Bernstein sieht im SpaceX-Plan zur Turbinenschaufel-Fertigung eine Kaufgelegenheit für Howmet Aerospace (HWM)
Wichtige Erkenntnisse
- •SpaceX plant die eigene Herstellung von Turbinenschaufeln, um bis Ende 2027 20 Gigawatt eigener Stromerzeugungskapazität für KI-Rechenzentren bereitzustellen.
- •Howmet kontrolliert mehr als 50 % des Marktes für Gussteile von Turbinenschaufeln für Industriegasturbinen und hält langfristige Liefervereinbarungen mit allen großen Herstellern bis etwa 2030.
- •Howmet meldete für das Q2 einen EPS von 1,33 USD gegenüber dem Konsens von 1,24 USD und einen Umsatz von 2,55 Mrd. USD, ein Plus von 24,1 % gegenüber dem Vorjahr; das Industriegasturbinen-Geschäft wuchs um 38 %.
- •Die Wall Street hält an einem Moderate-Buy-Konsens mit einem durchschnittlichen Kursziel von 316,22 USD fest; Bernsteins Ziel von 328 USD impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 24 %.
- •Howmet erhöhte seine Quartalsdividende von 0,12 auf 0,14 USD je Aktie; institutionelle Anleger halten 90,46 % des Unternehmens.

Die Aktien von Howmet Aerospace (NYSE: HWM) gaben nach, nachdem Elon Musk ankündigte, dass SpaceX eigene Turbinenschaufeln und Leitschaufeln für Industriegasturbinen herstellen will. Die Analysten von Bernstein betrachten den Rückgang jedoch als Kaufgelegenheit und nicht als Warnsignal.
HWM eröffnete am Freitag bei 259,61 USD, weit unter Bernsteins Kursziel von 328 USD, was ausgehend vom Schlusskurs vom 28. August von 264,85 USD ein Aufwärtspotenzial von rund 24 % impliziert.
SpaceXs Pläne zur eigenen Turbinen-Fertigung
SpaceX will bis Ende 2027 20 Gigawatt an eigener Stromerzeugungskapazität für KI-Rechenzentren in Bastrop, Texas, installieren. Um dies zu erreichen, plant das Unternehmen, die Produktion von Turbinenschaufeln ins eigene Haus zu holen.
Musk hatte zuvor die Konzentration bei den Zulieferern als Engpass für die Branche bezeichnet. Howmet ist genau dieser Engpass: Das Unternehmen kontrolliert mehr als 50 % des Marktes für Gussteile von Turbinenschaufeln für Industriegasturbinen.
Die Analysten von Bernstein argumentieren, dass SpaceXs Schritt in Richtung Eigenversorgung eher zeigt, wie knapp der Markt ist, als dass er eine Schwäche in Howmets Position widerspiegelt. Im Hintergrund steht ein breiter Nachfrageschub nach Gasturbinen, da KI-Rechenzentren das US-Stromnetz belasten und Gerätehersteller sowie deren Zulieferer in der gesamten Branche mit Auftragsbüchern auf Jahre hinaus konfrontiert sind.
Howmet unterhält langfristige Liefervereinbarungen mit allen großen Herstellern von Industriegasturbinen. Diese Verträge laufen Berichten zufolge bis etwa 2030 – im Einklang mit Musks eigenen Aussagen, dass Turbinenschaufeln bis zu diesem Zeitraum praktisch ausverkauft sind.
Es wird zudem erwartet, dass sich SpaceXs Fertigungsinitiative auf die Deckung des eigenen Bedarfs konzentriert, statt mit Howmet auf dem breiteren Markt zu konkurrieren.
Auch technische Hürden bleiben bestehen. Die Massenproduktion von Turbinenschaufeln ist alles andere als trivial, und SpaceX könnte Schwierigkeiten haben, die Serienproduktion innerhalb des benötigten Zeitfensters von 18 Monaten zu erreichen. Turbinenschaufeln werden aus Superlegierungen im Präzisionsgussverfahren mit gerichteter Erstarrung und Einkristallverfahren hergestellt – eine Fertigungsdisziplin, die etablierte Anbieter wie Howmet über Jahrzehnte aufgebaut haben. Das ist eine erhebliche Hürde für jeden Neueinsteiger, der schnell auf Mengenproduktion abzielt.
Solide Fundamentaldaten
Howmets erste neue Kapazitätserweiterung ging im zweiten Quartal in Betrieb, mindestens sechs weitere Ausbauprojekte sind in Planung. Das Geschäft mit Industriegasturbinen wuchs im Quartal um 38 %.
Das Unternehmen meldete für das Q2 einen EPS von 1,33 USD und übertraf damit die Konsensschätzung von 1,24 USD. Der Umsatz lag bei 2,55 Mrd. USD gegenüber Analystenerwartungen von 2,43 Mrd. USD – ein Anstieg von 24,1 % gegenüber dem Vorjahr.
Howmet gab eine EPS-Prognose für das Q3 2026 von 1,34 bis 1,36 USD und eine Ganzjahresprognose 2026 von 5,23 bis 5,31 USD bekannt. Über SpaceX hinaus werden Anleger beobachten, wie schnell die sechs verbleibenden Kapazitätserweiterungen in Betrieb gehen und ob die langfristigen Liefervereinbarungen über 2030 hinaus verlängert werden, da die Stromnachfrage von Rechenzentren weiter steigt.
Analysteneinschätzungen und institutionelles Interesse
Die Wall Street bleibt weitgehend bullish. Die Konsenseinstufung lautet Moderate Buy bei einem durchschnittlichen Kursziel von 316,22 USD. JPMorgan erhöhte sein Ziel auf 350 USD, Morgan Stanley liegt bei 335 USD, und Susquehanna hob sein Ziel auf 340 USD an.
Institutionelle Anleger halten 90,46 % des Unternehmens. NEOS Investment Management erhöhte seine Beteiligung im Q2 um 13,1 % auf einen Wert von rund 17,44 Mio. USD.
Howmet erhöhte zudem seine Quartalsdividende von 0,12 auf 0,14 USD je Aktie, ausgezahlt am 25. August. Die annualisierte Dividende beträgt 0,56 USD, was einer Rendite von 0,2 % entspricht.
Die 52-Wochen-Spanne der Aktie liegt zwischen 173,38 und 310,00 USD, der 50-Tage-Durchschnitt bei 275,44 USD.