk, das seit den Oslo-Abkommen von 1993 die internationalen Friedensbemühungen getragen hat. Der Oslo-Prozess etablierte die Palästinensische Autonomiebehörde, die Teile des Westjordanlandes verwaltet, aber seit der Machtübernahme der Hamas dort im Jahr 2007 nicht mehr den Gazastreifen kontrolliert hat. Die sich vertiefende Kluft über die Staatlichkeit erschwert auch breitere regionale Normalisierungsbemühungen, einschließlich der Gespräche zwischen Saudi-Arabien und Israel, die durch den aktuellen Konflikt unterbrochen wurden.