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Ungarn beendet Crypto-Validierungspflicht nach regulatorischem Konflikt

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Ungarn hat die Validierungspflicht für bestimmte Krypto-Transaktionen abgeschafft und damit verbundene strafrechtliche Sanktionen für Missbrauch und nicht lizenzierte Austauschaktivitäten beendet.
  • Das frühere System verlangte von Validatoren die Prüfung der Herkunft von Vermögenswerten, des Wallet-Eigentums, der Kundenidentität und der Transaktionshistorie, bevor Konvertierungen rechtlich anerkannt werden konnten.
  • Nach Ansicht der Behörden bringt die Aufhebung Ungarn stärker mit dem EU-Zeitplan für MiCA in Einklang, statt eine separate lokale Prüfebene beizubehalten.
  • Tiwala Solutions, der Betreiber von CoinCash, erhielt am 20. Juli eine MiCA-Zulassung von der Ungarischen Nationalbank.
  • CoinCash hatte seine Dienste im Dezember 2025 ausgesetzt und plant nun einen gestaffelten Neustart seiner Produkte.
Ungarn beendet Crypto-Validierungspflicht nach regulatorischem Konflikt

Die ungarischen Behörden haben das landesweite System zur Validierung von Krypto-Transaktionen abgeschafft, nachdem sie zu dem Schluss gekommen waren, dass die Vorgabe mit den Regeln der Europäischen Union kollidierte. Die Änderung beseitigt die verpflichtende Drittparteienprüfung für bestimmte Konvertierungen und ermöglicht erneute Aktivitäten unter dem MiCA-Regulierungsrahmen. CoinCash bereitet nach der direkten Zulassung durch die Ungarische Nationalbank eine gestaffelte Rückkehr an den Markt vor.

Gesetzgeber schafft Krypto-Validierungspflicht ab

Die Abgeordneten verabschiedeten ein neues Gesetz, das die bislang für Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen und bestimmte Transaktionen geltende Validierungspflicht aufhebt. Das Gesetz entfernt außerdem damit verbundene strafrechtliche Sanktionen im Zusammenhang mit Krypto-Missbrauch und nicht lizenzierten Austauschgeschäften. Unternehmen bleiben jedoch verpflichtet, die unter MiCA festgelegten Anforderungen an Lizenzierung, Verbraucherschutz und regulatorische Compliance zu erfüllen.

Das Validierungsregime trat am 1. Juli 2025 in Kraft, nachdem Änderungen über Ungarns Digital-Asset-Gesetzgebung eingeführt worden waren. Im Rahmen des Systems prüften autorisierte Validatoren die Herkunft der Vermögenswerte, Informationen zum Wallet-Eigentum, die Kundenidentifikation und die Transaktionshistorie, bevor sie Compliance-Zertifikate ausstellten. Ohne diese Zertifizierung hatten betroffene Konvertierungen keine rechtliche Gültigkeit.

Regierungsvertreter erklärten, das zusätzliche Verfahren gehe über die europäischen Vorgaben hinaus und störe den normalen Marktbetrieb. Ungarn führte das System zeitgleich mit MiCA ein und verkürzte zugleich den den Dienstleistern zur Verfügung stehenden Übergangszeitraum. Die Europäische Union hatte nationale Übergangsregelungen bis zum 1. Juli 2026 zugelassen, sodass die Aufhebung als Schritt zur Angleichung der nationalen Regeln an den umfassenderen EU-Zeitplan und nicht als zusätzliche lokale Ebene zu verstehen ist.

Frühere Regeln beeinträchtigten Krypto-Aktivitäten

Der frühere Rahmen sorgte für Unsicherheit bei Verbrauchern, Plattformen und inländischen Dienstleistern. Mehrere Unternehmen setzten den Betrieb aus, reduzierten ihre lokalen Angebote oder erwogen eine Verlagerung ihrer Aktivitäten in andere europäische Rechtsräume. Später gingen die Handelsvolumina zurück, da die Firmen parallele Prüf- und Lizenzanforderungen bewältigen mussten.

Frühere strafrechtliche Bestimmungen sahen zudem Freiheitsstrafen für nicht lizenzierten Krypto-Handel und Austauschaktivitäten vor. Die Strafen stiegen je nach Transaktionsvolumen und konnten in schweren Fällen bis zu acht Jahre betragen. Branchenvertreter argumentierten, diese Sanktionen würden legitime Beteiligung entmutigen und die Compliance-Planung erschweren.

Ungarn begann mit der Rücknahme des Rahmens nach dem Wechsel in der nationalen Führung im April 2026. Die neue Regierung strebte eine engere Angleichung an MiCA an und zog die transaktionsspezifische Aufsicht zurück. Zudem wurde angekündigt, Freiheitsstrafen im Zusammenhang mit Aktivitäten außerhalb des bisherigen Validierungssystems abzuschaffen, was für Unternehmen relevant ist, die entscheiden müssen, ob sie Dienstleistungen vor Ort wieder aufnehmen oder den Schwerpunkt weiter auf andere EU-Rechtsräume legen.

CoinCash erhält MiCA-Zulassung

Tiwala Solutions, der Betreiber von CoinCash, erhielt am 20. Juli von der Ungarischen Nationalbank eine MiCA-Zulassung. Die Lizenz umfasst Verwahrungsdienste, Austauschgeschäfte, Transfers, Anlageberatung und Portfolioverwaltung. CoinCash erklärte, die Prüfung habe mehrere Monate gedauert und umfangreiche Vorbereitungen im Bereich Compliance erfordert.

Das in Budapest ansässige Unternehmen setzte seine Dienste im Dezember 2025 freiwillig aus, während es die Zulassung anstrebte. Diese Pause ermöglichte es, die Abläufe an MiCA-Standards und inländische Aufsichtsanforderungen anzupassen. Nach der Genehmigung plant CoinCash, Produkte schrittweise wieder einzuführen und weitere regulierte Angebote auszubauen.

Die Aufhebung beseitigt eine zusätzliche Prüfebene, die neben den regulären MiCA-Anforderungen bestanden hatte. Ungarn behält die regulatorische Aufsicht bei und erlaubt lizenzierten Unternehmen zugleich, zulässige Transaktionen ohne Validator-Dokumentation abzuwickeln. Dadurch kann sich der ungarische Markt für digitale Vermögenswerte unter einem transparenteren europäischen Regulierungsrahmen wieder öffnen.