MMI täglicher Eisenerz-Indexbericht: Preise geben bei schwacher Spot-Nachfrage und makroökonomischen Gegenwinden nach (31. Juli 2026)
Wichtige Erkenntnisse
- •Der DCE-Hauptkontrakt I2609 für Eisenerz schloss am 31. Juli 2026 bei 715 Yuan pro Tonne, was einem Rückgang von 3,31 % gegenüber der vorherigen Sitzung entsprach.
- •Die Spotpreise am Hafen von Qingdao fielen um 15–20 Yuan pro Tonne, da Händler ihre Preisstellungsaktivität reduzierten und Stahlwerke ihre Einkäufe auf den starren, unmittelbaren Bedarf beschränkten.
- •Der gesamte Eisenerzbestand an zehn beobachteten chinesischen Häfen erreichte 106,92 Millionen Tonnen, eine Steigerung von 1,29 Millionen Tonnen gegenüber dem Vormonat, wobei der Zuwachs auf Feinerz und Stückerz konzentriert war, während die Pelletbestände auf einem Vierjahrestief verharrten.
- •Eskalierende Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran lösten eine breite Risikoaversion an den Finanzmärkten aus, die zu Verkaufsdruck im gesamten Komplex der Eisenerz-Termingeschäfte beitrug.
- •MMI geht davon aus, dass die Eisenerzpreise bei anhaltender globaler Marktpanik und verhaltener Spotnachfrage kurzfristig weiter sinken werden.

MMI täglicher Eisenerz-Indexbericht — 31. Juli 2026
Chinesische Eisenerz- und Stahlpreise — 31.07.2026
Spotmarkt-Entwicklung
Der Eisenerz-Spotmarkt zeigte am 31. Juli 2026 eine schwache Leistung. Der Hauptkontrakt I2609 der Dalian Commodity Exchange (DCE) schloss bei 715 Yuan pro Tonne, was einem Rückgang von 3,31 % gegenüber der vorherigen Handelssitzung entsprach.
Die Spotpreise am Hafen von Qingdao, einem der größten Eisenerz-Importterminals Chinas, fielen um 15–20 Yuan pro Tonne im Vergleich zum vorherigen Handelstag. China ist der weltweit größte Eisenerzimporteur, und die Preisbildung an Häfen wie Qingdao wird als Echtzeitindikator für den Rohstoffbedarf des chinesischen Stahlsektors aufmerksam beobachtet. Die Handelsaktivität war verhalten: Die beteiligten Händler zeigten eine relativ geringe Neigung zur Preisstellung, während die Stahlwerke ihre Einkäufe weitgehend auf starre, unmittelbar benötigte Mengen beschränkten. Die Kombination aus vorsichtigen Angeboten und Zurückhaltung auf der Nachfrageseite führte zu einer allgemein schlechten Transaktionsstimmung am Spotmarkt.
Bestandsfundamentaldaten
Auf der fundamentalen Seite wiesen die Eisenerzhafenbestände weiterhin eine strukturelle Divergenz auf. Laut den von SMM (Shanghai Metals Market) erhobenen Daten belief sich der gesamte Eisenerzbestand an zehn beobachteten Häfen auf 106,92 Millionen Tonnen, was einer Steigerung von 1,29 Millionen Tonnen gegenüber dem Vormonat entsprach. Die Bestandszunahme konzentrierte sich vorwiegend auf die Kategorien Feinerz und Stückerz. Im Gegensatz dazu verharrten die Pelletbestände auf einem Vierjahrestief, was die anhaltende Divergenz innerhalb der verschiedenen Segmente des Eisenerzbestands unterstreicht. Pellets sind ein höherwertiger Einsatzstoff, der bei Direktreduktionsverfahren in der Stahlherstellung bevorzugt wird, und ihre anhaltende Knappheit spiegelt angebotsseitige Engpässe wider, die im Gegensatz zum breiteren Aufbau bei herkömmlichen Erzsorten stehen.
Makroökonomisches Umfeld
Auf makroökonomischer Ebene lösten die eskalierenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran — sowie deren weiterreichende Auswirkungen — Panik an den breiteren Finanzmärkten aus. Eisenerz-Termingeschäfte als Risikovermögenswert waren von dieser Risikoaversion nicht ausgenommen. Der daraus resultierende Verkaufsdruck belastete den gesamten Komplex der Eisenerz-Termingeschäfte und trug zu dem während der Sitzung beobachteten Preisrückgang bei.
Kurzfristiger Ausblick
Angesichts der vorherrschenden Panikstimmung an den Weltmärkten und der schwachen Spotnachfrage ist wahrscheinlich, dass die Eisenerzpreise kurzfristig weiter fallen werden.
Quelle: Metals Market Index (MMI)