Irans Parlament bringt Gesetzentwurf zur Einschränkung des US- und israelischen Transits durch die Straße von Hormus voran
Wichtige Erkenntnisse
- •Irans Parlament hat einen Gesetzentwurf vorangebracht, der den Transit durch die Straße von Hormus für US- und israelische Vermögenswerte einschränken könnte, obwohl er noch nicht in Kraft getreten ist.
- •Die Meerenge transportiert täglich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl und Kondensat und steht damit für rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs.
- •Schiffe, die gegen die vorgeschlagenen Vorschriften verstoßen, könnten mit Geldbußen von bis zu 20% ihres Ladungswerts belegt werden.
- •Prognosemärkte sehen für den 15. August nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 8% für eine US-Iran-Vereinbarung über den Hormus-Transit.
- •Bestehende Pipeline-Alternativen über Saudi-Arabien und die VAE haben nicht genügend Kapazität, um eine größere Störung des Verkehrs durch die Meerenge auszugleichen.

Irans Parlament hat einen Gesetzentwurf vorangebracht, der darauf abzielt, die Kontrolle über die Straße von Hormus, einen wichtigen maritimen Engpass, zu verschärfen, indem der Transit für US- und israelische Vermögenswerte potenziell eingeschränkt wird. Der vorgeschlagene Rechtsakt, der sich weiterhin in der Prüfung befindet und noch nicht in Kraft getreten ist, könnte den internationalen Schiffsverkehr durch die Meerenge erheblich beeinträchtigen. Zu den im Entwurf genannten Strafen zählen Berichten zufolge Geldbußen von bis zu 20% des Ladungswerts für Schiffe, die gegen die neuen Vorschriften verstoßen.
Die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Sie gilt weithin als eine der strategisch wichtigsten Ölrouten der Welt. Nach Angaben der U.S. Energy Information Administration flossen 2023 täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl und Kondensat durch die Meerenge, was etwa einem Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs entspricht. China, Indien, Japan und Südkorea gehören zu den größten Importeuren von über diese Wasserstraße verschiffter Rohölmengen, weshalb jede Störung weit über den US- und israelischen Schiffsverkehr hinaus Auswirkungen hätte. An der engsten Stelle ist die Wasserstraße etwa 21 Meilen breit, was sie besonders anfällig für Störungen macht.
Der gesetzgeberische Schritt erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen zwischen Iran und sowohl den Vereinigten Staaten als auch Israel. Iran hat in der Vergangenheit wiederholt damit gedroht, die Meerenge zu schließen oder den Zugang zu beschränken, und zwar bereits seit dem Iran-Irak-Krieg in den 1980er Jahren, als Angriffe auf Handelstanker zu internationaler Marineintervention führten. Der Gesetzentwurf deutet auf eine mögliche Eskalation über die übliche politische Rhetorik hinaus hin, auch wenn seine praktische Durchsetzbarkeit ungewiss bleibt. Nach dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) unterliegen für die internationale Schifffahrt genutzte Meerengen dem Recht der Durchfahrt im Transit; Iran hat das Übereinkommen zwar unterzeichnet, aber nicht ratifiziert und die Anwendbarkeit dieser Bestimmungen auf Hormus bereits zuvor bestritten.
Alternative Landrouten existieren, sind jedoch in ihrer Kapazität begrenzt. Die East-West-Pipeline Saudi-Arabiens und die Fujairah-Pipeline der VAE können einen Teil des Rohöls an der Meerenge vorbeileiten, doch ihre kombinierte Durchleitung deckt nur einen Bruchteil der gesamten Hormus-Mengen ab und reicht daher nicht aus, um eine größere Störung auszugleichen.
Das Voranschreiten des Gesetzentwurfs hat bereits die Markterwartungen beeinflusst. Die Bepreisung an Prognosemärkten deutet auf eine geringere Wahrscheinlichkeit einer US-Iran-Vereinbarung über den Transit durch Hormus bis zum 15. August hin; die YES-Wahrscheinlichkeit soll derzeit bei 8% liegen.
Die Märkte werden voraussichtlich Aussagen des iranischen Außenministers Abbas Araghchi und von US-Präsident Donald Trump sowie mögliche Veränderungen bei regionalen Schifffahrtsdaten oder militärischen Aktivitäten beobachten, da all dies die Preisbildung im Zusammenhang mit der Zukunft von Transitvereinbarungen für Hormus weiter beeinflussen könnte.