Irland führt 2027 steuerbegünstigte Investmentkonten ein – Krypto bleibt ausgeschlossen
Wichtige Erkenntnisse
- •Irland führt ab 2027 steuerbegünstigte persönliche Investmentkonten für alle Einwohner ein.
- •Kryptowährungen und Derivate sind ausgeschlossen und werden von den Behörden als hochgradig komplex und riskant eingestuft – im Einklang mit den Empfehlungen der Europäischen Kommission.
- •Zulässige Anlagen sind börsennotierte Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen, ETFs, Retailfonds und versicherungsgewrappte Anlageprodukte.
- •Die Konten schaffen Irlands Deemed-Disposal-Regel ab, die Papiergewinne derzeit alle acht Jahre mit 38 % besteuert, und übertragen die Steuerverwaltung auf Finanzinstitute.
- •Vollständige Details zu Steuersätzen, Freibeträgen und jährlichen Einzahlungslimits werden im Rahmen der Haushaltsankündigung im Oktober 2027 veröffentlicht.

Irlands Regierung hat Pläne bestätigt, bis 2027 spezielle persönliche Investmentkonten einzuführen, die steuerliche Vorteile für traditionelle Wertpapiere bieten – Kryptowährungen bleiben jedoch nicht zugelassen.
Das irische Finanzministerium plant, ab 2027 steuereffiziente persönliche Investmentkonten für Einwohner einzuführen. Digitale Währungen und Derivate sind nicht erlaubt; die Behörden bezeichnen sie als „hochgradig komplex und riskante“ Finanzinstrumente. Zugelassene Anlagen umfassen börsennotierte Aktien, Festzinsanleihen, Exchange-Traded Funds (ETFs) und versicherunggebundene Investmentvehikel. Vollständige Details zu Steuersätzen, Einkommensschwellen und jährlichen Einzahlungsobergrenzen werden im Rahmen der Haushaltsankündigung im Oktober 2027 veröffentlicht. Die neuen Konten beseitigen Irlands umstrittene Deemed-Disposal-Regelung und übertragen die Steuerverwaltung auf Finanzdienstleister.
JUST IN: The EU is recommending member states EXCLUDE crypto from tax-advantaged savings accounts.
Ireland is following the guidance, labeling crypto "highly complex and risky" while allowing stocks, bonds and ETFs including crypto ETFs. That means your Bitcoin ETF gets… pic.twitter.com/rzJ2CDq8xG
— Coin Bureau (@coinbureau) September 1, 2026
Merkmale der geplanten Investmentplattform
Diese Woche hat das irische Finanzministerium einen umfassenden Rahmenplan veröffentlicht, der die Struktur von Retail-Investmentvehikeln darlegt und das Vermögensaufbauangebot für irische Bürger vereinfachen soll. Zulässige Anlagen umfassen börsennotierte Aktien sowie Staats- und Unternehmensanleihen, Wertpapiere, die über regulierte Handelsplätze verfügbar sind, an Privatanleger gerichtete Investmentfonds, ETFs und versicherungsgewrappte Investmentlösungen.
Kryptowährungsbestände und Derivate wurden für diese Konten ausdrücklich ausgeschlossen. Die irischen Behörden charakterisierten diese Anlageklassen als „hochgradig komplexe und riskante“ Instrumente – im Einklang mit den Empfehlungen der Europäischen Kommission von September 2025, die EU-Staaten dazu aufforderten, sie aus vergleichbaren Anlagestrukturen auszuschließen.
Die Struktur ähnelt steuerbegünstigten Retail-Investmentprogrammen, die in anderen europäischen Ländern bereits existieren, etwa dem Individual Savings Account (ISA) im Vereinigten Königreich und dem Plan d'Épargne en Actions (PEA) in Frankreich, die ebenfalls die Beteiligung von Haushalten an den Kapitalmärkten durch steuerliche Begünstigung qualifizierter Wertpapiere fördern.
Kontoinhaber genießen Steuerfreiheit bis zu einer noch nicht bekannt gegebenen Obergrenze. Darüber hinaus fällt eine geringe jährliche Pauschalabgabe auf den durchschnittlichen Kontowert an, die alle getätigten Einzahlungen einschließt. Genaue Steuersätze, Freibeträge und maximale jährliche Beitragssummen sollen bei der Präsentation des Haushalts 2027 im Oktober verkündet werden. Die Regierung hat keinen genauen Zeitpunkt für die Einführung genannt.
Einordnung des Steuerregelwerks
Eine wesentliche Änderung betrifft Irlands umstrittene Deemed-Disposal-Regelung. Nach geltendem Recht gelten bestimmte Investmentvehikel alle acht Jahre als veräußert, wobei Papiergewinne mit 38 % besteuert werden. Bestände in diesen neuen Konten unterliegen dieser Anforderung nicht.
Finanzinstitute, die diese Konten verwalten, übernehmen die Verantwortung für die Berechnung, Dokumentation und Abführung der anfallenden Steuern direkt an die irischen Revenue Commissioners – im Namen ihrer Kunden. Dieser Ansatz soll den Verwaltungsaufwand für Privatanleger verringern.
Das Programm sieht keine Mindesteinzahlungen, verpflichtende Haltefristen oder Abhebungsbeschränkungen vor. Zudem können Kontoinhaber ihre Bestände ohne steuerliche Konsequenzen zwischen Finanzdienstleistern übertragen.
Laut der irischen Zentralbank halten irische Haushalte 38 % ihres Vermögens in Bargeldkonten und Bankeinlagen – deutlich über dem EU-weiten Durchschnitt von 30 %. Diese neuen Investmentvehikel sollen einen Teil dieser Liquidität in marktbasierte Anlagen umlenken – ein Ziel, das auch von der breiteren Agenda der EU-Kapitalmarktunion verfolgt wird, die Haushaltsersparnisse in produktive Investitionen in den Mitgliedstaaten lenken will.
Das Kryptoverbot fällt in eine Zeit, in der Irland weiterreichende regulatorische Maßnahmen für digitale Vermögenswerte umsetzt, darunter vorgeschlagene Verschärfungen der Anti-Geldwäsche-Protokolle für die Kryptowährungsbranche. Blockchainbasierte Repräsentationen qualifizierter traditioneller Finanzprodukte könnten potenziell zugelassen werden – im Einklang mit den Auslegungen der Europäischen Kommission zu tokenisierten Wertpapieren.
Das Strategiepapier legt fest, dass diese Konten für alle in Irland ansässigen Personen zugänglich sein werden; umfassende Spezifikationen werden erwartet, wenn die Regierung später im Jahr 2025 ihren jährlichen Finanzplan vorstellt.