Hyundai-Gewerkschaft intensiviert Streiks bei festgefahrenen Lohnverhandlungen
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Hyundai-Gewerkschaft hat eine vierte Runde teilweiser Streiks begonnen, wobei sich die Arbeitsniederlegungen über mehrere Tage von vier auf sechs Stunden pro Schicht ausweiten.
- •Die ersten drei Streikrunden führten zu Produktionsverlusten von 42.510 Fahrzeugen und kosteten jeden Beschäftigten rund 1,92 Millionen Won an entgangenem Lohn.
- •Die formellen Lohnverhandlungen zwischen Hyundai und der Gewerkschaft sind seit dem 8. Juli festgefahren; informelle Kontakte brachten kaum Fortschritte.
- •Die Gewerkschaft lehnte das Vergütungspaket von Hyundai ab und fordert eine höhere Grundlohnerhöhung sowie eine Leistungsprämie, die an 30 Prozent des Nettogewinns 2025 gekoppelt ist.
- •Zu den weiter ungelösten Streitpunkten zählen die Wiedereinstellung entlassener Arbeiter und die Anhebung des Rentenalters; nach dem kommenden Dienstag sind weitere Streiks möglich.

Die Gewerkschaft von Hyundai Motor hat am Mittwoch den Druck auf den Autobauer mit der Einleitung einer vierten Runde teilweiser Streiks erhöht und damit die Sorge verstärkt, dass anhaltende Arbeitsstörungen die Bemühungen des Unternehmens beeinträchtigen könnten, den Inlandsabsatz in der zweiten Jahreshälfte mit neuen Modellen wieder anzukurbeln.
Die Hyundai-Motor-Sparte der Korea Metal Workers’ Union begann am Mittwoch mit viertägigen Arbeitsniederlegungen; die Arbeitskampfmaßnahmen sollen bis zum folgenden Dienstag fortgesetzt werden. Dem gingen drei frühere Runden teilweiser Streiks voraus.
Die Beschäftigten streiken an Mittwoch und Donnerstag pro Schicht jeweils vier Stunden, bevor die Arbeitsniederlegungen am Freitag und am folgenden Montag auf sechs Stunden pro Schicht ausgeweitet werden. Die jüngsten Maßnahmen stellen eine Eskalation gegenüber den Streiks vom 29. bis 31. Juli dar, als die Beschäftigten jeden Tag pro Schicht vier Stunden die Arbeit niederlegten.
Die Streiks verursachen wachsende finanzielle Belastungen sowohl für den Autobauer als auch für seine Belegschaft. Nach Angaben aus Branchenkreisen schätzte Hyundai Motor, dass die vorherigen drei Runden teilweiser Streiks — insgesamt 60 Stunden — zu Produktionsverlusten von 42.510 Fahrzeugen führten. Das Unternehmen berechnete zudem, dass jeder Beschäftigte im Rahmen seines Prinzips „no work, no pay“ etwa 1,92 Millionen Won ($1,330) an Lohn verlor.
Die Produktionsverluste fallen zu einem sensiblen Zeitpunkt für Südkoreas größten Autobauer an, der seine Elektrofahrzeugpalette ausweitet und neue Modellstarts vorbereitet, um in einem zunehmend wettbewerbsintensiven globalen Automarkt Schwung zu halten. Die Inlandsaktivitäten von Hyundai dienen als zentrale Produktionsbasis, und längere Arbeitsunterbrechungen könnten die Lieferpläne für wichtige Modelle im Inland wie auch in Exportmärkten erschweren.
Anhaltende Störungen könnten die Vergütung der Beschäftigten weiter schmälern, wenn Produktionsrückschläge, verzögerte Investitionen und schwächere Geschäftsergebnisse künftige Lohnerhöhungen und Bonuszahlungen beeinflussen, so Beobachter.
Auch nach Dienstag bleiben weitere Arbeitskampfmaßnahmen möglich, falls es Management und Gewerkschaft nicht gelingt, ihre Differenzen zu überbrücken. Beide Seiten liegen bei zentralen Fragen weiter auseinander, darunter die Wiedereinstellung entlassener Arbeiter und eine Anhebung des Rentenalters.
Hyundai und die Gewerkschaft haben seit ihrer 15. Verhandlungsrunde am 8. Juli seit mehr als einem Monat keine formellen Lohnverhandlungen mehr geführt. Informelle Kontakte wurden fortgesetzt, doch es gab kaum Fortschritte.
Bei dem Treffen im Juli bot das Unternehmen eine Erhöhung des monatlichen Grundlohns um 89.000 Won, eine Leistungsprämie in Höhe von 350 Prozent des monatlichen Grundlohns, 10 Millionen Won in bar sowie 15 Hyundai-Motor-Aktien je Beschäftigten an. Die Gewerkschaft lehnte das Angebot ab. Sie fordert stattdessen eine monatliche Grundlohnerhöhung um 149.600 Won — ohne die regulären, nach Betriebszugehörigkeit gestaffelten Erhöhungen — sowie eine Leistungsprämie in Höhe von 30 Prozent des Nettogewinns des Unternehmens für 2025.