Charles Hoskinson warnt vor KI-gesteuerten Sicherheitsrisiken nach dem 320-Millionen-Dollar-Hack beim Liquid Network
Wichtige Erkenntnisse
- •Angreifer zogen etwa 4.000 BTC im Wert von rund 320 Millionen Dollar aus der Federation-Wallet des Liquid Network ab, woraufhin Liquid den Netzbetrieb pausierte.
- •Liquid und SideSwap erklärten, der PAK-Service sei nicht kompromittiert worden; die Aufmerksamkeit verlagerte sich auf eine gemeldete Schwachstelle in der Elements-Codebasis, auf der das Liquid Network aufbaut.
- •Die Angreifer hinterließen eine On-Chain-Nachricht, in der sie sich als White-Hat-Hacker bezeichneten, doch Liquid behandelt die Überweisung weiterhin als unbefugt und unter Überprüfung.
- •Charles Hoskinson argumentierte, formale Methoden und mathematische Verifikation böten stärkeren Schutz, da KI-Tools zunehmend Codeschwächen finden und Angriffe automatisieren können.
- •Cardanos Entwicklungsprozess umfasst bereits akademisches Peer Review und formale Verifikation, darunter das formal erforschte Ouroboros-Konsensprotokoll sowie die Programmiersprachen Haskell und Plutus.

Cardano-Gründer Charles Hoskinson hat auf Berichte reagiert, wonach Angreifer rund 4.000 Bitcoin im Wert von etwa 320 Millionen Dollar aus der Federation-Wallet des Liquid Network abgezogen haben. Der gemeldete Verlust veranlasste Liquid, die Netzwerkaktivität zu pausieren, während die Federation-Mitglieder den Vorfall überprüften.
Hoskinson brach die Sicherheitsverletzung mit weiterreichenden Bedenken zur künstlichen Intelligenz und Softwaresicherheit in Verbindung. Seine Reaktion drehte sich um die Frage, ob herkömmliche Testverfahren Schritt halten können, wenn KI-Tools zunehmend in der Lage sind, Codeschwächen zu finden und Angriffe zu automatisieren. Der Vorfall zählt zu den größeren Verlusten im Zusammenhang mit Bitcoin-Infrastruktur in den letzten Jahren, und Cross-Chain- und Bridging-Dienste wurden branchenweit wiederholt ins Visier genommen, was die Sicherheit des zugrunde liegenden Software-Stacks zu einem wiederkehrenden Streitpunkt macht.
Wie sich der Vorfall entwickelte
Liquid erklärte, die Angreifer hätten die Gelder über SideSwaps Peg-out Authorization Key (PAK) Service bewegt. Allerdings stellten sowohl Liquid als auch SideSwap klar, dass der PAK selbst nicht kompromittiert wurde. SideSwap verwies stattdessen auf eine gemeldete Schwachstelle in Elements, der Bitcoin-basierten Software, auf der das Liquid Network aufbaut. Liquid ist ein Bitcoin-Sidechain, der von einer Federation aus Mitgliedsorganisationen betrieben wird, und Elements ist die Open-Source-Codebasis, auf der dieses Netzwerk basiert. Deshalb rückte eine Schwäche in der Software selbst – und nicht ein kompromittierter Schlüsselinhaber – in den Mittelpunkt der Analyse.
We are aware of a security incident on @Liquid_BTC . Purported white-hat hackers have withdrawn 4,000 BTC ($320 million) from the Liquid Federation wallet. The @Blockstream team is working on contacting them on-chain with a signed message. What we know so far is that the funds… — Liquid Network (@Liquid_BTC) September 6, 2026
Nach der Transaktion deaktivierte Liquid die Bridge-Nodes und pausierte den Netzbetrieb. Börsen erhielten Warnungen und begannen, L-BTC-Ein- und -Auszahlungen auszusetzen oder deren Aussetzung vorzubereiten, solange die Untersuchung lief.
Die Transaktion enthielt außerdem eine OP_RETURN-Nachricht der Angreifer, die sich als White Hats bezeichneten und um Kontakt über die Blockchain baten. Liquid hat nicht erkennen lassen, dass diese Aussage die Untersuchung verändert, und das Netzwerk behandelt die Überweisung weiterhin als unbefugte Bewegung von Bitcoin im Besitz der Federation, die noch überprüft wird. Wie die Situation gelöst wird und ob sich der Elements-Bericht bestätigt, dürfte darüber entscheiden, wie andere föderierte und Sidechain-Netzwerke ihre eigene Abhängigkeit von gemeinsam genutztem Open-Source-Code überprüfen.
Formale Methoden im Sicherheitsdiskurs
Hoskinson argumentierte, formale Methoden könnten stärkeren Schutz bieten, während KI-gesteuerte Sicherheitsrisiken zunehmen. Formale Methoden nutzen mathematische Spezifikationen und Beweise, um zu überprüfen, ob Software ihrem beabsichtigten Design folgt, bevor Entwickler sie veröffentlichen. Dieser Ansatz steht im Gegensatz zu herkömmlichen Tests und Audits, die ausgewählte Szenarien und Codepfade untersuchen, statt Eigenschaften über das Verhalten eines Systems hinweg zu beweisen.
KI-Systeme können inzwischen Quellcode prüfen, nach Schwächen suchen und Teile von Phishing- und Social-Engineering-Angriffen automatisieren. Der gemeldete Diebstahl von etwa 130 Millionen Dollar in Bitcoin bei Coldcard hat zusätzlich die Aufmerksamkeit auf die Rolle gelenkt, die fortgeschrittene Werkzeuge bei künftigen Krypto-Angriffen spielen könnten.
Cardanos Fokus auf formale Verifikation
Cardano hat akademische Forschung, Peer Review und formale Verifikation in seinen Entwicklungsprozess integriert. Das Ouroboros-Konsensprotokoll entstand aus formaler Forschung, und Cardano-Entwickler haben mathematische Methoden genutzt, um wichtige Protokolleigenschaften zu testen.
Das Netzwerk verwendet außerdem Haskell und Plutus, die auf starken Typsystemen und funktionaler Programmierung beruhen. Diese Werkzeuge können Entwicklern helfen, bestimmte Softwarefehler früher zu erkennen. Hoskinson hat dieses Entwicklungsmodell schon lange als Weg dargestellt, Schwächen zu reduzieren, bevor Code sicher in die Produktion geht. Ob die breitere Industrie angesichts der Bedrohungen im KI-Zeitalter eine ähnliche Strenge übernimmt, bleibt eine offene Frage, und der Ausgang der Liquid-Untersuchung dürfte diese Diskussion befeuern.