Irische Banden mieten private Tresore, um Krypto-Schlüssel zu verstecken, so das Criminal Assets Bureau
Wichtige Erkenntnisse
- •Das irische Criminal Assets Bureau berichtet, dass Banden der organisierten Kriminalität private Tresore mieten, um private Krypto-Schlüssel und Seed-Phrases zu sichern, die häufig neben Bargeld, Luxusuhren und Handtaschen aufbewahrt werden.
- •Die im kommenden Sommer in Kraft tretenden EU-Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche werden Bargeldtransaktionen über €10.000 verbieten, eine Identifizierung bei Barausgaben von €3.000 oder mehr verlangen und Anbieter von Krypto-Dienstleistungen, Händler von Luxusgütern sowie Crowdfunding-Plattformen einer strengeren Aufsicht unterstellen.
- •CAB-Chef Michael Gubbins sagte, die kriminelle Nutzung von Kryptowährungen in Irland sei weiterhin vergleichsweise wenig ausgeprägt, während Bargeld bei illegalen Erträgen, insbesondere im Drogenhandel, dominiere.
- •Das Büro hat professionelle Geldwäscher identifiziert, darunter Hawala-Betreiber mit Provisionen von etwa 6%, und bei einer Ermittlung €230.000 aus einem Schließfach bei einem privaten Tresorunternehmen beschlagnahmt.
- •Das CAB arbeitet seine bisher größte Krypto-Beschlagnahmung auf. Im März konnte es mit Unterstützung von Europol auf die erste von 12 Wallets zugreifen und inzwischen mehr als €130 Millionen aus dem Bestand von €360 Millionen in 6,000 BTC realisieren, die 2019 bei einem Cannabiszüchter beschlagnahmt wurden.

Banden der organisierten Kriminalität in Irland mieten private Tresore, um die privaten Schlüssel und Seed-Phrases aufzubewahren, die ihre Krypto-Wallets kontrollieren, und lagern sie neben Bargeld, Luxusuhren und Handtaschen, wie der Leiter der staatlichen Behörde für die Beschlagnahmung von Vermögenswerten mitteilte.
Detective Chief Superintendent Michael Gubbins, der das Criminal Assets Bureau (CAB) leitet, sagte gegenüber dem Sunday Independent, dass diese Praxis aus eigenen Ermittlungen des Büros hervorgegangen sei und dem Anti-Money Laundering Steering Committee der Regierung gemeldet wurde.
Der Inhalt solcher Tresore, sagte er, „könnte aus Kryptowährungsschlüsseln, Bargeld oder Uhren bestehen oder sogar aus Pässen.“ Er fügte hinzu: „Auch das beruht auf unseren Erfahrungen und dem, was wir in diesem Zusammenhang gesehen haben.“
Vorbereitung auf neue EU-Vorschriften
Das Steering Committee bereitet Irland auf eine Reihe von EU-Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche vor, die im kommenden Sommer in Kraft treten sollen. Das Paket wird Bargeldtransaktionen über €10.000 verbieten und Unternehmen verpflichten, die Identität von Personen festzustellen, die €3.000 oder mehr in bar ausgeben. Anbieter von Krypto-Dienstleistungen, Händler von Luxusgütern und Crowdfunding-Plattformen müssen sich allesamt auf eine strengere Aufsicht einstellen. Dadurch werden kryptobezogene Unternehmen in ein breiteres Kontrollsystem zur Nachverfolgung illegaler Finanzströme einbezogen.
Irland hat im vergangenen Monat seine erste nationale Strategie zur Bekämpfung der Geldwäsche veröffentlicht. Sie baut auf einem früheren Aktionsplan auf, der die Schutzmaßnahmen für Kryptowährungen verschärft hatte.
„Noch ziemlich elementar“
Banden greifen auf Kryptowährungen zurück, um das Risiko einer Beschlagnahmung zu streuen und von der vermeintlichen Tarnung zu profitieren. „Sie glauben, dass damit eine gewisse Anonymität verbunden ist“, sagte Gubbins in einem Interview anlässlich des Berichts. Zugleich verwies er auf die Preisvolatilität und das Risiko, Wallet-Passwörter zu verlieren, als gegenläufige Probleme.
Dennoch sei die kriminelle Nutzung von Kryptowährungen in Irland, wie er der Zeitung sagte, „noch ziemlich elementar“, während Bargeld weiterhin die illegalen Erträge dominiere. „Für diejenigen, die im Drogenhandel tätig sind, ist es weiterhin ein Bargeldgeschäft.“
Das Büro ist stattdessen auf professionelle Geldwäscher gestoßen, die ihre Dienste gegen Bezahlung anbieten, darunter Hawala-Betreiber – ein informelles Transfersystem, bei dem in einem Land eingezahltes Bargeld in einem anderen Land ausgezahlt wird, ohne eine Grenze zu überqueren. Gubbins bezifferte die übliche Provision auf rund 6%. Im Rahmen einer solchen Ermittlung beschlagnahmte das Büro €230.000 aus einem Schließfach bei einem privaten Tresorunternehmen.
Größte Krypto-Beschlagnahmung in der Geschichte des Büros
Unabhängig davon arbeitet das Büro die größte Krypto-Beschlagnahmung seiner Geschichte auf. Im März konnte es mit Unterstützung von Europol auf die erste von 12 Wallets zugreifen. Die Wallets enthalten 6,000 BTC, die 2019 bei einem Cannabiszüchter beschlagnahmt wurden. Dieser hatte seine privaten Schlüssel aufgeschrieben und in einem später verlorenen Angelrutentasche versteckt.
Gubbins sagte, dass inzwischen mehr als €130 Millionen des Bestands von €360 Millionen realisiert worden seien. Im vergangenen Jahr führte das Büro fast €15 Millionen an die irische Staatskasse ab.