NachrichtenKryptoUngarn beendet verpflichtende Krypto-Validierung, während CoinCash die erste MiCA-Lizenz des Landes erhält

Ungarn beendet verpflichtende Krypto-Validierung, während CoinCash die erste MiCA-Lizenz des Landes erhält

Autor: Crypto Ninjas·

Wichtige Erkenntnisse

  • Das ungarische Parlament stimmte mit 143 zu 46 Stimmen bei einer Enthaltung für die Abschaffung der Krypto-Validierungspflicht.
  • Das aufgehobene Regelwerk verlangte von lizenzierten Drittsachverständigen die Genehmigung bestimmter Krypto-zu-Fiat- und Krypto-zu-Krypto-Umwandlungen.
  • Die Regierung erklärte, die Validierungsregel sei mit EU-Recht unvereinbar gewesen und habe Nutzern sowie Anbietern von Kryptowährungen Schwierigkeiten bereitet.
  • Der Betreiber von CoinCash, Tiwala Solutions, erhielt Ungarns erste MiCA-Lizenz von der Nationalbank Ungarns.
  • CoinCash plant, den Betrieb wieder aufzunehmen und sein Produktangebot unter dem neuen Regulierungsrahmen schrittweise auszubauen.
Ungarn beendet verpflichtende Krypto-Validierung, während CoinCash die erste MiCA-Lizenz des Landes erhält

Ungarn hat einen weiteren Schritt unternommen, um seine Regeln für digitale Vermögenswerte an die Standards der Europäischen Union anzupassen, nachdem das Parlament die Abschaffung des verpflichtenden Krypto-Validierungssystems gebilligt hat. Gleichzeitig hat die lokale Börse CoinCash von der Nationalbank Ungarns die erste Lizenz nach der Markets in Crypto-Assets-(MiCA-)Regulierung erhalten.

Ungarn entfernt zusätzliche Prüfstufe für Krypto-Transaktionen

Das ungarische Parlament verabschiedete den Gesetzentwurf zur Abschaffung der Krypto-Validierungspflicht mit 143 zu 46 Stimmen bei einer Enthaltung. Die Maßnahme beseitigt die Pflicht für lizenzierte Drittsachverständige, bestimmte Krypto-zu-Fiat- und Krypto-zu-Krypto-Umwandlungen vor deren Ausführung zu genehmigen.

Das Validierungsrahmenwerk trat am 1. Juli 2025 in Kraft. Vor der Änderung war für die Umwandlung digitaler Vermögenswerte eine Compliance-Erklärung eines autorisierten Validierers erforderlich. Diese Validierer waren für die Prüfung der Kundenidentität, die Verifizierung des Wallet-Eigentums und die Prüfung der Mittelherkunft zuständig. Die Regeln sahen zudem strafrechtliche Sanktionen für unautorisierte Krypto-Börsendienste und für Versuche vor, außerhalb des autorisierten Verfahrens tätig zu werden.

Nach Angaben der Regierung wurde die Regelung aufgehoben, weil sie nicht mit der EU-Gesetzgebung vereinbar gewesen sei. Die Behörden räumten außerdem ein, dass das strengere System die Nutzung von Kryptowährungen und die Arbeit von Krypto-Dienstleistern in Ungarn erschwert habe. Die Aufhebung reduziert zudem eine lokale Compliance-Ebene neben den breiteren EU-Regeln, was für Unternehmen relevant ist, die in mehreren europäischen Märkten unter einem einheitlicheren Rahmen operieren wollen.

Weiterlesen: BitPay sichert sich EU-weite MiCA-Lizenz und ermöglicht regulierte Krypto-Zahlungen in 27 Ländern

CoinCash erhält Ungarns erste MiCA-Genehmigung

Die regulatorische Änderung folgt darauf, dass Ungarn dem Betreiber von CoinCash, Tiwala Solutions, seine erste Genehmigung auf Grundlage des EU-MiCA-Rahmens erteilt hat.

Lizenz öffnet die Tür für erweiterte Krypto-Dienste

CoinCash hatte während des MiCA-Lizenzverfahrens Teile seines Geschäftsbetriebs ausgesetzt. Mit der nun vorliegenden Genehmigung will das Unternehmen den Dienst wieder aufnehmen und sein Produktangebot unter dem neu harmonisierten europäischen Rahmen schrittweise ausbauen.

Die Genehmigung verschafft CoinCash zudem einen First-Mover-Vorteil im regulierten Kryptomarkt Ungarns und macht die Plattform zu einer der ersten vollständig MiCA-konformen Plattformen des Landes. Für Nutzer bedeutet das, dass die Börse unter einem anerkannten Lizenzregime statt unter einem vorübergehenden oder fragmentierten nationalen System operieren kann.

Ungarn rückt näher an das EU-Krypto-Regelwerk heran

Die Änderungen zielen darauf ab, den ungarischen Regulierungsrahmen an MiCA anzupassen, statt zusätzliche nationale Anforderungen einzuführen.

Nutzer müssen für zulässige Krypto-Umwandlungen künftig keinen zusätzlichen Validierungsprozess mehr durchlaufen, Krypto-Unternehmen müssen jedoch weiterhin MiCAs Anforderungen an Lizenzierung, Governance, Compliance und Verbraucherschutz erfüllen, bevor sie Dienstleistungen anbieten dürfen. Diese Kombination ist wichtig, weil sie den Compliance-Fokus auf das EU-weite Regelwerk verlagert, das inzwischen bestimmt, wie Krypto-Unternehmen Kunden in den Mitgliedstaaten bedienen können.

Die Abschaffung der Validierungspflicht zusammen mit der ersten MiCA-Lizenz des Landes deutet auf einen pragmatischeren Regulierungsansatz hin. Sie vereinfacht die Abläufe für Krypto-Unternehmen und unterstützt einen einheitlichen Rechtsrahmen für Aktivitäten in ganz Ungarn und der Europäischen Union.

Weiterlesen: Ripple sichert sich volle MiCA-Lizenz und ermöglicht Krypto-Dienste in 30 europäischen Märkten