NachrichtenAktienHyundai-Motor-Gewerkschaft erreicht vorläufige Tarifeinigung und verhindert weitere Streiks

Hyundai-Motor-Gewerkschaft erreicht vorläufige Tarifeinigung und verhindert weitere Streiks

Autor: Korea Herald Business·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die vorläufige Vereinbarung sieht für die Beschäftigten eine monatliche Grundgehaltserhöhung von 100.000 Won (72,31 US-Dollar) vor, dazu einen leistungsabhängigen Bonus in Höhe von 400 Prozent des Grundgehalts sowie zusätzliche Bar- und Prämienzahlungen.
  • Das Renteneintrittsalter würde erst nach einer Änderung des südkoreanischen Rechts über das aktuelle Alter von 60 Jahren hinaus angehoben, ohne Gehaltskürzungen in den ersten Jahren nach dem 60. Lebensjahr.
  • Gemäß der Vereinbarung wird Hyundai ab dem nächsten Jahr bis 2028 500 neue technische Fachkräfte einstellen.
  • Bei KI und Automatisierung verpflichteten sich beide Seiten lediglich dazu, Beschäftigungsfragen bei der Einführung neuer Geschäfte zu erörtern – ohne die von der Gewerkschaft geforderten garantierten Arbeitsplatzsicherheiten.
  • Die Vereinbarung tritt erst in Kraft, wenn die Gewerkschaftsmitglieder sie in einer Abstimmung annehmen.
Hyundai-Motor-Gewerkschaft erreicht vorläufige Tarifeinigung und verhindert weitere Streiks

Die südkoreanische Gewerkschaft von Hyundai Motor erklärte am Dienstag, dass sie mit dem Management eine vorläufige Tarifeinigung erzielt und damit weitere Produktionsausfälle abgewendet hat, nachdem sie am Freitag – nach einer Reihe teilweiser Arbeitsniederlegungen – ihren ersten Vollstreik seit einem Jahrzehnt durchgeführt hatte.

Nach der vorläufigen Vereinbarung erhalten die Beschäftigten eine monatliche Grundgehaltserhöhung von 100.000 Won (72,31 US-Dollar) sowie einen leistungsabhängigen Bonus in Höhe von 400 Prozent des Grundgehalts und zusätzliche Auszahlungen in Bargeld und Prämien.

Die Vereinbarung sieht außerdem vor, dass das Renteneintrittsalter vom jetzigen 60. Lebensjahr aus verlängert wird, sobald ein entsprechendes Gesetz geändert ist – ohne Gehaltskürzungen in den ersten Jahren nach dem 60. Lebensjahr, wie die Gewerkschaft mitteilte. Dieser gesetzliche Schritt ist relevant, da das südkoreanische Recht das Renteneintrittsalter derzeit auf 60 Jahre festlegt; eine Verlängerung hängt somit von den Gesetzgebern ab und nicht allein vom Unternehmen. Darüber hinaus werden ab dem nächsten Jahr bis 2028 500 neue technische Fachkräfte eingestellt.

Die Verhandlungen waren von den Forderungen der Gewerkschaft nach höheren Boni, einem höheren Renteneintrittsalter und Schutzmaßnahmen für Arbeitsplätze gegenüber künstlicher Intelligenz und Automatisierung geprägt. Die Gewerkschaft hatte das Unternehmen aufgefordert, 30 Prozent des Nettojahresüberschusses für Boni zurückzustellen und die Arbeitsplatzsicherheit zu garantieren – angesichts von Bedenken über den zunehmenden Einsatz von Robotik und KI an den Fließbändern. Zur Frage der KI-bezogenen Arbeitsplatzsicherung einigten sich beide Seiten laut dem von Reuters eingesehenen Abkommen darauf, Beschäftigungsfragen bei der Einführung neuer Geschäfte zu erörtern – eine Formulierung, die hinter den von der Gewerkschaft angestrebten garantierten Schutzmaßnahmen zurückbleibt und das Verhältnis zwischen Automatisierung und Beschäftigung künftigen Gesprächen überlässt.

Hyundai, Südkoreas größter Automobilhersteller, reagierte außerhalb der regulären Geschäftszeiten nicht sofort auf eine Anfrage von Reuters zur Stellungnahme.

Hyundai, das 2021 eine Mehrheitsbeteiligung an dem Hersteller humanoider Roboter Boston Dynamics übernommen hat, hat angekündigt, ab 2028 humanoide Roboter in seinem US-Werk in Georgia einzusetzen, mit dem Ziel, deren Einsatz auf seine gesamten Produktionsstandorte auszuweiten. Dieser Zeitrahmen verleiht der konsultativen Formulierung im Tarifabkommen einen konkreten Hintergrund. Die jährlichen Tarifgespräche mit der Gewerkschaft von Hyundai, einer der größten und einflussreichsten in der südkoreanischen Automobilbranche, waren häufig von Arbeitsniederlegungen begleitet, und die Folgen eines Scheiterns wären erheblich: Hyundais heimische Werke, darunter der riesige Komplex in Ulsan, der zu den größten Autofabriken der Welt zählt, beliefern sowohl den heimischen Markt als auch den Export. Die vorläufige Vereinbarung bedarf vor ihrem Inkrafttreten noch der Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder in einer Abstimmung; der diesjährige Konflikt ist daher erst formell beigelegt, wenn die Beschäftigten das Abkommen annehmen. (Reuters)