NachrichtenKryptoHMRC verdreifacht Kryptosteuer-Warnungen nahezu auf 81.172 – britisches Vorgehen wird verschärft

HMRC verdreifacht Kryptosteuer-Warnungen nahezu auf 81.172 – britisches Vorgehen wird verschärft

Autor: CryptoMeter io·

Wichtige Erkenntnisse

  • HMRC versandte im Geschäftsjahr 2025-26 insgesamt 81.172 Warnschreiben, E-Mails und SMS über möglicherweise unbezahlte Kryptosteuern – nahezu dreimal so viele wie die 27.714 im Jahr 2023-24.
  • Die Daten wurden über eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz offengelegt, die das Wirtschaftsprüfungsunternehmen UHY Hacker Young erhalten hatte; HMRC hat Nachweise unter anderem dadurch gesammelt, dass Kryptobörsen mit Geschäften im Vereinigten Königreich zur Herausgabe von Kundendaten verpflichtet wurden.
  • Der jährliche Freibetrag für Kapitalgewinne wurde im April 2023 von 12.300 £ auf 6.000 £ und ab April 2024 auf 3.000 £ gesenkt, wodurch auch bescheidenere Kryptogewinne in den steuerpflichtigen Bereich fallen können.
  • Britische Krypto-Dienstleister müssen ab dem 1. Januar 2026 meldepflichtige Kundeninformationen erfassen; der internationale Datenaustausch im Rahmen des Crypto-Asset Reporting Framework der OECD beginnt ab März 2027.
  • HMRC schätzt, dass die neuen Melderegelungen bis April 2030 bis zu 315 Millionen £ an zusätzlichen Steuereinnahmen erbringen könnten.
HMRC verdreifacht Kryptosteuer-Warnungen nahezu auf 81.172 – britisches Vorgehen wird verschärft

Die britische Steuerbehörde hat ihre Kontrolle von Kryptowährungsanlegern im Geschäftsjahr 2025-26 deutlich ausgeweitet und 81.172 Warnschreiben, E-Mails und SMS über möglicherweise unbezahlte Steuern versandt.

Die Zahl liegt fast dreimal so hoch wie die 27.714 im Jahr 2023-24 versandten Nachrichten und unterstreicht die erhebliche Ausweitung des Krypto-Compliance-Programms von HM Revenue and Customs (HMRC). Die Daten wurden diese Woche nach einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz gemeldet, die das Wirtschaftsprüfungsunternehmen UHY Hacker Young erhalten hatte.

HMRC nimmt nicht deklarierte Kryptogewinne ins Visier

HMRC hat gewarnt, dass für Anleger Steuerpflichten entstehen können, wenn sie Kryptowährung mit Gewinn verkaufen. Nach den veröffentlichten Leitlinien der Behörde unterliegen Veräußerungen von Kryptowerten in der Regel der Kapitalertragssteuer (Capital Gains Tax); Steuern können auch anfallen, wenn eine Kryptowährung gegen eine andere getauscht wird oder wenn digitale Assets zum Kauf von Waren und Dienstleistungen verwendet werden.

Die Warnungen bedeuten nicht zwangsläufig, dass die Empfänger Steuern schulden. Sie zeigen vielmehr, dass HMRC Aktivitäten erkannt hat, die auf nicht deklarierte Einkünfte oder Kapitalgewinne hindeuten könnten. Die Behörde hat sich dieses Bild unter anderem durch Auskunftsersuchen an Kryptobörsen mit Geschäften im Vereinigten Königreich verschafft, die die Unternehmen zur Herausgabe von Kundendaten verpflichtet haben, die mit Steuererklärungen abgeglichen werden können.

Die Zunahme der Kontrollen folgt auf einen starken Kursanstieg am Kryptomarkt. Bitcoin stieg von rund 14.000 £ im Dezember 2022 auf etwa 90.000 £ bis Oktober 2025, und HMRC geht davon aus, dass ein Teil der Gewinne aus diesem Zeitraum möglicherweise noch nicht gemeldet wurde. Sie fällt zudem in eine Zeit, in der der steuerfreie Freibetrag für Gewinne gesenkt wurde: Der jährliche Freibetrag für Kapitalgewinne wurde im April 2023 von 12.300 £ auf 6.000 £ und ab April 2024 erneut auf 3.000 £ gesenkt, wodurch auch bescheidenere Gewinne in den steuerpflichtigen Bereich fallen können.

Der wachsende Fokus der Behörde hat Wirtschaftsprüfer dazu veranlasst, Kryptoanleger aufzufordern, ihre Unterlagen und ihre Meldehistorie zu überprüfen. Steuerpflichtige, die Lücken feststellen, können sich über das Offenlegungsverfahren von HMRC an die Behörde wenden; nach dem veröffentlichten Strafrahmen der Behörde wird eine freiwillige Offenlegung günstiger behandelt als Fälle, die sie selbst aufdeckt.

Internationaler Datenaustausch erhöht den Druck

HMRC bereitet sich zudem auf einen deutlich breiteren Zugang zu Informationen über Kryptowährungstransaktionen vor. Ab März 2027 wird erwartet, dass Kryptoplattformen in Dutzenden von Ländern außerhalb des Vereinigten Königreichs unter neuen internationalen Melderegelungen, die am Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) der OECD ausgerichtet sind, Kundeninformationen an Steuerbehörden weitergeben.

Das Vereinigte Königreich führt das Rahmenwerk auch im Inland ein: Britische Krypto-Dienstleister müssen ab dem 1. Januar 2026 meldepflichtige Kundeninformationen erfassen – vor dem ersten internationalen Austausch.

HMRC schätzt, dass diese Änderungen bis April 2030 bis zu 315 Millionen £ an zusätzlichen Steuereinnahmen bringen könnten.

Für Anleger im Vereinigten Königreich wird die Richtung immer deutlicher: Es wird zunehmend schwieriger, Kryptoaktivitäten außerhalb des Steuersystems abzuwickeln. Da den Behörden mehr Börsen- und Transaktionsdaten zur Verfügung stehen, könnten Anleger mit bisher nicht deklarierten Gewinnen stärker kontrolliert werden.