House Committee bringt Digital Asset Tax Certainty Act mit 38-5-Abstimmung voran
Wichtige Erkenntnisse
- •Der House Ways and Means Committee brachte H.R. 10357 mit 38 zu 5 Stimmen voran, nur zwei Tage nachdem Rep. Jason Smith sie am 14. September eingebracht hatte.
- •Das Gesetz würde es Nutzern ermöglichen, auf die Erfassung von Gewinnen oder Verlusten bei Veräußerungen digitaler Assets zur Zahlung von Netzwerk- oder Transaktionsgebühren bis 10 Dollar zu verzichten, begrenzt auf 5.000 solcher Transfers pro Jahr.
- •Ab 2028 würde das Gesetz eine vereinfachte jährliche Buchführung für häufig gehandelte digitale Assets ermöglichen und klarere Regeln für Stablecoin-Basiswertermittlung, Verleih, Mining und Staking schaffen.
- •Das Gesetz würde die Wash-Sale-Regeln auf die meisten gehandelten digitalen Assets ausweiten und damit die Befreiung beenden, die gängige Verlustverrechnungsstrategien von Krypto-Tradern unterstützt hat.
- •Das Joint Committee on Taxation prognostiziert, dass die Maßnahme zwischen den Geschäftsjahren 2027 und 2036 rund 500 Millionen Dollar Nettoeinnahmen erbringen würde.

Der House Ways and Means Committee stimmte mit 38 zu 5 dafür, H.R. 10357, den Digital Asset Tax Certainty Act, weiterzuleiten, und brachte damit, was die umfassendste Reform der US-Krypto-Steuervorschriften werden könnte, einer Abstimmung im Plenum näher. Die am 14. September von Rep. Jason Smith (R-MO) eingebrachte Vorlage passierte den Ausschuss in nur zwei Tagen. Die Abstimmung leitet die Maßnahme an das gesamte Repräsentantenhaus weiter, und sie bräuchte noch die Zustimmung des Senats und die Unterschrift des Präsidenten, bevor ihre Bestimmungen in Kraft treten könnten.
Was das Gesetz vorsehen würde
Der Kern der Gesetzgebung ist eine Lösung für einen der ältesten steuerlichen Ärgernisse der Krypto-Branche: Netzwerk- und Transaktionsgebühren, die Zahlungen, die Nutzer leisten, damit ihre Transaktionen in einer Blockchain verarbeitet und bestätigt werden. Nach den geltenden Regeln löst jede dieser Gebühren technisch ein steuerpflichtiges Ereignis aus, selbst wenn sie nur wenige Cent beträgt. Diese Behandlung geht auf IRS-Richtlinien aus dem Jahr 2014 zurück, die digitale Assets als Eigentum einstufen und damit jede Veräußerung – so klein sie auch sei – zu einer meldepflichtigen Transaktion machen.
H.R. 10357 führt eine Bagatellgrenze ein, die es Nutzern ermöglicht, auf die Erfassung von Gewinnen oder Verlusten bei Veräußerungen digitaler Assets zu verzichten, die der Zahlung von Netzwerk- oder Transaktionsgebühren von 10 Dollar oder weniger dienen. Die Erleichterung ist mit einer Beschränkung verbunden: Sie gilt nur, wenn der Nutzer im Vorjahr nicht mehr als 5.000 solcher Transfers getätigt hat, damit der Vorteil auf Nutzer mit geringerem Volumen ausichtet bleibt.
Das Gesetz geht weit über Gasgebühren hinaus. Es befasst sich mit der Basiswertermittlung für Stablecoins, einem Bereich, in dem Steuerberater seit Jahren improvisieren, und führt eine vereinfachte jährliche Buchführung für häufig gehandelte digitale Assets ein; diese Bestimmungen sollen 2028 in Kraft treten. Außerdem schafft es neue Regeln für die Verleihung, das Mining und das Staking digitaler Assets.
Am bemerkenswertesten ist, dass die Gesetzgebung die Wash-Sale-Regeln auf die meisten gehandelten digitalen Assets ausweitet. Solche Regeln verhindern, dass Anleger ein Asset mit Verlust verkaufen und es sofort zurückkaufen, um einen Steuerabzug geltend zu machen. Aktien und Anleihen unterliegen diesem Regime seit Jahrzehnten, Krypto war davon ausgenommen.
Die Einnahmebilanz
Das Joint Committee on Taxation, das parteiunabhängige Gremium, auf das sich der Kongress bei Schätzungen von Steuergesetzen stützt, geht davon aus, dass H.R. 10357 in den Geschäftsjahren 2027 bis 2036 einen Netto-Einnahmenanstieg von rund 500 Millionen Dollar erbringen wird. Diese Prognose ist bescheiden im Vergleich zur Größe des US-Marktes für digitale Assets, der derzeit einen Wert von über 2 Billionen Dollar aufweist und Zehnmillionen von Haltern zählt.
Acht Abgeordnete haben die Vorlage mitunterzeichnet, darunter Rep. Steven Horsford (D-NV), was ihr parteiübergreifende Glaubwürdigkeit verleiht. Eine Ausschussmehrheit von 38 zu 5 ist die Art von Margin, die eine Verabschiedung im Plenum zunehmend wahrscheinlich erscheinen lässt.
Warum das für den gesamten Markt wichtig ist
Die Bestimmungen zur vereinfachten jährlichen Buchführung, die für 2028 vorgesehen sind, gehören zu den Folgenreichsten. Statt den Basiswert jedes einzelnen Token-Postens über Dutzende Wallets und Börsen hinweg zu verfolgen, könnten Anleger in häufig gehandelten digitalen Assets auf vereinfachte Methoden zurückgreifen.
Die Ausweitung der Wash-Sale-Regeln geht für aktive Trader in die andere Richtung. Die Befreiung von Krypto von den Wash-Sale-Regeln war einer der wenigen echten Steuervorteile, die diese Anlageklasse gegenüber traditionellen Wertpapieren bot. Der Verlust dieses Vorteils zwingt Trader, die Verlustverrechnungsstrategien zu überdenken, die im Krypto-Portfoliomanagement zum Standard geworden sind.
Die Staking- und Mining-Bestimmungen könnten auch verändern, wie Teilnehmer von Proof-of-Stake- und Proof-of-Work-Netzwerken ihre Aktivitäten angehen. Das derzeitige Fehlen klarer Leitlinien hat zu sehr unterschiedlichen Auslegungen darüber geführt, wann Staking-Belöhungen steuerpflichtiges Einkommen werden – ob bei Erhalt oder bei Verkauf – und wie Mining-Ausgaben einzuordnen sind.
Sollte das Gesetz in einer Form nahe am jetzigen Stand den Schreibtisch des Präsidenten erreichen wäre es die bedeutendste legislative Maßnahme zur Krypto-Besteuerung seit den Broker-Meldepflichten des Infrastrukturgesetzes von 2021.