NachrichtenRohstoffe & ForexWichtige Öl-Engpässe bleiben verkehrsarm: Tankerverkehr im Roten Meer und in der Straße von Hormuz weiterhin stark gedrückt

Wichtige Öl-Engpässe bleiben verkehrsarm: Tankerverkehr im Roten Meer und in der Straße von Hormuz weiterhin stark gedrückt

Autor: Investinglive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Zahl der Commodity-Schiffsdurchfahrten durch die Bab-el-Mandeb-Straße sank am Sonntag auf 18, nach 28 am Freitag, angetrieben durch das von den Huthi am 20. Juli verhängte See-Embargo gegen Saudi-Arabien.
  • Die Tankerdurchfahrten durch die Straße von Hormuz fielen am Samstag auf 10 Schiffe, nach 19 am Freitag, wobei am Sonntag nur ein einziger Flüssiggastanker die Durchfahrt abschloss.
  • Die UK Maritime Trade Operations meldete seit Samstag drei weitere Tankerangriffe in der Straße von Hormuz, was die Risiken für Betreiber weiter erhöht.
  • Die Versicherungsprämien für Kriegsrisiken von Schiffen, die das Rote Meer und die Golfregion durchqueren, sind stark gestiegen, da Versicherer die Bedrohung durch Raketen- und Drohnenangriffe einpreisen.
  • Einige Tankerbetreiber deaktivieren Automatic Identification Systems, um die Sichtbarkeit zu verringern, was bedeutet, dass die tatsächlichen Transitzahlen marginal höher sein könnten als die gemeldeten Daten vermuten lassen.
Wichtige Öl-Engpässe bleiben verkehrsarm: Tankerverkehr im Roten Meer und in der Straße von Hormuz weiterhin stark gedrückt

Monate nach Beginn des Iran-Krieges bleibt der Tankerverkehr durch zwei der wichtigsten Öl-Engpässe der Welt stark gedrückt. Schifffahrtsdaten bestätigen, dass sowohl die Straße von Hormuz als auch die Bab-el-Mandeb-Straße nur noch einen Bruchteil ihrer Vorkriegskapazität auslasten. Gemeinsam bilden diese Routen zentrale Arterien für den globalen Seehandel mit Rohöl und Flüssiggas, sodass anhaltende Störungen entlang der Lieferketten vom Golf bis nach Europa und Asien Auswirkungen zeigen.

Bab-el-Mandeb-Transite gehen stark zurück

Die Zahl der Commodity-Schiffsdurchfahrten durch die Bab-el-Mandeb-Straße sank am Sonntag auf 18, nach 27 am Samstag und 28 am Freitag, wie aus Kpler-Daten hervorgeht, die von Reuters unter Berufung auf Tanker-Tracking-Unternehmen gemeldet wurden. Der Rückgang folgt auf die Erklärung eines See-Embargos gegen Saudi-Arabien durch die Huthi vom 20. Juli, die eine neue Front gegen die USA und ihre Verbündeten eröffnete und Tankerangriffe auf Gewässer außerhalb des Golfs ausweitete. Die Bab-el-Mandeb-Straße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist eine wichtige Transitroute für Schiffe, die zwischen dem Mittelmeer über den Suezkanal und dem Indischen Ozean verkehren.

Zwei Tanker mit saudi-arabischem Rohöl verließen am Wochenende zwar das Rote Meer, jedoch beide mit ausgeschalteten Automatic Identification Systems (AIS) — eine gängige Taktik von Betreibern, die ihre Sichtbarkeit für potenzielle Angreifer verringern möchten. Ein Schiff war zu einem unbekannten Ziel bestimmt, während das andere nach Indien unterwegs war.

Straße von Hormuz: Ein Schatten ehemaliger Ströme

Die Situation in der Straße von Hormuz, einer Route, die vor Beginn der Feindseligkeiten etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Erdgases transportierte, ist noch ausgeprägter. Die Durchfahrten sanken am Samstag auf nur 10 Schiffe, ein starker Rückgang von 19 am Freitag — einer Zahl, die selbst nur die höchste Tagesrate seit Mitte Juli darstellte. Selbst dieser relative Höchstwert blieb weit von einem normalen Vorkriegs-Durchsatz entfernt.

Am Sonntag absolvierte nur ein einziger Tanker, der mit im Iran verladenem Flüssiggas beladen war, die Hormuz-Durchfahrt. Eine Handvoll Very Large Crude Carriers (VLCCs) mit katarischem und Das-Rohöl verließ oder befuhr die Meerenge am Freitag, aber das gesamte Aktivitätsniveau bleibt ein kleiner Bruchteil dessen, was der Engpass zuvor bewältigte.

Die UK Maritime Trade Operations (UKMTO) hat seit Samstag drei weitere Tankerangriffe in der Meerenge gemeldet, was das Risikoaufschlag für Betreiber, die weiterhin bereit sind, die Route zu befahren, weiter erhöht.

Risikovermeidungsverhalten und Versicherungskosten

Tanker, die mit ausgeschaltetem AIS fahren, deuten auf ein erhöhtes Risikovermeidungsverhalten der Betreiber hin, ein Muster, das typischerweise mit höheren Versicherungskosten und Frachtaufschlägen korreliert. Die Versicherungsprämien für Kriegsrisiken von Schiffen, die das Rote Meer und die Golfregion durchqueren, sind seit Beginn der Feindseligkeiten stark gestiegen, da Versicherer die erhöhte Bedrohung durch Raketen- und Drohnenangriffe einpreisen. Einige Schiffe könnten ihre AIS-Systeme deaktiviert haben und lassen sich nicht sofort erfassen, was bedeutet, dass das tatsächliche Ausmaß des Transitverkehrs marginal unterschätzt werden könnte.

Selbst wenn man diese Möglichkeit einräumt, zeichnen die Daten ein eindeutiges Bild: Beide Engpässe bleiben weit unter dem Vorkriegs-Durchsatzniveau, wobei Angriffe, Embargo-Drohungen und das Risikovermeidungsverhalten der Betreiber zusammenwirken, um die globalen Energie-Schifffahrtsrouten eingeschränkt zu halten.

Angesichts des Huthi-Embargos gegen Saudi-Arabien, das nun die bereits bestehenden Störungen in Hormuz verschärft, bleibt die Aussicht auf ein verlängertes, strukturell niedrigeres Durchsatzniveau auf beiden Routen das beherrschende Thema für Energiehändler, unabhängig von diplomatischen Signalen aus Washington.

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