NachrichtenMakroHGK fordert europäische Regierungen auf, bis 2035 1.000 flachwasserfähige Binnenschiffe zu fördern

HGK fordert europäische Regierungen auf, bis 2035 1.000 flachwasserfähige Binnenschiffe zu fördern

Autor: Splash247·

Wichtige Erkenntnisse

  • HGK möchte, dass Deutschland bis 2035 die Führung bei einem langfristigen Finanzierungsrahmen für 1.000 neue flachwasserfähige Schiffe übernimmt.
  • Das vorgeschlagene Programm könnte bis zu 12,5 Milliarden Euro mobilisieren und entspräche etwa 13 % der rund 7.800 Frachtschiffe, die in den Rheinanliegerstaaten betrieben werden.
  • Am 11. August fiel der Pegel Kaub am Mittelrhein auf 16 cm, was die schweren Niedrigwasserbedingungen auf dem Fluss verdeutlichte.
  • HGK erklärte, dass etwa 80 % der Trockenfracht-Tonnage auf dem Rhein im letzten Jahrhundert gebaut wurden, während 2024 nur 13 Trockenfrachtschiffe und 38 Tanker in Dienst gestellt wurden.
  • Das Unternehmen erklärte, dass staatliche Unterstützung für kleinere Betreiber mit hohen Neubaukosten und langen Amortisationszeiten besonders wichtig wäre.
HGK fordert europäische Regierungen auf, bis 2035 1.000 flachwasserfähige Binnenschiffe zu fördern

Der deutsche Binnenschifffahrtsführer HGK fordert ein staatlich gestütztes Programm, das bis zu 12,5 Milliarden Euro (14,4 Milliarden Dollar) an Investitionen für den Bau von 1.000 neuen flachwasserfähigen Schiffen in ganz Europa bis 2035 mobilisiert – eine Flottenerneuerung, die etwa 13 % der rund 7.800 Trocken- und Flüssiggutfrachter entspricht, die derzeit in den Rheinanliegerstaaten operieren.

Die in Köln ansässige Gruppe hat die deutsche Regierung in Berlin aufgefordert, eine Vorreiterrolle bei der Schaffung eines langfristigen Finanzierungsrahmens zu übernehmen, und verwies auf die wachsenden Auswirkungen außergewöhnlich niedriger Wasserstände des Rheins – einer der wichtigsten Binnenfrachtadern Europas –, die die Frachtkapazität konventioneller Schiffe drastisch reduzieren. Der Vorschlag steht im Einklang mit den übergeordneten Zielen der Europäischen Union, den Güterverkehr von der Straße auf Binnenwasserstraßen zu verlagern, die niedrigere Emissionen pro Tonnenkilometer erzeugen, als Teil der Dekarbonisierungsstrategie des Verkehrs in der EU.

Der Pegel Kaub am Mittelrhein, ein weithin beobachteter Engpass für den Schiffsverkehr, lag am 11. August bei nur 16 cm. HGK verwies auf ihr für flaches Wasser optimiertes Schiff Synthese 18 als Beispiel für die Art von Tonnage, die unter solchen Bedingungen erforderlich ist, und stellte fest, dass das Schiff trotz des extrem niedrigen Wasserspiegels immer noch 485 Tonnen transportieren konnte.

Der Rhein ist ein lebenswichtiger Korridor für den Transport von Rohstoffen wie Kohle, Chemikalien, Getreide und Automobilkomponenten, der wichtige Industrieregionen in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden mit dem Nordseehafen Rotterdam verbindet. Wiederkehrende Niedrigwasserereignisse in den letzten Jahren – insbesondere während der Dürren von 2018 und 2022 – haben die Frachtlogistik auf dem gesamten Kontinent immer wieder gestört. Während der Dürre von 2018 fielen die Wasserstände so niedrig, dass mehrere Chemie- und Energieunternehmen entlang des Rheins öffentlich über Produktionsengpässe berichteten, was die systemische Bedeutung dieses Korridors für die europäischen industriellen Lieferketten unterstrich.

Laut HGK wurden etwa 80 % der auf dem Rhein operierenden Trockenfracht-Tonnage im letzten Jahrhundert gebaut. Die Flottenerneuerung verlief langsam: Im Jahr 2024 wurden nur 13 neue Trockenfrachtschiffe und 38 Tanker in Dienst gestellt.

HGK schlägt vor, dass Deutschland auf seinem bestehenden, mit 125 Millionen Euro dotierten Förderprogramm für die grüne Binnenschifffahrt aufbaut, wobei eine Förderung von bis zu 40 % für die Flottenerneuerung geprüft wird. Das Unternehmen betonte, dass eine solche Unterstützung für kleinere Betreiber, die mit hohen Neubaukosten und langen Amortisationszeiten konfrontiert sind, besonders wichtig wäre – eine nennenswerte Hürde in einer Branche, die von Eigentümerbetreibern und kleinen Flotten dominiert wird.

Seit 2018 hat HGK über ihr Shipping Design Centre gemeinsam mit Kunden neun für flaches Wasser optimierte Schiffe entwickelt. Die Gruppe betreibt derzeit eine Flotte von rund 300 Binnenschiffen, einschließlich eigentümerbetriebener Tonnage, die Trockenfracht, Chemikalien, Flüssiggase und Stückgut transportiert.

Quelle: Splash247