Ungarn hebt Krypto-Verifizierungsregel auf, während CoinCash die erste MiCA-Lizenz erhält
Wichtige Erkenntnisse
- •Das ungarische Parlament hat die Pflicht zur unabhängigen Verifizierung von Kryptowährungstransaktionen aufgehoben, die seit dem 1. Juli 2025 galt.
- •Die aufgehobene Regel verpflichtete Validatoren, das Eigentum an Wallets, die Identität von Kunden und die Herkunft digitaler Vermögenswerte zu prüfen, bevor ein Tausch ausgeführt werden konnte.
- •CoinCash wurde am 20. Juli als erstes ungarisches Unternehmen von der ungarischen Nationalbank mit einer MiCA-Lizenz ausgestattet und darf damit unter anderem Verwahrung, Tausch, Überweisungen und Portfolioverwaltung anbieten.
- •Ungarn hatte Krypto-Asset-Dienstleister zuvor verpflichtet, MiCA ein Jahr vor der EU-Frist im Juli 2026 umzusetzen, was Spannungen mit dem stufenweisen Ansatz des Blocks erzeugte.
- •Die regulatorische Kehrtwende dürfte den Markt stabilisieren und möglicherweise weitere Krypto-Unternehmen dazu bewegen, in Ungarn MiCA-Lizenzen zu beantragen.

Ungarn hat eine umstrittene Regel aufgehoben, die eine unabhängige Verifizierung von Kryptowährungstransaktionen verlangte, und damit einen bedeutenden Wandel im regulatorischen Rahmen des Landes für digitale Vermögenswerte eingeleitet. Der Schritt bringt Ungarn näher an das Regime Markets in Crypto-Assets (MiCA) der Europäischen Union heran, den wegweisenden Rahmen des Blocks zur Vereinheitlichung der Krypto-Regulierung in allen 27 Mitgliedstaaten.
Die politische Änderung fällt mit CoinCash zusammen, einem in Budapest ansässigen Krypto-Dienstleister, der als erstes Unternehmen in Ungarn eine MiCA-Lizenz erhalten hat — ein Meilenstein, der den Übergang des Landes von einer der restriktiveren Krypto-Jurisdiktionen der EU zu einem MiCA-konformen Regime signalisiert.
Gesetzliche Änderungen
Das ungarische Parlament hat ein Gesetz eingebracht, das die verpflichtende Validierung durch eine unabhängige Partei für bestimmte Kryptowährungsoperationen abschafft. Die Änderung streicht zudem einschlägige Bestimmungen des Strafgesetzbuchs zu Strafen für missbrauchte Kryptowährungen und nicht lizenzierte Wechselservices.
Die Abgeordneten argumentierten, dass die Validierungspflicht den EU-Vorschriften widerspreche. Die Anpassung beseitigt diese zusätzliche Verpflichtung, während andere regulatorische Maßnahmen unverändert bleiben.
Quelle: Wu Blockchains X-Beitrag
Ungarn lockert Krypto-Regeln nach MiCA-Vorstoß
Nikoletta Boda, Staatssekretärin für parlamentarische Angelegenheiten im Finanzministerium, erklärte, dass die Validierungspflicht am 1. Juli 2025 in Kraft trat. Im Rahmen dieser Regelung musste jede Crypto-to-Fiat- und Crypto-to-Crypto-Börse eine Konformitätsbescheinigung von einem zertifizierten Validator einholen.
Der Validator musste das Eigentum an Wallets, die Identität der Kunden und die Herkunft der Kryptowährungen bestätigen, bevor Transaktionen fortgesetzt werden konnten. Verstöße gegen die Regeln waren zudem strafbar.
Finanzminister Kármán András räumte ein, dass die Regelung die Krypto-Landschaft in Ungarn stark beeinträchtigt habe und viele Krypto-Dienstleister ihre Tätigkeit einstellen mussten.
Der Markt hat sich inzwischen nach der Abschaffung des zusätzlichen Genehmigungsschritts durch die Regierung allmählich wieder stabilisiert. Die Kehrtwende beruht auf der Sorge, Ungarn sei mit strengeren Vorschriften über die EU-Mindestanforderungen hinausgegangen.
Während der MiCA-Rahmen den Mitgliedstaaten eine vollständige Umsetzung bis Juli 2026 erlaubt, verlangte Ungarn von Krypto-Asset-Dienstleistern bereits ein Jahr früher die Einhaltung der Regeln, zusammen mit seinem eigenen Validierungsprozess. Dies hatte Ungarn in eine Gruppe von EU-Ländern mit beschleunigter Umsetzung eingeordnet und Spannungen mit dem stufenweisen Rollout des Blocks erzeugt, bei dem MiCA-Bestimmungen seit Mitte 2024 schrittweise in Kraft treten.
CoinCash markiert ein neues Kapitel
CoinCash bereitet die Wiederaufnahme des Betriebs vor, nachdem sein Betreiber Tiwala Solutions am 20. Juli von der ungarischen Nationalbank die erste MiCA-Lizenz in Ungarn erhalten hat.
Die Lizenz erlaubt Dienstleistungen wie Verwahrung, Crypto-to-Fiat- und Fiat-to-Crypto-Wechsel, Übertragung, Anlageberatung und Portfolioverwaltung — ein breites Spektrum, das die umfassenden Dienstleistungskategorien widerspiegelt, die unter MiCA für Krypto-Asset-Dienstleister im EU-Binnenmarkt vorgesehen sind.
CoinCash hatte seinen Betrieb Ende 2025 ausgesetzt, um den Compliance-Prozess abzuschließen, statt sich zu überstürzen. Mitgründer Gábor Galántai bezeichnete die Zulassung als Meilenstein und betonte, dass CoinCash das erste ungarische Unternehmen sei, das unter dem MiCA-Rahmen lizenziert wurde.
Was als Nächstes passiert
Ungarns regulatorische Neuausrichtung könnte weitere Krypto-Unternehmen dazu bewegen, in den Markt einzutreten oder MiCA-Lizenzen zu beantragen, was den Wettbewerb erhöhen und das Angebot regulierter digitaler Vermögensdienstleistungen verbreitern könnte.
Offen bleibt, welche weiteren Unternehmen eine Lizenz erhalten werden, wie schnell CoinCash operativ wieder Fuß fasst und welche breiteren Auswirkungen die regulatorischen Änderungen in Ungarn auf den europäischen Kryptomarkt haben werden. Ungarns Erfahrung ergänzt zudem das breitere EU-Bild, in dem sich die Mitgliedstaaten vor der Umsetzungsfrist im Juli 2026 in unterschiedlichen Stadien der MiCA-Implementierung befinden.