NachrichtenMakroDemokraten im Repräsentantenhaus veröffentlichen Bericht mit Vorwürfen zu Trump-Epstein-Missbrauch und Vertuschung durch das Justizministerium

Demokraten im Repräsentantenhaus veröffentlichen Bericht mit Vorwürfen zu Trump-Epstein-Missbrauch und Vertuschung durch das Justizministerium

Autor: Alternet·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Der Bericht wirft Trump vor, Frauen im Zusammenhang mit Epstein missbraucht oder übergriffig geworden zu sein; die stützenden Unterlagen sind teilweise noch geschwärzt.
  • •Aussagen von 11 Frauen und begleitende Dokumente werden als Erfüllung des Standards des FBI für die Eröffnung einer Bundesuntersuchung dargestellt.
  • •Laut dem Artikel wird der Bericht die Wahl voraussichtlich nicht verändern, könnte aber zu weiteren Untersuchungen und politischem Druck führen, falls die Demokraten das Repräsentantenhaus kontrollieren.
  • •Abdul El-Sayed nutzte eine virale Konfrontation über die Muslimbruderschaft, um für den Schutz durch den Ersten Verfassungszusatz und Religionsfreiheit zu argumentieren.
  • •Der Artikel deutet den Austausch als Aufdeckung von Schwächen in den republikanischen Appellen, die auf christlichem Nationalismus und Annahmen über Michigans Wählerschaft beruhen.
Demokraten im Repräsentantenhaus veröffentlichen Bericht mit Vorwürfen zu Trump-Epstein-Missbrauch und Vertuschung durch das Justizministerium

Die Demokraten im Justizausschuss des Repräsentantenhauses haben am Montag einen 53-seitigen Bericht veröffentlicht, der ihrer Darstellung nach neue Beweise für Donald Trumps Verstrickung in Jeffrey Epsteins Netzwerk des Sexhandels, mutmaßliche Bemühungen des Justizministeriums zur Vertuschung dieser Beweise sowie die Begründung für die Ernennung eines Sonderermittlers enthält – eines Staatsanwalts, der zur Untersuchung möglicher Bundesverbrechen außerhalb der regulären Befehlskette des Justizministeriums eingesetzt wird.

Der Bericht hat in den großen Nachrichtenorganisationen nur begrenzte Aufmerksamkeit erhalten. Ana Marie Cox kritisierte diese Berichterstattung und schrieb, dass "die New York Times und Washington Post sowie alle großen Kabelnachrichtensender CheesecakeGate gründlicher behandelt haben ... (Eine Suche beim Medienbeobachtungsdienst Snapstream ergab, dass die drei großen Kabelnachrichtensender zusammen die Vergewaltigungsbeschuldigung gegen Trump lediglich zweimal erwähnten, während das Wort 'cheesecake' im selben Zeitraum 368 Erwähnungen erhielt.)"

In dem Bericht heißt es: "Eine wachsende Menge an Beweisen belegt, dass Donald Trump in der Mitte bis Ende der 1990er Jahre ein aktiver Teilnehmer am sexuellen Missbrauch junger Frauen durch Jeffrey Epstein war." Ferner wird behauptet, das Justizministerium (DOJ) und das FBI versuchten, die Öffentlichkeit von diesen Beweisen fernzuhalten.

Laut dem Bericht bleibt ein Großteil der Beweise hinter Schwärzungen in den Unterlagen des Justizministeriums verborgen. Es wird behauptet, Trump habe fälschlicherweise behauptet, Epstein aus seinem Club Mar-a-Lago verbannt zu haben, und die Beweise "deuteten stark darauf hin, dass Epstein Trump seiner Frau Melania vorstellte." Der Bericht behauptet außerdem, Trump habe Dutzende Male über Art und Umfang seiner Beziehung zu Epstein gelogen.

Der Bericht besagt, dass die Aussagen von 11 Frauen zusammen mit dokumentarischen Beweisen, die diese Aussagen stützen und bekräftigen, darauf hindeuten, dass Trump Frauen zusammen mit Epstein oder in Abstimmung mit ihm missbraucht, überfallen und vergewaltigt habe. Die Vorwürfe ähnelten sich laut Bericht im zeitlichen Ablauf, im Ort sowie in den Methoden, mit denen Trump und Epstein Frauen angeblich verfolgt, manipuliert und missbraucht haben.

Mit einer Ausnahme sollen sich die mutmaßlichen Übergriffe und verschwörungsbezogenen Vorfälle laut Bericht zwischen 1992 und 1997 in New York City und Palm Beach ereignet haben, als Trump und Epstein "enge Freunde" waren und sich in einer Subkultur bewegten, die um junge weibliche Models zentriert war. Der Bericht beschreibt Zeugenaussagen über Modelwettbewerbe und Partys, bei denen junge Frauen und Mädchen in räuberische Situationen gebracht und angeblich missbraucht und vergewaltigt worden seien.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Aussagen der 11 Frauen zusammen mit den unterstützenden dokumentarischen Beweisen den Standard des FBI für die Eröffnung einer vollständigen Untersuchung erfüllen oder übertreffen: dass "eine Handlung, die ein Bundesverbrechen darstellt ... stattgefunden haben könnte."

Julie K. Brown, die Reporterin des Miami Herald, deren Epstein-Untersuchungen den Vergleich von 2008 neu beleuchteten, der es dem Finanzier ermöglichte, Bundesanklagen wegen Sexhandels zu entgehen, sagte, ein Großteil des Berichts beruhe auf öffentlichen Aufzeichnungen und Dokumenten, die nach der Verabschiedung des Epstein Files Transparency Act Ende letzten Jahres veröffentlicht wurden – eines Gesetzes, das das Justizministerium zur Veröffentlichung seiner Epstein-bezogenen Aufzeichnungen verpflichtet. Zu dem neuen Material gehöre eine Beschuldigung von Beatrice Keul, einer ehemaligen Schönheitswettbewerbsteilnehmerin aus der Schweiz.

Keul teilte dem Ausschuss mit, Epstein habe während eines von Trumps Wettbewerben ein Treffen zwischen ihr und Trump arrangiert. Sie beschuldigte Trump, sie 1993 in New York vergewaltigt zu haben. Der Bericht beschreibt den Vorwurf wie folgt:

Später am selben Tag lud Trumps Repräsentantin Keul ein, im Plaza Hotel nach oben zu kommen, um sich mit Trump zu treffen. In dem Glauben, dass dieses Treffen ein Glücksfall für ihre Karriere und Ausbildung sei, begleitete Keul Trumps Repräsentantin nach oben. Sie wurde in die Suite geführt, wo Trump sie beim Betreten angeblich von hinten ergriff und gewaltsam vergewaltigte; dabei riss er ihr Kleid und verursachte Blutungen und Blutergüsse an mehreren Stellen ihres Körpers. Keul beschrieb die Vergewaltigung als 'brutal'. Nach dem Übergriff setzte Trump sie laut Keuls Bericht an den Bettrand, wiederholte seine Versprechen, ein Visum und eine Zulassung an der NYU zu organisieren, und ließ sich versprechen, dass sie schweigen würde, mit den Worten: "[T]he show must go on."

Der Bericht identifiziert Keul als eine von fünf Frauen, die den Präsidenten direkt beschuldigen, sie "in Epsteins Gegenwart oder unmittelbarer körperlicher Anwesenheit Epsteins vergewaltigt oder sexuell missbraucht zu haben." Die Vorwürfe werden wie folgt aufgeführt:

  • Beatrice Keul: Ihre Schilderung wird im Bericht erstmals ausführlich dargelegt. Sie wirft Trump vor, sie im November 1993 bei einem Wettbewerb im Plaza Hotel in New York City gewaltsam vergewaltigt zu haben, und dass Epstein, Trump und andere die Veranstaltung als "Jagdgrund" nutzten, um gefährdete junge Frauen und Mädchen zu missbrauchen.
  • Stacey Williams: Sie hat eine detaillierte und bestätigte Schilderung vorgebracht, wonach Trump sie Anfang der 1990er Jahre sexuell missbrauchte, als sie allein mit ihm und Epstein in einem Büro im Trump Tower war.
  • Jill Harth: Sie hat öffentlich beschrieben, wie Trump 1994 auf einer Party in Mar-a-Lago, bei der Epstein und Trump die einzigen anwesenden Männer waren, agresiv hinter ihr und einer anderen Frau her war und sie gewaltsam sexuell missbrauchte.
  • Katie Johnson: Sie gab dem FBI eine detaillierte Schilderung, wonach Trump und Epstein sie 1994 in New York City wiederholt vergewaltigten, als sie minderjährig war.
  • Eine unbekannte Klägerin (Jane Doe): Sie gab dem FBI eine anschauliche Schilderung, wonach Trump sie Mitte der 1980er Jahre in New York sexuell missbrauchte, als sie minderjährig war, indem er ihren Kopf gewaltsam zu seinem entblößten Penis drückte.

Die Veröffentlichung des Berichts stand laut dem Artikel nicht in Zusammenhang mit den in der Folgewoche angesetzten Zwischenwahlen. Er wurde nicht als Oktober-Überraschung präsentiert, und der Artikel argumentiert, dass er den Wahlausgang nicht verändern wird. Aus dieser Sicht erhalten die Vorwürfe wenig Aufmerksamkeit, weil sie die Wahl offenbar nicht beeinflussen werden.

Der Artikel bezeichnet den Bericht als Vorschau auf das, was von einem von den Demokraten kontrollierten Repräsentantenhaus in den zwei Jahren vor der nächsten Präsidentschaftswahl zu erwarten sein könnte. Eine Amtsenthebung bleibe eine offene Frage, während fortlaufende Untersuchungen und öffentliche Bloßstellung Trump politisch schwächen und Risse in seiner Koalition erzeugen könnten. Zudem wird Robert Garcia, der führende Demokrat im Justizausschuss, als mögliche treibende Kraft in diesem Bemühen genannt.

Der Artikel argumentiert gleichwohl, dass der Fokus auf den im Bericht beschriebenen Frauen und den mutmaßlichen Verbrechen gegen sie liegen sollte. Rechenschaftspflicht sei für das Überleben der Republik notwendig, wenn mächtige Figuren straffrei handeln. Zudem sei Trump von anderen ermöglicht worden, die glaubten, von ihrer Unterstützung zu profitieren.

Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass der Bericht die Wahl voraussichtlich nicht beeinflussen, für sich genommen keine Gerechtigkeit bringen oder Recht und Ordnung wiederherstellen wird, äußert aber die Hoffnung, dass er einen von vielen Schritten in Richtung dieser Ziele darstellen wird.

Der Artikel wendet sich anschließend einem Austausch zu, an dem Abdul El-Sayed, der demokratische Senatskandidat in Michigan, und ein als Tommy bekannter Mann beteiligt waren. Tommy forderte El-Sayed auf, die Muslimbruderschaft in Ägypten zu verurteilen – eine 1928 in Ägypten gegründete islamistische Bewegung. Der Artikel beschreibt die Frage als implizite Unterstellung, El-Sayed stehe der Organisation nahe, weil er Muslim und ägyptischer Abstammung sei, und dass eine Weigerung, sie zu verurteilen, ihn zu einem Teil der Gruppe machen würde.

Nach Angaben des Artikels nutzte El-Sayed den Austausch, um über den Ersten Verfassungszusatz und die Religionsfreiheit zu sprechen. Er habe sich als Verteidiger der Religionsfreiheit dargestellt, während Tommy, der sich als Christ identifiziert, offenbar darauf hinarbeitete, seinen religiösen Überzeugungen Gesetzeskraft zu verleihen. Der Austausch führte zu der Frage: "Wer ist hier eigentlich der Radikale?"

Das Video wurde viral verbreitet und löste eine Vielzahl von Online-Kommentaren aus. Der Artikel hebt 14 Punkte des Pastors Dan Schultz hervor, eines Pfarrers aus Wisconsin und Mitarbeiters des Editorial Board, die mit seiner Erlaubnis wiedergegeben werden.

Schultz argumentierte, El-Sayed sei auf die Frage vorbereitet gewesen und habe Schwächen in der Republikanischen Strategie ausnutzen können. Er beschrieb Tommys Vorgehen als nicht nur im christlichen Nationalismus, sondern auch im "christlichen Normalismus" verwurzelt – der Annahme, dass "normale" Wähler Christen seien.

Schultz schrieb, die nationalistische Prämisse gehe davon aus, dass gewöhnliche Christen den Islam als unvereinbar mit ihrem Glauben betrachten und konservative christliche Werte in der Regierung verankert haben wollen. Er sagte auch, die Frage sei offenbar darauf ausgelegt, Ängste vor Michigans wachsender arabischer Bevölkerung und Ressentiments außerhalb des Großraums Detroit zu bedienen.

Der Artikel vermutet, Tommy habe möglicherweise versucht, einen Fauxpas zu provozieren, der in sozialen Medien verbreitet werden könnte, statt den Raum gegen El-Sayed zu wenden. Es wird darauf hingewiesen, dass solche Konfrontationen eher in Städten wie Caro als in Dearborn stattfinden, das eine der größten arabisch-amerikanischen Gemeinschaften der USA beherbergt.

Schultz stellte außerdem fest, dass viele Araber in Michigan Christen sind – möglicherweise bis zu die Hälfte –, was es schwieriger macht, die arabische Bevölkerung des Staates als religiös einheitlich darzustellen. Obwohl das Publikum überwiegend aus El-Sayed-Anhängern zu bestehen schien, gab es laut Artikel kaum Anzeichen dafür, dass die Anwesenden bereit waren, Menschen aufgrund von Religion, Hautfarbe oder Herkunftsregion auszugrenzen. Es wird lauter Beifall erwähnt, als El-Sayed wiederholt die Formulierung "oder ohne Glauben" verwendete.

Der Artikel argumentiert, das konservative Wählerlager habe sich eingeredet, dass die meisten Wähler seine Vorurteile und Präferenzen teilen. Dieser Ansatz habe in Michigan in den 1980er Jahren funktionieren können, während 2024 manche Wähler den Nationalismus möglicherweise ignorierten in der Hoffnung auf eine bessere Wirtschaft.

Für 2026 behauptet der Artikel jedoch, die Republikaner hätten wirtschaftlich und in anderen Bereichen der Regierungsführung schlecht abgeschnitten, sodass Wähler im "weißen christlichen Nationalismus" das Hauptangebot der Partei sehen. Dieses Umfeld gebe El-Sayed die Gelegenheit, selbstbewusst zu antworten, da Wähler, denen die Haltung eines Kandidaten zur Muslimbruderschaft wichtig sei, ihn ohnehin nicht wählen würden.

Der Artikel lobt El-Sayeds Ausführungen zur Verfassung und sagt, er habe sie nicht einfach als weltliches Gegengewicht zu christlichem Chauvinismus dargestellt, sondern als neutrales Betriebssystem, das die Amerikaner als Spielregeln des politischen Systems akzeptieren. In dieser Deutung ging es nicht nur darum, ob Tommy Bigotterie zum Ausdruck brachte, sondern darum, ob er sich weigerte, sich an dieselben Regeln zu halten, die er für El-Sayed verlangte.

Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass der Austausch hilft zu verstehen, was er als politische Schwierigkeiten der Republikanischen Partei in Michigan und bundesweit beschreibt. Die Republikaner hätten die Wählerschaft missverstanden und könnten langfristig dafür bezahlen. In der Formulierung des Artikels erfordert eine "Teile-und-herrsche"-Strategie, die Wähler davon zu überzeugen, dass sie davon profitieren; da es der GOP nicht gelungen sei, hätten Figuren wie El-Sayed die Gelegenheit, die Strategie öffentlich zu entlarven.

Primärquellen: Sachbericht der Demokraten im House Justizausschuss zu Epstein und Trump; Berichterstattung des Miami Herald, auf die sich der Artikel bezieht; Quellartikel.