NachrichtenAktienIntel-Aktie (INTC) steigt um 4 % nach Dells explosives Serverumsatzwachstum

Intel-Aktie (INTC) steigt um 4 % nach Dells explosives Serverumsatzwachstum

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Trip Chowdhry von Global Equities Research hat für Intel ein Kursziel von 200 USD festgelegt, basierend auf einer projizierten EPS von 20 USD im Jahr 2031.
  • Dells COO Jeff Clarke teilte mit, dass der traditionelle Serverumsatz um 122 % stieg, und verwies auf eine starke Nachfrage nach Servern mit mehr CPU-Kernen für KI- und agentische Workflows.
  • Chowdhry prognostiziert eine 16-fache jährliche Zunahme der CPU-Nachfrage, da KI-Workloads von Text- zu Video-, Bild- und Audioverarbeitung wandern.
  • Intels Clearwater-Forest-Chip bietet 576 Kerne und übertrifft AMDs Turin Dense mit 192 Kernen sowie Nvidias Vera Rubin mit 88 Kernen.
  • Intels letztes Quartal brachte ein EPS von 0,42 USD gegenüber einem Konsens von 0,21 USD bei einem Umsatz von 16,13 Milliarden USD, plus 25,2 % im Jahresvergleich.
Intel-Aktie (INTC) steigt um 4 % nach Dells explosives Serverumsatzwachstum

Intel-Aktien eröffneten die Freitags­sitzung bei 91,67 USD und stiegen um mehr als 3,6 %, da Analystenkommentare Dells starke Quartalszahlen mit einer beschleunigten Nachfrage nach Intel-CPUs in Verbindung brachten.

Trip Chowdhry von Global Equities Research veröffentlichte eine Analyse, wonach Dells jüngste Erläuterungen zur Quartalsbilanz konkrete Belege für eine wachsende Nachfrage nach Intel-Prozessoren liefern. Er setzte für INTC ein Bewertungziel von 200 USD, gestützt auf eine projizierte EPS von 20 USD im Jahr 2031 – ein Wert, der weit über den aktuellen Konsenserwartungen für das Unternehmen liegt, das in den vergangenen Jahren unter Führung von CEO Lip-Bu Tan Produktions- und Wettbewerbsherausforderungen im Rahmen einer Neuausrichtung bewältigt hat.

Chowdhrys These beruht auf einer 16-fachen jährlichen Zunahme des CPU-Bedarfs, angetrieben durch den Wandel von KI-Trainingsworkloads weg von textbasierter Verarbeitung hin zu rechenintensiveren Medienformaten wie Video, Bild und Audio. Diese Multimedia-Workloads erfordern deutlich mehr Rechenleistung, wobei CPUs zusätzlich zu den klassischen GPU-Aufgaben größere Verantwortung übernehmen. Sollte sich dies bewahrheiten, würde der Wandel eine spürbare Veränderung für den Server-CPU-Markt bedeuten, in dem Intel in den letzten Jahren stetigem Anteilsdruck durch AMDs EPYC-Serie ausgesetzt war.

Dells Chief Operating Officer Jeff Clarke lieferte bei der Präsentation der Quartalszahlen wichtige Belege. Clarke verwies auf eine wachsende „demand for new servers that have more cores“ und hob „a growing trend of customers that require meaningful CPU compute capacity to support AI and agentic workflows“ hervor. Er gab zudem bekannt, dass der traditionelle Serverumsatz „was up 122% as demand remains exceptionally strong“ war. Chowdhrys Fazit fiel knapp aus: „This is INTC CPUs."

Wandel des CPU-GPU-Gleichgewichts

Die Grundlage für die 200-USD-Projektion liegt in veränderten CPU-zu-GPU-Verhältnissen in KI-Infrastrukturen. Wo früher eine einzige CPU acht GPUs verwalten konnte, sehen aktuelle Konfigurationen zwei bis vier CPUs pro GPU oder TPU vor. Dieser architektonische Wandel impliziert ein erhebliches CPU-Volumenwachstum pro Server-Rack – unabhängig von möglichen Marktanteilsgewinnen Intels.

Intels Clearwater-Forest-Chip führt die Branche bei der Kerndichte an: Mit 576 Kernen übertrifft die Konfiguration AMDs Turin Dense mit 192 Kernen und Nvidias Vera Rubin mit 88 Kernen, das seit August 2026 ausgeliefert wird, deutlich. Chowdhry bezeichnet Nvidias CPU-Produkte eher als „GPU Controllers“ denn als echte CPU-Konkurrenten.

Weitere technische Vorteile stärken Intels Position. High-End-GPUs sind auf 80–192 Gigabyte HBM-Speicher begrenzt, während Intel-x86-Server Terabytes an System-DRAM unterstützen können – ein entscheidender Vorteil für die Inferenz großer Sprachmodelle. Intels AMX-Befehlssatz ermöglicht x86-Prozessoren zudem die native Ausführung von Matrixmultiplikationen, was Echtzeit-Inferenz bei mittelgroßen LLMs ohne dedizierte GPU-Hardware erlaubt.

Aktuelle Quartalszahlen

Intels jüngste Quartalsergebnisse bestätigten die optimistische Aussicht. Das Unternehmen erzielte ein EPS von 0,42 USD – deutlich über dem Analystenkonsens von 0,21 USD –, während der Umsatz 16,13 Milliarden USD erreichte: ein Plus von 25,2 % im Jahresvergleich und komfortabel über der Projektion von 14,43 Milliarden USD.

Über 70 % der aktuellen Enterprise-Rechenzentren laufen auf x86-Architektur, was Intel eine beträchtliche installierte Basis und geringe Umstellungshürden für Kunden verschafft.

CEO Lip-Bu Tan bewies im vergangenen August persönliches Vertrauen und erwarb 105.263 Aktien zu je 95 USD im Wert von rund 10 Millionen USD. Intel hat die EPS-Prognose für das dritte Quartal 2026 auf 0,38 USD festgelegt. Anleger, die diese These verfolgen, werden beobachten, ob in den kommenden Quartalen die Stärke der traditionellen Serverumsätze bei Dell und anderen OEMs anhält und ob Intels Clearwater-Forest-Hochlauf in messbare Anteilsgewinne gegenüber AMD umschlägt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Blockonomi.