Israel Aerospace Industries meldet Rekordgewinn von 712 Mio. USD und rückt IPO in Reichweite
Wichtige Erkenntnisse
- •IAIs Nettogewinn stieg auf rund 712 Mio. USD, ein Plus von 45 % gegenüber dem Vorjahr.
- •Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um 21 % auf 7,38 Mrd. USD.
- •Der Auftragsbestand des Unternehmens übersteigt 28 Mrd. USD und entspricht fast vier Jahren Umsatz auf dem aktuellen Niveau.
- •Die israelische Regierung plant den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung von 25 % bis 30 %, und IAI bereitet sich auf einen potenziellen Börsengang mit einer geschätzten Bewertung von rund 22 Mrd. USD bis 27 Mrd. USD vor.
- •Ein öffentliches Angebot würde weiterhin von der Regierungszustimmung abhängen und mit Offenlegungs- und geopolitischen Risiken typisch für Rüstungs-Börsengänge einhergehen.

Israel Aerospace Industries (IAI), Israels größtes staatliches Rüstungs- und Luftfahrtunternehmen, meldete einen Nettogewinn von rund 712 Mio. USD für den Berichtszeitraum, was einem Jahreswachstum von 45 % entspricht. Der Umsatz erreichte 7,38 Mrd. USD, ein Plus von 21 % gegenüber dem Vorjahr.
Die Ergebnisse fallen in eine Zeit, in der die globalen Verteidigungsausgaben angesichts anhaltender Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, steigender Militärbudgets der europäischen NATO-Mitglieder in Richtung 2 % des BIP und wachsender Sicherheitsbedenken im indo-pazifischen Raum stark zunehmen. Für IAI hat dieses Umfeld zu einem wachsenden Auftragsbestand und anhaltender Nachfrage nach seinen Produkten für Raketenabwehr und militärische Luftfahrt geführt. Das Unternehmen steht zudem im Mittelpunkt einer aktiven Bemühung der israelischen Regierung, eine Minderheitsbeteiligung zu verkaufen, während IAI sich auf einen potenziellen Börsengang mit einer geschätzten Bewertung zwischen 22 Mrd. USD und 27 Mrd. USD vorbereitet.
Finanzielle Leistung und Geschäftsbetrieb
IAIs Auftragsbestand übersteigt mittlerweile 28 Mrd. USD und entspricht damit fast vier Jahren Umsatz auf dem aktuellen Niveau. Das Unternehmen ist in mehreren Segmenten tätig, darunter militärische Luftfahrt, Raketensysteme, Raumfahrtsysteme und kommerzielle Luftfahrt. Zu seinen wichtigsten Produkten gehören das Arrow-Raketenabwehrsystem, das operativ zur Abwehr ballistischer Raketen eingesetzt wird, militärische und kommerzielle Satelliten sowie Flugzeugstrukturen für die zivile Luftfahrt.
Weg zum Börsengang
Diskussionen über eine Teilprivatisierung von IAI dauern mindestens seit 2020 an. Die israelische Regierung hat sich zum Verkauf einer Minderheitsbeteiligung von 25–30 % an dem Unternehmen verpflichtet. Ein erfolgreicher Börsengang würde einen neuen Benchmark für den öffentlich gehandelten israelischen Rüstungssektor setzen, in dem Elbit Systems bereits an der Nasdaq und der Tel Aviver Börse notiert ist.
CEO Boaz Levy hat erklärt, dass IAI für einen Börsengang bereit ist und die letzte verbleibende Voraussetzung die Zustimmung der Regierung sei. Das Unternehmen begibt bereits öffentlich gehandelte Anleihen und veröffentlicht regelmäßig Finanzberichte.
Im Juli 2026 reiste eine israelische Regierungsdelegation in die Vereinigten Staaten, um Börsennotierungsoptionen zu prüfen, darunter eine mögliche Notierung an der Nasdaq oder ein Dual-Listing.
Die geschätzte Bewertungsspanne von 80–100 Mrd. NIS, rund 22–27 Mrd. USD, würde IAI unter die größten Börsengänge im Rüstungssektor der letzten Jahre einreihen.
Risikoaspekte
Börsengänge von Rüstungsunternehmen bringen spezifische Herausforderungen mit sich, darunter Exportkontrollbeschränkungen, die den Umfang der an Investoren offengelegten Informationen begrenzen, sowie geopolitische Risiken, die die Marktstimmung rasch verändern können. Darüber hinaus bleibt jeder Börsengang von der Zustimmung der Regierung abhängig – ein Faktor, der politischen Dynamiken unterliegt, unabhängig von der finanziellen Leistung des Unternehmens.