Honeywell veröffentlicht am Donnerstag erstmals Quartalszahlen als reines Automatisierungsunternehmen
Wichtige Erkenntnisse
- •Honeywell agiert nach der Abspaltung von Honeywell Aerospace Technologies nun als reines Automatisierungsunternehmen.
- •Analysten erwarten für das zweite Quartal einen Gewinn je Aktie (EPS) von 2,51 $ und einen Umsatz von 9,55 Milliarden $, wobei beide Werte gegenüber dem Vorjahr um etwa 7,7 % sinken.
- •Honeywell schloss am 17. Juli die Übernahme des Catalyst Technologies-Geschäfts von Johnson Matthey für 1,325 Milliarden £ ab.
- •Building Automation gilt als das stärkste der drei Automatisierungssegmente des Unternehmens, während Process Automation & Technology aufgrund schwächerer Öl- und Gasmärkte außerhalb des LNG-Sektors unter Beobachtung steht.
- •Die Analystenstimmung umfasst 15 Buy-Ratings, sieben Hold-Ratings und zwei Sell-Ratings bei einem Konsens-Zielkurs von 245,88 $.

Honeywell International (HON) wird vor der Markteröffnung am Donnerstag seine Ergebnisse für das zweite Quartal veröffentlichen. Dies markiert einen entscheidenden Moment für den neu umstrukturierten Industriekonzern. Es handelt sich um die erste Ergebnisveröffentlichung seit dem Abschluss der Abspaltung von Honeywell Aerospace Technologies, durch die das Unternehmen zu einem reinen Automatisierungsunternehmen wurde.
Die HON-Aktie handelte im Vorfeld des Berichts bei rund 231,94 $ und schloss am Dienstag bei 229,86 $. Das Unternehmen betreibt nun drei Kernbereiche für Automatisierung: Building Automation, Industrial Automation und Process Automation & Technology. Der Bericht bietet den Investoren eine erste Grundlage zur Bewertung von Honeywell ohne das Luftfahrtgeschäft, einschließlich der Frage, wie das verbleibende Portfolio in Bezug auf organisches Wachstum, Margen und Kapitalallokation als stärker fokussierte Automatisierungsplattform abschneidet.
Gewinnerwartungen und jüngste Entwicklung
Analysten gehen von einem Gewinn je Aktie (EPS) von 2,51 $ bei einem Umsatz von 9,55 Milliarden $ aus. Beide Zahlen stellen einen Rückgang von etwa 7,7 % gegenüber dem Vorjahr dar. Der Umsatz wird jedoch im Vergleich zu den im Vorquartal gemeldeten 9,14 Milliarden $ voraussichtlich um 4,5 % sequenziell steigen.
Das Vorquartal war für Honeywell herausfordernd. Das Unternehmen verpasste die EPS-Schätzungen um 44,6 % und wies 2,57 $ gegenüber einem Konsens von 4,64 $ aus. Der Umsatz blieb ebenfalls um 1,5 % unter den Erwartungen.
Die deutliche Abwärtsrevision der Analystenschätzungen – die EPS-Prognosen sanken in den vergangenen 60 Tagen um 62,6 %, während die Umsatzschätzungen um 47,4 % zurückgingen – spiegelt hauptsächlich die Neukalibrierung der Finanzmodelle der Analysten nach der Abspaltung des Luftfahrtgeschäfts wider und deutet nicht auf eine grundlegende Verschlechterung des Geschäfts hin. Dies macht die aktualisierte Prognose des Managements und die Segmentberichte besonders wichtig, da sie helfen können, die Vergleichbarkeit für zukünftige Quartale neu zu justieren.
Jüngste Übernahme und strategischer Fokus
Am 17. Juli, nur sechs Tage vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen, schloss Honeywell die Übernahme des Catalyst Technologies-Geschäfts von Johnson Matthey für 1,325 Milliarden £ ab. Investoren werden auf erste Kommentare des Managements zu Integrationsplänen und erwarteten Synergien achten.
Unter den drei Automatisierungssegmenten gilt Building Automation weithin als der herausragendste Performer. Analysten haben dies als Beweis dafür angeführt, dass das neue operative Konzept des Unternehmens erfolgreich auf das restliche Portfolio angewendet werden kann.
Process Automation & Technology wird zunehmend kritischer beleuchtet. Honeywell ist außerhalb von LNG in weicheren Öl- und Gasmärkten exponiert, und das Management strebt ein Umsatzwachstum von 4 % bis 6 % in Märkten an, die nur um 3 % bis 4 % wachsen. Investoren werden darauf achten, wie das Management erklären will, wie diese Lücke geschlossen werden soll.
Auch Honeywell Forge, die Analyseplattform des Unternehmens, wird genau beobachtet werden. Das Management hat sie als wichtigen Wachstumstreiber positioniert, und der Bericht am Donnerstag bietet die Möglichkeit, die Traktion der Plattform unter Beweis zu stellen. Software und Analysen sind für die Automatisierungsthese wichtig, da sie die Kundenbeziehungen über den reinen Gerätevertrieb hinaus vertiefen und bei fortgesetzter Adoption sich wiederkehrende Umsatzchancen unterstützen können.
Analystenstimmung und Bewertung am Optionsmarkt
Von den 24 Analysten, die HON abdecken, stufen 15 die Aktie als Buy (Kaufen) ein, sieben als Hold (Halten) und zwei als Sell (Verkaufen). Das Konsens-Ziel liegt bei 245,88 $, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 7 % gegenüber dem aktuellen Handelsniveau entspricht.
Optionshändler preisen auf Basis der Kontrakte vom 24. Juli eine Bewegung von etwa 10,14 $ pro Aktie nach der Veröffentlichung ein. Dies entspricht einer impliziten Schwankung von ungefähr 4,4 % und etabliert eine erwartete Handelsspanne nach den Quartalszahlen zwischen 221,80 $ und 242,08 $.
Die Handelsaktivität in der Nähe des aktuellen Kurses tendiert leicht defensiv. Beim Basispreis (Strike) von 232,50 $ werden Puts zu 5,40 $ gehandelt, verglichen mit 4,74 $ für Calls. Das Put-Volumen beläuft sich auf 59 Kontrakte gegenüber 33 auf der Call-Seite. Das Open Interest bei Calls steigt jedoch bei höheren Basispreisen – um 237,50 $ und 240 $ –, was darauf hindeutet, dass einige Händler weiterhin auf steigende Kurse positioniert sind.
Bewertungsbasiert wird die HON-Aktie mit dem 18,4-Fachen des trailing-Gewinns und dem 27,2-Fachen der zukünftigen Schätzungen gehandelt.